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History: Als damals noch die Kelten in Mainz lebten

Wie mag sie ausgesehen haben, die Keltin, die in Mainz bestattet wurde? Wie hat sie gelebt? Ihre Grabstätte wurde 1999 bei den Ausgrabungen des römischen Isis- und Mater Magnum-Heiligtums gefunden. Diese Kultstätte stammt aus der Zeit von 13/12 v. Chr., als mit dem Bau des Legionslagers die römische Geschichte von „Moguntiacum“ begann.
Die Vertreter der nach ihrem bevorzugten Bestattungsritus benannten Urnenfelderkultur, die Vorläufer der ersten Kelten waren, lebten links und rechts des Rheins in lockeren Familien- und Hofverbänden, die ab 1.300 v. Chr. langsam zu größeren Stammesgruppen mutierten. In den Händen der landbesitzenden Patriarchen, des untereinander sozial gleichgestellten „Schwertträgeradels“, lag die politische Autorität über die übrige Bevölkerung.
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So wohnt Mainz: Beste Aussichten in der Rheinallee

Geräumige Dachterrasse mit Blick auf die Christuskirche

Wer Oliver Valentin in der Neustadt besuchen will, braucht Ausdauer und gesunde Knie. Mit 110 Stufen über Normalnull dürfte er über eine der höchstgelegenen Altbauwohnungen von Mainz verfügen. Mit seiner Frau Steffi Zendel bewältigt er die Fitnessübung seit über 30 Jahren, und allmählich macht das Ehepaar sich auch Gedanken über Alternativen. Das „Gefühl von Freiheit“ über den Dächern der Stadt – auch wenn gegen Abend die Lichter angehen – möchte der 55-Jährige aber vorerst nicht missen. Und in der Tat kann man den Blick kaum abwenden – auf Augenhöhe mit den Kirchtürmen ringsum. Für die vierbeinigen Mitbewohner – den spanischen Migrantenkater Jack und die 17-jährige Katze Lotta – bedeutet das auch Freigang über deutsche Dachpanoramen.
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Portrait: Der Komet der Technoszene

Bernhard Ernste,  Ikone des Berliner Nachtlebens

Dass Komet Bernhard kein gewöhnlicher 72-Jähriger ist, merkt man sofort, wenn man ihn sieht. Zum Treffpunkt am Alexanderplatz erscheint er in Sneakern, Jogginghose, Longshirt und Lederjacke. Der lange graue Bart kräuselt sich vor der Brust, die Kopfhörer hängen lässig um den Hals. Der alte Mann, der sich kleidet wie ein Jugendlicher, erregt Aufmerksamkeit, egal wo er hinkommt. „Ich bin DJ hier in Berlin“, erklärt er einer stehengebliebenen Touristengruppe aus Hannover. „Wenn ihr mich googelt, habt ihr bisschen was zu lesen“, lacht er und buchstabiert sicherheitshalber seinen Namen. Er genießt die Blicke der Menschen und ist es gewohnt, erkannt zu werden – zumindest in Berlin.

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Der große (Kinder) Test: Wo gibt’s das beste Schnitzel der Stadt?

Warum ist Schnitzel unser Lieblingsessen? Weil es super schmeckt! Wir haben zwei Kinderredakteure losgeschickt, um herauszufinden, wo es die besten Schnitzel in Mainz gibt. Lotti und Jojo (beide 10 Jahre alt) schreiben diesen Text nun selbst. Mal gucken welche Restaurants auch kinderfreundlich sind.
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Interview: Citymanager Dominique Liggins über Corona, LuLu und die aktuelle Lage

Wie wird man eigentlich Citymanager und was sind deine Aufgaben?
Normalerweise ist der Citymanager bei der Stadt verortet, im Stadtmarketing. In Mainz ist es etwas anders. Wir haben hier zwei große Vereine: Mainz Citymanagement e.V. und die Werbegemeinschaft Mainz, die beide den Wirtschaftsraum Innenstadt fördern. Ich bin beim Verein Citymanagement angestellt – die Werbegemeinschaft stellt mein Büro auf der Lu. Wir versuchen gemeinsam Strategien zu entwickeln, wie der Mainzer Handel, aber auch die Gastronomie profitieren können. Ursprünglich habe ich eine Ausbildung zum Hotelfachmann absolviert und war zuletzt selbstständig als Agentur „Soul Events & Marketing“, für die Vermarktung von Luxus-Tourismus. Ich wollte aber wieder mehr in Mainz machen und habe mich daher vor etwa einem Jahr auf die Stelle beworben.
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Hinter dicken Mauern – Burgenbloggerin Mareike Rabea Knevels

