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Der König der Trödler: Inox Kapell und sein Laden in der Altstadt

+++ Der Laden soll angeblich schon wieder geschlossen sein (5.8.21) +++

Ein schlanker Mann steht in schwarzem Anzug, rotem Hemd und einem Jägerhut in einem kleinen Laden am Rande der Altstadt und räumt Bilder und Gegenstände auf die Straße. Sein zu zwei Zöpfen geflochtener grauer Bart schwingt bei jeder Bewegung mit. Von schwarzem Lidschatten umrahmte Augen blicken freundlich auf die Welt. Eine junge Frau schreibt mit Kreide auf die Straße „Die Hippies leben“. Das kleine verwunschene Kleinod in der Neutorstraße 4 betreibt niemand Geringeres als Inox Kapell – Künstler, Musiker, Pädagoge und Mainzer – als auch Wiesbadener – Urgestein.

War er bis vor Kurzem noch als Insekten-Botschafter am Schloss Freudenberg in Wiesbaden unterwegs, verweilt er nun wieder in Mainz und betreibt seit Mai seinen außergewöhnlichen Laden. Was sein Antrieb ist und weshalb er sich über einen Weltuntergang freuen würde, erzählt er uns an einem heißen Nachmittag.
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Wovon die Gegenwart nachts träumt: Autorin Sophie Stein im Portrait

Die Sonne sinkt bereits und die Schatten werden länger. Sophie Stein sitzt mit angezogenen Beinen auf dem warmen Betonboden. Auf ihrem Schoß liegt ihr Laptop. Diesen hat die 26-jährige Autorin immer dabei, denn er ist Rückzugsort und Arbeitsplatz zugleich. Ihr Debütroman, der ungewöhnlich und schillernd ist, wurde unter anderem für das ARD-Radiofestival ausgewählt. Der Erfolg kam plötzlich und bleibt surreal, bedeutet das Werk doch für die Autorin selbst etwas ganz anderes. „Amanecer war ein Befreiungsschlag“, sagt sie und streicht sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Um das Buch schreiben, musste sie vergessen, dass andere es jemals lesen würden. Nur so konnte ein rätselhafter und gefühlvoller Text entstehen, in dem sich die Protagonistin in Traumwelten verliert.
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Ex-Gangster Max Pollux leistet Präventionsarbeit für junge Menschen

Fast zehn Jahre lang saß  Maximilian Pollux hinter Gittern

Wer etwas über das Leben von Maximilian Pollux  wissen möchte, muss ihn nicht persönlich kennen lernen. Der 37-Jährige ist seit einem Jahr eine Internetpersönlichkeit und veröffentlicht  vor allem über YouTube regelmäßig Videos. Über 150.000 Abonnenten hat Pollux hier in kurzer Zeit gesammelt: Er steht damit zahlenmäßig Seite an Seite mit bekannten YouTubern und Influencern und passt dennoch kaum zu seinen Netzkollegen.
Auf seinem Kanal berichtet der in Nürnberg und im Nürnberger Umland aufgewachsene Pollux von seiner kriminellen Vergangenheit – und die hat es in sich: Drogenhandel, Waffenschmuggel & Co. im Teenageralter und schließlich fast zehn Jahre Gefängnis. All jene Erfahrungen schildert der inzwischen in Mainz wohnende Pollux im flashigen You-Tube-Style mit Jumpcuts, aber im Grunde vollkommen nüchtern. Sein Ziel ist es nicht, mit reißerischen Gangster-Geschichten Klicks zu generieren, sondern im weitesten Sinne Präventionsarbeit für junge Menschen zu leisten.  https://www.youtube.com/channel/UCN-icupwg8pLzxKmEX4xvyg
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Im Portrait: Der Mainzer Autor Jürgen Heimbach veröffentlicht sein neues Buch

Schriftsteller Jürgen Heimbach ist ein Tausendsassa

April im letzten Jahr: Der Preis für den besten Kriminalroman 2020 geht an den Mainzer Autor Jürgen Heimbach für „Die Rote Hand“. Gefeiert wird wegen der Pandemie nur virtuell. Für Heimbach kein Problem. Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann, Theatermacher, Künstler und Redakteur hat schon so manches erlebt. Für das Buch ist er bei Recherchen auf die Aktivitäten der „Roten Hand“ gestoßen, eine Organisation im Dunstkreis des französischen Auslandsgeheimdienstes. Den damit verbundenen Mord am deutschen Waffenhändler Georg Puchert in Frankfurt 1959 per Autobombe fand er so „ungeheuerlich“, dass er sich an ein Buch darüber gemacht hat. Gefragt nach dem schönsten Kompliment für den Kriminalroman, zitiert er die Begründung der Jury: „Kein Buch zum Glücklich werden, sondern zum Wachwerden.“ Und wie ein roter Faden zieht sich das Wachwerden auch durch seine Biografie.
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Zwischen Naturschutz, Management und Wildbolognese

Viele Möglichkeiten zu Spaziergängen unter dichten Bäumen gibt es in Mainz und Umgebung wahrlich nicht. Der Lennebergwald bei Gonsenheim bildet eine Ausnahme. Vielfach als liebstes Naherholungsgebiet der Mainzer bezeichnet, ist er vor allem Waldliebhabern und Joggern bekannt. Was viele nicht wissen: Im Lennebergwald wird unter besonderen Bedingungen und strenger Aufsicht auch gejagt.

