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Die Mainzer Fressgass: Gastronomisches El Dorado in der Gaustraße

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von Felix Monsees und Daniel Rettig (Fotos):

Die Gaustraße ist der einzige Ort in Mainz, der eine ähnlich hohe Dichte an Gastronomie-Neueröffnungen hat wie der Gartenfeldplatz. Und ein ähnlich junges und stilbewusstes Publikum anzieht. 2013 stellte der sensor die Gaugass´ schon einmal als die neue Ausgehmeile in der Stadt vor. Seitdem hat sich einiges verändert:
Damals mit dabei war das Familiencafé Lönneberga (Gaustr. 67). Jetzt haben Kai Tietze und Markus Wehrle ihren Laden geschlossen, um Platz für das japanische Restaurant Niko Niko Tei zu machen. Das deutsch-japanische Familienunternehmen Ashida-Decker hat sein bisheriges Domizil am Schillerplatz verlassen und ist ein paar Häuser die Straße weiter hoch gezogen.

Dem Vernehmen nach wegen Turbulenzen mit dem Vermieter. In der entstandenen Freifläche neben der Kneipe „Zur Andau“ findet die Familie Ladendorf nun eine neue Heimat, nachdem sie das Weinhaus Bluhm in der Badergasse in der Altstadt verlassen musste. Wegen Turbulenzen mit dem Vermieter. Ladendorfs Weinhaus wird die neue Anlaufstelle für anspruchsvolle Promille-Profis heißen.

Mehr Wein & N`Eis auf der Gaugass´

Wein wird es auch ein Stück weiter oben in der neuen Bar „Marlene“ geben. Betreiberin Vera Kohl hatte mit der Eröffnung ihres Eckcafés Dicke Lilli, Gutes Kind 2012 das Startsignal für die Wieder-Belebung der Gaustraße gegeben. Jetzt ist Kohl die erste Gau-Gastronomin, die hier einen Zweit-Laden eröffnet. Für die „Marlene“ hat sie sich Sedat Aktas vom Online-Versandhandel Geile Weine mit ins Gastro-Boot geholt. „Inhaltlich ist Marlene die große Schwester von der Dicken Lilli“, sagt Aktas.

Das bedeutet: Wer sich morgens und nachmittags vom zusammengewürfelt wirkenden Ambiente beim Kaffeetrinken in der Dicken Lilli angesprochen fühlt, dem wird es beim Wein schlürfen am Abend eine Tür weiter auch gefallen. Der Name Marlene soll auch ein Signal für die Weinkarte sein, denn laut Aktas liegt der Fokus auf Winzerinnen. Als Weinbegleitung werden Tapas und Dinnete angeboten. Die mit fettem Sauerrahm bestrichenen Fladen haben sich auf AStA-Sommerpartys und Johannisnächten als Alkohol-Aufsauger bewährt.

Ende Mai soll die Marlene ihre Türen öffnen. Beide Läden werden durch einen Durchbruch in der Wand verbunden. Außerdem bekommt die Dicke Lilli mit den Mädels von N`Eis noch einen Mitbewohner. Die Eisdiele zieht in das kleine Zimmer, das einst als Ausstellungsfläche genutzt wurde. Fünf exklusive Sorten in der Richtung Heidelbeer-Cheesecake und so werden nun angeboten.

Gaustrasse2_DanielRettig_comIndisch / Vegan

Bis zu 93 Prozent vegan, der Rest ist vegetarisch. So wirbt das Café & Bistro Dhyan im ehemaligen Gulasch- House (Gaustraße 9) für sich. Das Gastgeber-Paar Christiane König und Ashish Verma hat sich im indischen Varanasi kennen gelernt. Dort betreibt Vermas Familie ein Hostel, alle Rezepte stammen von seiner Mutter. Dementsprechend hebt sich die Speisekarte von denen üblicher indischer Restaurants ab. Empfehlenswert sind die kleinen Frühstücksgerichte, etwa kleine Pfannkuchen aus Kichererbsenmehl mit Tomaten- und Koriander- Chutney. Die cremigen Lassis bestehen aus – Achtung tierisch – echtem Joghurt und werden traditionell handgerührt. Bei allen Bestellungen gilt: Zeit mitbringen.

Weiter unten rumorts noch

Große Erwartungen schüren Fabian Heubel, Victor Anta Muñoz und Victor Bergmann mit ihrem „Gutleut“, das nicht nur Bar und Café, sondern auch Kunstraum werden soll. Genaugenommen befindet sich das Gutleut nicht in der Gaustraße, sondern weiter unten auf der Ludwigsstraße 4 in den Räumlichkeiten des ehemaligen Möbelgeschäftes „Mondo“. Ein genauer Eröffnungstermin steht noch nicht fest.

Und dann gibt es noch das Momo. Seit ein paar Monaten weisen die mit großen Blockbuchstaben beklebten Fensterscheiben darauf hin, dass sich das Restaurant „Im Herzen Afrikas“ vergrößern wird. Viel mehr wissen wir allerdings noch nicht. Konzept und Eröffnungstermin sind noch unbekannt.

Und ach ja: Ganz in der Nähe der Gaustraße – auf dem Kästrich, Drusustraße 1, hat jetzt gerade auch noch die Bar „Der große Gatsby“ eröffnet: edle Optik, 20er Jahre Flair und schicke Drinks und Cocktails rund um den Gin-Tonic / Whisky Hype & Co, machen der Bar Hubert in der Gaustraße ab jetzt Konkurrenz. Geöffnet Mittwoch bis Sonntag 18 Uhr bis Open End. Einlass ab 24 Jahren.