| | Kommentieren

Es geht ums Menschliche: Queeres Wohnprojekt in der Neustadt

In der Wallaustraße ist „Queer im Quartier“ zuhause

Regine K. öffnet die Tür zu ihrer Wohnung, in die sie vor wenigen Monaten eingezogen ist. Der Blick fällt über den Flur auf eine Staffelei in Nähe des Balkons, auf der ein fast fertiges Gemälde steht. Es zeigt einen Leuchtturm, dahinter Sand, davor Meer und am Himmel ein paar kleine Wölkchen. „Die maritimen Motive haben es mir momentan besonders angetan“, sagt Regine K., die gerade mit ihrem Enkel von einem Urlaub an der Küste zurückgekommen ist. Für die Malerei habe sie sich schon immer interessiert, jetzt, im Ruhestand hat sie nun auch endlich mehr Zeit dafür. Die Leidenschaft für die Kunst mehr in den Mittelpunkt zu stellen, ist nur eine der neuen Angelegenheiten in ihrem Leben.

(mehr …)

| | 1 Kommentar

Aufarbeitung: Über Tempo 30 in der Innenstadt und das umfahrene Dieselfahrverbot

Es war einmal vor zwei Jahren. So könnte das Märchen um das Dieselfahrverbot in Mainz lauten, welches kein Ende findet. Wir schreiben das Jahr 2018, als die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Stadt Mainz auf sauberere Luft verklagen will. Begründung: Die Luft in Mainz, aber auch in weiteren Städten der Rhein-Main- Region, ist so hoch mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2) belastet, dass jährlich zehntausende Bürger erkranken und viele hundert vorzeitig sterben. Man spricht von der Einhaltung des NO2-Grenzwertes auf 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/m³) – ein Vorsorgewert, der gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Belastung mit Luftschadstoff vorbeugen soll. Es handelt sich um eine europarechtliche Vorgabe, die in allen EU-Staaten seit 2010 einzuhalten ist.
(mehr …)

| | 1 Kommentar

Interview: Clubinhaber Michael Vogt (ATG & Good Time) zur Situation derselbigen

Wie steht es um die Club-Szene aktuell?
In Mainz sind wir Clubs fast vergessen worden. Vieles ist immer noch zu. Es kommen oft Vertröstungen und Entschuldigungen. Es gibt kaum Perspektiven. Im März war man noch geschockt bzw. im ersten Moment dachte ich, geil, endlich Urlaub. Aber der Genuss ging schnell vorbei, als man gesehen hat, wie lange das dauert. Es wurde dann viel gestundet an Kosten, es gab Hilfen vom Staat, Kurzarbeitergeld. Ich selbst habe Hartz4 bzw. Grundsicherung beantragt. Und dann konnten die ersten Läden öffnen, also zumindest die Gastronomie etc. Aber in meiner Kneipe „Good Time“ haben wir leider keinen Außenbereich und unser Innenbereich ist auch klein und jetzt fasst er noch weniger Leute wegen Abstandsregeln – und im Sommer kommen auch weniger Leute. Das ist alles sehr kritisch aktuell, alle Rücklagen sind aufgebraucht.
(mehr …)

| | Kommentieren

Baumscheibenbeete – ein wenig Grün in der Stadt

Die Leibnizstraße ist besonders reich an Baumscheibenbeeten

Wer schonmal in Ruhe durch die Mainzer Neustadt geschlendert ist, hat vielleicht die vielen kleinen Beete unter den Bäumen am Straßenrand bemerkt, auch Baumscheibenbeete genannt. Diese können als Gärten genutzt und von Bürgern bepflanzt werden. Obwohl Baumscheiben recht klein sind, bieten sie mehr Platz als ein Blumentopf daheim. Und anders als zu Hause freuen sich auch Anwohner, Passanten und Bienen über die Blütenpracht. Auch für Kinder kann ein solches Beet interessant sein. Sie erleben wie Pflanzen wachsen und sich durch die Jahreszeiten wandeln. Gemeinsam mit ihren Eltern können sie Verantwortung für ihren ersten kleinen Garten übernehmen.
(mehr …)

