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So fährt Mainz: Ein Klassiker mit Familiengeschichte (Porsche 911 Targa)

Blickt zurück auf 52 Jahre Porsche: Ina Seddig

Dezember 1970. Der Stuttgarter Künstler Alfred Tme will sich entscheiden: Entweder wir kaufen ein Grundstück oder ein Auto, das Spaß macht. Ein „Alltagsauto“ hatte die Familie schon. Es wurde ein „Zuffenhausener“: Der Porsche 911 Targa mit der Fahrgestellnummer 9111111111114. (mehr …)

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Vom Komiker zum Mainzer Pubertäts-Experten: Matthias Jung

Matthias Jung ruft mich von unterwegs aus an – Wind rauscht in der Leitung. Er sei auf dem Weg nach Hoyerswerda. Gestern war er in Leipzig, morgen fährt er nach Frankfurt. Am Flughafen wird er kurz seine Familie sehen – seine Frau und seine zwei Kinder – dann fliegt er nach Rom, um ein Kreuzfahrtschiff zu besteigen, das ihn fürs Abendprogramm engagiert hat. Der Pubertätscoach ist dieser Tage sehr gefragt, er selbst spricht von einer „Tour-Euphorie“. Die Corona-Maßnahmen wurden gelockert und jetzt, endlich, können viele Termine nachgeholt werden, die schon bis zu drei Mal verschoben wurden. Und neue Termine kommen laufend dazu. Dabei war der 43-Jährige schon kurz davor, sich wegen der Pandemie beruflich neu zu orientieren, um finanzielle Einbußen in Zukunft zu vermeiden. „Ich hatte gerade überlegt, Lehrer zu werden.“
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Noch kurz die Welt retten: Der Mainzer Unternehmer Matthias Willenbacher

Foto: Torsten Boor

Er ist Inhaber mehrerer Firmen, Teilhaber an 17 Start-ups, hat in 30 nachhaltige Unternehmen investiert, 2010 die Stiftung „100 Prozent erneuerbar“ ins Leben gerufen und ein Buch geschrieben. Mit „Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin“ adressierte er seine Vision für die Energiewende 2013 an die Politik. Wie schafft das Matthias Willenbacher?

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Der Mainzer Guerilla-Gärtner Reinhard Tiemann

Einige der letzten warmen Herbststrahlen scheinen durch die Baumkronen hinter dem Bruchwegstadion und treffen auf ein kleines Beet am Hartenberg-Münchfeld. Reinhard Tiemann kniet inmitten seiner Setzlinge. Er ist kein typischer Gärtner. Grüne Funktionskleidung weicht einer gebrauchten schwarzen Jeans sowie einem lässig anliegenden gelben Shirt. Die Brille auf seiner Nase umrahmt die klugen Augen. Das Auftreten des schlanken Mannes ist locker, doch seinem Hobby geht er passioniert, fast schon rigide nach: Reinhard Tiemann ist das, was man als Guerilla-Gärtner bezeichnet.
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DJ Willenskraft: Michalis Thessalonikis trotzt seiner Krankheit an den Turntables

DJ Michalis an seinem Piano

„Als Grieche“ bietet Michalis Thessalonikis mir direkt einen Kaffee an, als er mich an einem sonnigen Spätherbstvormittag in seiner Wohnung in Wiesbaden-Schierstein empfängt. Vor zwanzig Jahren ist Michalis, als Michael Schmidt in einer deutsch-griechischen Familie geboren, an Multipler Sklerose erkrankt. Heute ist der 44-Jährige nicht mehr berufsfähig, einzig die unentgeltliche Beschäftigung als DJ konnte er aufrechterhalten. Um die Einrichtung des schönen Zuhauses kümmert sich Michalis Lebensgefährtin Rosa, verrät er. Sie möchte, dass er sich zu Hause besonders wohlfühlt, weil er so viel Zeit dort verbringen muss. Im Musikzimmer befinden sich neben den Schallplatten auch ein Klavier. Krankheitsbedingt kann er auch dieses jedoch nicht mehr spielen.
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Portrait: Dragqueen Chardonnay „Alex“ von Tain

Foto: Chardonnay von Tain

Im Alltag ist Alexander Böpple Lehrer an einem Gymnasium und unterrichtet dort Englisch, Ethik und Darstellendes Spiel. In seiner Freizeit wird er auf der Bühne seit 2017 zur alkoholabhängigen, koketten Drag Queen Chardonnay von Tain. Eine „Verwandlung“, die man sich beim Anblick des adretten 40-Jährigen im „zivilen“ Outfit erst einmal nicht vorstellen kann. Einen Hang zum Schauspiel, Verkleiden und Schminken hatte der Gymnasiallehrer, der mit seinem Mann in Weisenau lebt, schon immer.

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Der König der Trödler: Inox Kapell und sein Laden in der Altstadt

+++ Der Laden soll angeblich schon wieder geschlossen sein (5.8.21) +++

Ein schlanker Mann steht in schwarzem Anzug, rotem Hemd und einem Jägerhut in einem kleinen Laden am Rande der Altstadt und räumt Bilder und Gegenstände auf die Straße. Sein zu zwei Zöpfen geflochtener grauer Bart schwingt bei jeder Bewegung mit. Von schwarzem Lidschatten umrahmte Augen blicken freundlich auf die Welt. Eine junge Frau schreibt mit Kreide auf die Straße „Die Hippies leben“. Das kleine verwunschene Kleinod in der Neutorstraße 4 betreibt niemand Geringeres als Inox Kapell – Künstler, Musiker, Pädagoge und Mainzer – als auch Wiesbadener – Urgestein.

