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Dr. Treznok und die Pflanzenrechte

Als mir neulich beim Zwiebelschneiden die Tränen kamen, wurde es mir plötzlich klar: Die Tränen waren Ausdruck meiner verdrängten Trauergefühle. Es war einfach grausam, wie ich die arme Zwiebel gnadenlos dahingemetzelt hatte. Wissenschaftliche Studien belegen tatsächlich, dass Pflanzen sensibel und reaktionsfähig sind. Außerdem haben sie eine Art Gedächtnis. Woher nehmen wir Menschen uns das Recht, diese empfindsamen Wesen in Massenpflanzenhaltung zu züchten, industriell zu ermorden und sie zu Kartoffelbrei oder anderen Perversitäten zu zerstampfen? (mehr …)

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Juli-Kolumne: Dr. Treznok im Van-Allen-Gürtel


Neulich habe ich in der Bücherkiste vor der Volkshochschule ein Buch gefunden. Darin ging es um Atombombentests im Van-Allen-Gürtel. Der Van-Allen-Gürtel, ein magnetischer Schutzschild um die Erde, ist seit den 60er Jahren angeblich dreimal so radioaktiv wie vorher, wegen der Atombombentests. Was das für Auswirkungen auf die Erde hat, das verrät das Buch leider nicht. Meine Recherchen im Internet liefern mir hübsche Bilder vom Van-Allen-Gürtel, als ob es tatsächlich solche Bilder geben könnte, und schon glaube ich, etwas zu wissen. (mehr …)

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Dr. Treznoks Welt im Juni – Von Menschen und Personen

Es gibt ja jetzt diese neuen Personalausweise, die ganz großartig sind, weil sie uns vor Terroristen schützen. Und da mein Personalausweis bald ungültig wird, muss ich einen neuen beantragen, dazu bin ich per Gesetz verpflichtet. Davon abgesehen, dass das Ding sauteuer ist und fast das Honorar für diese Kolumne verschlingt, glaube ich nicht, dass dadurch mein Leben wirklich sicherer wird. Außerdem befremdet es mich, dass ich durch diesen Ausweis zum Personal eines Staates gehöre, wenn man bei der Bundesrepublik Deutschland überhaupt von einem Staat sprechen kann. Angeblich ist sie ja gar kein Staat, sondern eine Firma, eingetragen als GmbH im Handelsregister. (mehr …)

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Dr. Treznoks Welt im Mai – Die Sitzplatzverschwörung

Jedes Mal ärgere ich mich, wenn ich vor dem Mainzer Hauptbahnhof einen Sitzplatz suche, denn es gibt dort keine Sitzplätze. Auch im Bahnhof selber sind Sitzbänke Mangelware. Wenn ich richtig gezählt habe, dann befinden sich dort Sitzmöglichkeiten für insgesamt 12 Menschen, 4 davon müssen über dem Frittierfett von McDonald‘s entspannen. (mehr …)

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Die Welt des Dr. Tretznok (April)


Ob Winterhafen oder Zollhafen, Gaustraße, Dalberger Hof oder Neutorschule – überall kommt man auf dieselbe Idee: Man will schicke teure Luxuswohnungen schaffen und an finanzkräftige Privatiers verkaufen. Zum Schluss wohnen überall in Mainz nur noch reiche Leute in schmucken Eigentumswohnungen. Die vielen Reichen locken edle Schmuckgeschäfte, Galerien und teure Boutiquen an. Die Innenstadt floriert, die Touristen sind begeistert und Mainz wird reicher, schmucker und sauberer als die Schweiz und Liechtenstein zusammen. Von dem angesiedelten Reichtum profitieren schließlich alle, auch die Armen, die inzwischen geballt im Komponistenviertel auf dem Lerchenberg zusammengepfercht wurden. Die sind dann auch weniger arm, weil in den Bussen der Linien 54 und 70 immer ein bisschen Geld liegenbleibt, und alles ist gut. (mehr …)

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Die Welt des Dr. Treznok (März)


Ich dachte, dass ich der Apostrophitis gelassen begegnen könne, seitdem ich vor ein paar Jahren Dr. Oetker gezwungen habe, „Paula‘s Pudding“ in „Paula“ umzubenennen. Apostrophitis ist, wie Sie, lieber Leser, sicher wissen, eine linguistische Zwangserkrankung, die deutsch schreibende Menschen zwingt, vor jedes zweite -s ein Apostroph zu setzen. (mehr …)

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Die Welt des Dr. Tretznok (im Februar)


Dienstags im Mainzer Hauptbahnhof: Vor mir auf der Rolltreppe steht ein Mädchen, oder vielleicht sollte ich besser sagen eine junge Frau, deren Rucksack genau vor meinem Gesicht baumelt. Darauf ein Anstecker – auf neudeutsch Button – mit einer lächelnden roten Sonne auf gelbem Grund. (mehr …)

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Die Welt des Dr. Tretznok (Januar)


Bei einem Schaufensterbummel bleibe ich vor einem Schuhgeschäft stehen. Große Hinweisschilder mit der Aufschrift „reduziert“ wollen zum Kauf anregen und bei mir funktioniert sowas auch, also schaue ich mir interessiert die Auslage an. Die Schuhe sind mir allerdings zu teuer, so dass ich mich frage, was mit „reduziert“ gemeint sein könnte, da es sich wohl nicht auf den Preis bezieht. Wahrscheinlich sind nicht der Preise reduziert, sondern etwas anderes, vielleicht die Anzahl der Schuhe oder die Verpackung. (mehr …)

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Dr. Treznoks Welt im Dezember

Morgens halb 10 in Deutschland. „Tuut tuut tuut“ höre ich draußen eine Alarmanlage. Ich trete auf den Balkon und sehe unten auf dem Parkplatz ein großes, teures Auto. Das blinkt wie ein UFO und gibt ein furchtbares Alarmgebrüll von sich. Auf den umliegenden Balkonen stehen bereits andere Menschen, gehen aber schnell wieder hinein. Auch ich gehe wieder hinein, denn es ist ein kühler, wenn auch sonniger Herbsttag. Die Alarmanlage aber geht weiter und weiter. Ich bin genervt und denke: Wenn es in 5 Minuten immer noch tuutet, dann rufe ich die Polizei.
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Kolumne: Musikeinszweiwiegeschritt

Manchmal bin ich mir fast hundertprozentig sicher, dass Hass ein angebrachtes Gefühl ist.

Und wenn ich demnächst wieder verliebt sein werde, habe ich mir vorgenommen, mich nicht dem gegebenenfalls grässlichen Musikgeschmack meiner zukünftigen Freundin zu beugen – ich werde mir ihr zuliebe zum Beispiel kein Konzert von Bon Jovi antun.
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Die Welt des Dr. Treznok (Oktober)

Ich stehe in der Warteschlange an der Kasse des Drogerieladens und schaue mich gelangweilt um. Im nahe gelegenen Regal mit Zahnpasta und Mundwasser entdecke ich ein Werbeschild und lese:

„Sichern Sie sich Kompetenz im Wachstumsmarkt Mund- und Zahnpflege“. Ich verstehe nicht, was ich da lese. Wenige Sekunden später bezahle ich Duschgel und Klopapier und verlasse verwirrt den Laden. (mehr …)