| | Kommentieren

Die Hüter des Regenwaldes: Mainzer setzt sich für indigene Stämme ein

Der in Mainz geborene Florian Hupf arbeitet seit einigen Jahren mit indigenen Stämmen aus Südamerika. Hier vor allem mit den Huni Kuin und Yawanawá, die nahe der peruanischen Grenze tief im Regenwald Brasiliens leben. Im Schatten der Corona Pandemie schwelen dort massive Landkonflikte. Die Invasion durch die Agrar- und Goldindustrie schreitet stärker fort als bisher. Unter Präsident Bolsonaro ist in Brasilien kaum etwas besser geworden. Er hat den Umweltschutz abgewrackt und Minderheitenrechte beschnitten. Darunter leiden insbesondere die Indigenen. Bolsonaro treibt so gut es geht die Zerstörung ihrer Heimat voran, einen der wichtigsten Naturschätze unserer Welt.
(mehr …)

| | Kommentieren

Ave Moguntia – Wie die Römer bis heute unser Stadtbild prägen

Nero Claudius Drusus war der römische Feldherr unter Kaiser Augustus und Gründer von Mogontiacum (oder Moguntiacum), dem heutigen Mainz. Er kam im Jahr 13 oder 12 vor Christus mit einer Horde Krieger, erkannte die Schönheit der Landschaft und vor allem die militärischen Vorteile, um genau hier am Hügel vor dem Rhein das römische Reich vor den Germanen im Osten zu verteidigen. (mehr …)

| | Kommentieren

Franziska Voigt – Die Radfahrbeauftragte im Interview

Du bist seit 5 Jahren Radfahrbeauftragte in Mainz. Eines der aktuellen Projekte ist die Digitalisierung des Radverkehrs. Was wird auf uns zukommen?
Wir haben Fördergelder für Digitalisierungsmaßnahmen bewilligt bekommen. Darunter fällt zum Beispiel ein Projekt für smarte Beleuchtung in Form von Solarlampen auf einer Pilotstrecke. Wenn Räder kommen, werden die Leuchten aktiviert und erlöschen nach dem Vorbeifahren. Das schont Flora und Fauna und ermöglicht auch die Erfassung von Rad-Aktivitäten. Auch eine FahrradApp wird kommen, mit der man besser durch die Stadt navigieren kann. Oder Radboxen an Bus- und Bahnhaltestellen, wo man sein Rad einschließen kann samt Helm & Gepäck, um auf den ÖPNV umzusteigen. Auch Bike-Flashs sind geplant, also ein Warnsystem mit blinkenden LEDs zur Vorbeugung von Unfällen. Die leuchten, sobald sich Radfahrende nähern. Das ist aber noch Zukunftsmusik und wird erst in den nächsten Monaten und Jahren umgesetzt.
(mehr …)

| | Kommentieren

Sehnsucht nach Gesang – Chöre in Zeiten von Corona

„Alles Digitale ist kein Ersatz für gemeinsames Tun.“ Bernd Thewes‘ Männerchor
in der Neustadt

Die Aktivität der Chöre und das Singen im Land waren in den letzten Monaten sehr eingeschränkt. Nach Untersuchungen verbreiten sich Aerosole beim Singen zu stark in der Luft, ein erweiterter Abstand sollte eingehalten werden. Dabei können Profi-Sänger gut mit ihrer Stimme umgehen, so gut, dass sich kaum etwas bewegt in der Luft vor ihrem Mund. Dennoch: Gemeinsames Singen wird als Infektionsrisiko angesehen. Dabei schätzen es rund vier Millionen Menschen in Deutschland, gemeinsam Lieder anzustimmen. (mehr …)

| | Kommentieren

Essen statt Applaus: Initiative „Kochen für Helden Mainz“ macht weiter

Vanessa (li.) und Rebecca: Zwei Freundinnen, eine Mission

Systemrelevant – ein Wort in aller Munde. Es rückte in den letzten Monaten diejenigen Berufe in den Fokus, die helfen, wenn es dem Land an den Kragen geht: Pfleger, Ärzte, Apotheker; aber auch Mitarbeiter im Einzelhandel oder der Müllabfuhr – teils aufs äußerste belastet mit Extraschichten. Für diese Berufsgruppen wollten Rebecca Reinhard und Verena Schmitt mehr machen, als sich zum Klatschen auf dem Balkon zu treffen. Also gründeten sie Ende März das Projekt „Kochen für Helden Mainz“. (mehr …)