War er bis vor Kurzem noch als Insekten-Botschafter am Schloss Freudenberg in Wiesbaden unterwegs, verweilt er nun wieder in Mainz und betreibt seit Mai seinen außergewöhnlichen Laden. Was sein Antrieb ist und weshalb er sich über einen Weltuntergang freuen würde, erzählt er uns an einem heißen Nachmittag.
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Wovon die Gegenwart nachts träumt: Autorin Sophie Stein im Portrait

Die Sonne sinkt bereits und die Schatten werden länger. Sophie Stein sitzt mit angezogenen Beinen auf dem warmen Betonboden. Auf ihrem Schoß liegt ihr Laptop. Diesen hat die 26-jährige Autorin immer dabei, denn er ist Rückzugsort und Arbeitsplatz zugleich. Ihr Debütroman, der ungewöhnlich und schillernd ist, wurde unter anderem für das ARD-Radiofestival ausgewählt. Der Erfolg kam plötzlich und bleibt surreal, bedeutet das Werk doch für die Autorin selbst etwas ganz anderes. „Amanecer war ein Befreiungsschlag“, sagt sie und streicht sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Um das Buch schreiben, musste sie vergessen, dass andere es jemals lesen würden. Nur so konnte ein rätselhafter und gefühlvoller Text entstehen, in dem sich die Protagonistin in Traumwelten verliert.
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Ex-Gangster Max Pollux leistet Präventionsarbeit für junge Menschen

Fast zehn Jahre lang saß  Maximilian Pollux hinter Gittern

Wer etwas über das Leben von Maximilian Pollux  wissen möchte, muss ihn nicht persönlich kennen lernen. Der 37-Jährige ist seit einem Jahr eine Internetpersönlichkeit und veröffentlicht  vor allem über YouTube regelmäßig Videos. Über 150.000 Abonnenten hat Pollux hier in kurzer Zeit gesammelt: Er steht damit zahlenmäßig Seite an Seite mit bekannten YouTubern und Influencern und passt dennoch kaum zu seinen Netzkollegen.
Auf seinem Kanal berichtet der in Nürnberg und im Nürnberger Umland aufgewachsene Pollux von seiner kriminellen Vergangenheit – und die hat es in sich: Drogenhandel, Waffenschmuggel & Co. im Teenageralter und schließlich fast zehn Jahre Gefängnis. All jene Erfahrungen schildert der inzwischen in Mainz wohnende Pollux im flashigen You-Tube-Style mit Jumpcuts, aber im Grunde vollkommen nüchtern. Sein Ziel ist es nicht, mit reißerischen Gangster-Geschichten Klicks zu generieren, sondern im weitesten Sinne Präventionsarbeit für junge Menschen zu leisten.  https://www.youtube.com/channel/UCN-icupwg8pLzxKmEX4xvyg
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Im Portrait: Der Mainzer Autor Jürgen Heimbach veröffentlicht sein neues Buch

Schriftsteller Jürgen Heimbach ist ein Tausendsassa

April im letzten Jahr: Der Preis für den besten Kriminalroman 2020 geht an den Mainzer Autor Jürgen Heimbach für „Die Rote Hand“. Gefeiert wird wegen der Pandemie nur virtuell. Für Heimbach kein Problem. Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann, Theatermacher, Künstler und Redakteur hat schon so manches erlebt. Für das Buch ist er bei Recherchen auf die Aktivitäten der „Roten Hand“ gestoßen, eine Organisation im Dunstkreis des französischen Auslandsgeheimdienstes. Den damit verbundenen Mord am deutschen Waffenhändler Georg Puchert in Frankfurt 1959 per Autobombe fand er so „ungeheuerlich“, dass er sich an ein Buch darüber gemacht hat. Gefragt nach dem schönsten Kompliment für den Kriminalroman, zitiert er die Begründung der Jury: „Kein Buch zum Glücklich werden, sondern zum Wachwerden.“ Und wie ein roter Faden zieht sich das Wachwerden auch durch seine Biografie.
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Zwischen Naturschutz, Management und Wildbolognese

Viele Möglichkeiten zu Spaziergängen unter dichten Bäumen gibt es in Mainz und Umgebung wahrlich nicht. Der Lennebergwald bei Gonsenheim bildet eine Ausnahme. Vielfach als liebstes Naherholungsgebiet der Mainzer bezeichnet, ist er vor allem Waldliebhabern und Joggern bekannt. Was viele nicht wissen: Im Lennebergwald wird unter besonderen Bedingungen und strenger Aufsicht auch gejagt.

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Portrait: Der Komet der Technoszene

Bernhard Ernste,  Ikone des Berliner Nachtlebens

Dass Komet Bernhard kein gewöhnlicher 72-Jähriger ist, merkt man sofort, wenn man ihn sieht. Zum Treffpunkt am Alexanderplatz erscheint er in Sneakern, Jogginghose, Longshirt und Lederjacke. Der lange graue Bart kräuselt sich vor der Brust, die Kopfhörer hängen lässig um den Hals. Der alte Mann, der sich kleidet wie ein Jugendlicher, erregt Aufmerksamkeit, egal wo er hinkommt. „Ich bin DJ hier in Berlin“, erklärt er einer stehengebliebenen Touristengruppe aus Hannover. „Wenn ihr mich googelt, habt ihr bisschen was zu lesen“, lacht er und buchstabiert sicherheitshalber seinen Namen. Er genießt die Blicke der Menschen und ist es gewohnt, erkannt zu werden – zumindest in Berlin.

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