„Burgfräulein“ Mareike genießt den Blick über das Rheintal

Es ist schon einzigartig, sein Domizil über eine mittelalterliche Zugbrücke zu betreten. Doch für Mareike Rabea Knevels ist es inzwischen nicht mehr ungewohnt. Als offizielle (5.) Burgenbloggerin wohnte sie im letzten Jahr ein halbes Jahr auf Burg Sooneck, einer alten „Raubritterburg“ auf einem Steilhang am Rande des Binger Waldes. (mehr …)

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Die Mainzer Kunstszene – in Zeiten der Veränderung

Thilo Weckmüller im Allianzhaus

Schon ein paar Jährchen ist es her, dass wir einen Rundumschlag in der Szene der zeitgenössischen Kunst in Mainz gewagt haben. Mittlerweile hat sich wieder viel getan: Neue Ateliers, Galerien und Menschen entern das Parkett. Auch wenn Mainz nicht als Kunst-Metropole gilt, haben sich doch viele Künstler hier auch niedergelassen. Gerade in dieser Zeit hat man Zeit für Gespräche, für neue Aktivitäten, Corona fest im Blick und vor allem: man blickt in Ruhe zurück und wagt einen kreativen Blick in die Zukunft.
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Statement der Demokratie: Das Rathaus zwischen Denkmalpflege und Erneuerung

Die Initiative „Die Betonisten“ setzt sich für Mainzer Nachkriegsarchitektur ein

„Wir drücken die Daumen, Baby“ – mit diesem Slogan betitelten die „Betonisten“ kürzlich eine ihrer Instagram-Storys. Die bezog sich auf die aktuelle Sanierung des Rathauses. Zu sehen waren Aufnahmen des Gebäudes, dessen markante Silhouette in den wolkenlosen Himmel sticht. Das Grau der Fassade bildete dabei mit dem Blau des Firmaments einen einzigartigen Kontrast. Als „wichtigstes Bauwerk in Mainz des 20. Jahrhunderts“, bezeichnet es Maximilian Kürten – einer der „Betonisten“. Die Mainzer Initiative setzt sich seit 2018 für den Erhalt von Nachkriegsarchitektur in der Stadt ein. Die Gruppe aus Architekten, Designern und Kunsthistorikern gründete sich, als die Diskussion um die Rathaussanierung vor zwei Jahren an Fahrt aufnahm.

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Es geht ums Menschliche: Queeres Wohnprojekt in der Neustadt

In der Wallaustraße ist „Queer im Quartier“ zuhause

Regine K. öffnet die Tür zu ihrer Wohnung, in die sie vor wenigen Monaten eingezogen ist. Der Blick fällt über den Flur auf eine Staffelei in Nähe des Balkons, auf der ein fast fertiges Gemälde steht. Es zeigt einen Leuchtturm, dahinter Sand, davor Meer und am Himmel ein paar kleine Wölkchen. „Die maritimen Motive haben es mir momentan besonders angetan“, sagt Regine K., die gerade mit ihrem Enkel von einem Urlaub an der Küste zurückgekommen ist. Für die Malerei habe sie sich schon immer interessiert, jetzt, im Ruhestand hat sie nun auch endlich mehr Zeit dafür. Die Leidenschaft für die Kunst mehr in den Mittelpunkt zu stellen, ist nur eine der neuen Angelegenheiten in ihrem Leben.

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Aufarbeitung: Über Tempo 30 in der Innenstadt und das umfahrene Dieselfahrverbot

Es war einmal vor zwei Jahren. So könnte das Märchen um das Dieselfahrverbot in Mainz lauten, welches kein Ende findet. Wir schreiben das Jahr 2018, als die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Stadt Mainz auf sauberere Luft verklagen will. Begründung: Die Luft in Mainz, aber auch in weiteren Städten der Rhein-Main- Region, ist so hoch mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2) belastet, dass jährlich zehntausende Bürger erkranken und viele hundert vorzeitig sterben. Man spricht von der Einhaltung des NO2-Grenzwertes auf 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/m³) – ein Vorsorgewert, der gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Belastung mit Luftschadstoff vorbeugen soll. Es handelt sich um eine europarechtliche Vorgabe, die in allen EU-Staaten seit 2010 einzuhalten ist.
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