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Portrait: Der Komet der Technoszene

Bernhard Ernste,  Ikone des Berliner Nachtlebens

Dass Komet Bernhard kein gewöhnlicher 72-Jähriger ist, merkt man sofort, wenn man ihn sieht. Zum Treffpunkt am Alexanderplatz erscheint er in Sneakern, Jogginghose, Longshirt und Lederjacke. Der lange graue Bart kräuselt sich vor der Brust, die Kopfhörer hängen lässig um den Hals. Der alte Mann, der sich kleidet wie ein Jugendlicher, erregt Aufmerksamkeit, egal wo er hinkommt. „Ich bin DJ hier in Berlin“, erklärt er einer stehengebliebenen Touristengruppe aus Hannover. „Wenn ihr mich googelt, habt ihr bisschen was zu lesen“, lacht er und buchstabiert sicherheitshalber seinen Namen. Er genießt die Blicke der Menschen und ist es gewohnt, erkannt zu werden – zumindest in Berlin.

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Andreas Mrogenda: DJ aus Überzeugung

Lomo, Schon Schön, KUZ, 50grad, Red Cat – die Referenzen von Andreas Mrogenda lesen sich wie ein Who is Who der Mainzer Clubszene. Wer in den letzten Jahren in Mainz tanzen war und dabei den Blick in Richtung Bühne oder Podest gerichtet hat, kommt kaum um den emsigen, stets gut gelaunten DJ herum. (mehr …)

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Portrait: Gestaltenwandlerin Mina Hahn

Energie und Gelassenheit lautet das Credo von Mina Hahn

Am Flugplatz Layenhof, dort wo die Obstfelder fast den Himmel berühren, liegt das Qi-Gong Studio von Mina Hahn. Steigt man im Gebäude 5856 die Treppen empor, so gelangt man in einen ruhigen, großen Raum voller Spiegel und Fenster gen Wald. Dort unterrichtet Mina ihre Schüler. (mehr …)

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The Witcher: Die Mainzer Fantasy-Autorin Nina MacKay

Im Düsterwald: Nina MacKay

Wenn Autorin Nina MacKay in einem ihrer Mainzer Lieblingscafés sitzt, verlässt sie schon bald imaginär diesen Ort und findet sich in ihren erdachten Welten wieder. So entstehen Voodoo-Hexen-Schulen und Märchenwelten mit Hipster-Wölfen. Mit ihren Fantasy-Geschichten für Jugendliche und Erwachsene ist die Autorin so erfolgreich, dass sie seit 2015 kontinuierlich mehrere Romane pro Jahr veröffentlicht und 2016 ihren Durchbruch schaffte mit „Plötzlich Banshee“, einen Roman über Alana, die Todesfee der irischen Mythologie. Zeit zum Schreiben findet die 35-Jährige meistens in der Mittagspause oder am Abend. Denn ihre Tage sind gut durchstrukturiert: Neben ihrem Brotjob als Marketing Managerin arbeitet Nina mit der Schriftstellerin Nica Stevens an zwei Podcasts und auch das tägliche Programm im Fitnessstudio darf nicht fehlen.
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sensor Portrait: pYr-art – Ein feuriges Duo

Nelly Ackermann und Elias Fehr “brennen” für das Spiel mit dem Feuer.

Die Posen stimmen und es wird viel gelacht. Beim Fotoshooting in Bretzenheim merkt man, wie eingespielt das Duo (auch) vor der Kamera ist. „Wir haben den gleichen oder ähnlichen, leicht sarkastischen Humor. Beruflich ergänzen wir uns auf verschiedenen Ebenen perfekt,“ sagt Elias Fehr. Der 37-jährige, gebürtige Bayreuther ist einer der Köpfe, der sich hinter der Mainzer Formation „pYr-art“ verbirgt. Der, oder besser die andere, ist die 38-jährige Nelly Ackermann. Das Repertoire des Künstlerduos umfasst Feuertanz-, Lichtshows und -inszenierungen für private oder öffentliche Anlässe – ein virtuoser Mix aus Akrobatik, Tanz und Jonglage rund um das Element Feuer. (mehr …)

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sensor Titelgeschichte: Verlegen in Mainz – Über die hiesige Buchverlagsszene

Was die Verlagsszene macht in jener Stadt, in der vor über 500 Jahren der Buchdruck erfunden wurde? Sie ist überschaubar! Befragt man Mainzer Verleger, so scheint sich sogar vieles im Verborgenen abzuspielen. (mehr …)

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Portrait: Oliver Fischer – Der Herr der Türen

Alles im Griff: Oliver Fischer an der Tür

Für einen Moment wird es ungemütlich. Ein Gast soll drinnen etwas über die Stränge schlagen, so die Nachricht, die nach draußen zu den Türstehern dringt. Für Oliver Fischer, einer von zwei Chefs des Sicherheitsunternehmens „Tribus Security“, und dessen Mitarbeiter gilt es nun, zügig und ohne Aufregung zu handeln. Während sich ein Türsteher auf die Suche nach dem Unruhestifter macht, erwarten ihn die Kollegen mit erhöhter Aufmerksamkeit am Ausgang. Letztlich ist die Situation schnell geklärt. Ein freundlicher, dennoch unmissverständlicher Blick von Oliver Fischer in Richtung des schwankenden Gasts reicht, um die Lage wieder im Griff zu haben: (mehr …)