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Gastro: Was das „Hiro Sushi“ und den neuen Vietnamesen „Loc“ verbindet

Gerade mal zwei Jahre ist Dung Tran in Mainz und hat inzwischen schon sein zweites Restaurant eröffnet. Das „Hiro Sushi“ in der Binger Straße 11 betreibt er mit seinem Bruder Giang und das „Loc“ in der Bahnhofstraße 6 mit seinem Cousin Lee. Die beeindruckende Innenausstattung hat er in beiden Lokalen selbst designt. Während im „Loc“ traditionelle vietnamesische Küche angeboten wird, steht „Hiro Sushi“ im Zeichen der japanischen Kochkunst. Die Leidenschaft dazu hat Tran von seinem Bruder mitbekommen.

Mit der „Cap Anamur“ nach Deutschland
Die Geschichte seiner Familie, die 1979 nach Deutschland kam, beginnt dramatisch nach dem Ende des Vietnamkrieges. Mit 80 Menschen auf einem drei Meter breiten und acht Meter langen Boot hofften sie dicht aneinandergedrängt gerettet zu werden. Sie waren auf der Flucht übers offene Meer, um dem Elend des kriegszerstörten Landes und dem Terror des kommunistischen Regimes zu entkommen. 1979 gehörten sie zu den ersten sogenannten „Boatpeople“, die vom legendären Frachter „Cap Anamur“ aufgenommen wurden. Sie landeten in Berlin. „So gesehen bin ich eigentlich Berliner“, schmunzelt Tran, der in Neukölln in die Grundschule ging und in Charlottenburg die Oberschule besuchte. „Ich habe zunächst Maschinenbauzeichner gelernt und habe auch meinen Meister gemacht“.

Sein kleiner Bruder lernte Mitte der 90er Jahre einen japanischen Sushi- Meister kennen, der ihm die Kunst der japanischen Küche von der Pike auf beibrachte. Er arbeitete im Sachiko Sushi in Berlin-Charlottenburg, der ersten Sushi Kaiten Bar in Deutschland. Die Leidenschaft für Sushi übertrug Giang auf die ganze Familie: „Allerdings wollten wir nicht nur traditionelle Sushi-Rollen anbieten. Wir hatten Lust zu experimentieren. Also eröffneten wir ein eigenes Lokal.“ Doch die Konkurrenz wurde immer größer, gerade in Berlin.

Sushi-Free-Style-Kreationen
Als Tran vor zwei Jahren ein Restaurant in Mainz angeboten bekam, griff er zu. „Ich kannte Mainz gar nicht, aber ich setzte viel Hoffnung hinein, weil hier so viele Studenten leben und Studenten sind häufig sehr offen für neue kulinarische Stilrichtungen“. Der Erfolg gibt ihm Recht. Das „Hiro Shushi“ ist fast jeden Abend ausgebucht. Der große Renner sind sogenannten Free-Style-Kreationen – wahre Kunstwerke, die frisch zubereitet, köstlich schmecken. „Wir bieten selbstverständlich auch traditionelles Sushi an, aber auch jede Menge Spezialitäten, die man so nur bei uns findet.“ Auch die Studenten- Kundschaft hat sich gewandelt: „Viele haben ihre Eltern mitgebracht und inzwischen haben wir eine gute Mischung.“
Die nächste Idee, ein traditionelles vietnamesisches Restaurant aufzumachen, lag schon länger nahe. Immer wieder fragten die Gäste nach warmen Speisenangeboten und nach vietnamesischen Gerichten. Als schließlich das Lokal in der Bahnhofstraße frei wurde, hat Dung Tran zugegriffen. Wie auch im „Hiro Sushi legte er im „Loc“ großen Wert auf die authentische und originelle Einrichtung. So hat er eigens den vietnamesischen Künstler Lap engagiert, der ihm die Wände bemalt hat und so ein riesiges Kunstwerk schuf, genauso wie die vietnamesischen Lampions, die von der Decke hängen.

Authentisch vietnamesisch
„Wir wollen ein Stück Vietnam nach Mainz holen“, lautet das Konzept. Eröffnet hat Dung Tran erst vor wenigen Wochen, aber der Zulauf ist schon jetzt sehr groß. Die Karte ist übersichtlich mit zahlreichen Klassikern aus Vietnam. Sommerrollen gehören dazu, aber auch Bun Bo Hue, ein vietnamesischer Klassiker, mit breiten Reisnudeln und einer kräftigen Brühe. Sehr köstlich auch das würzig marinierte Hähnchenfleisch mit einer hausgemachten Teriyaki-Zitronengras- Sauce. „Jedes Gericht ist individuell und frisch zubereitet. Wir machen keine Einheitssoßen, sondern nutzen für jedes Gericht passende Zutaten.“ Das Ergebnis macht Spaß und ist auch optisch ein Genuss.

„Essen und Kochen ist für mich eine Leidenschaft. So habe ich auch meine Läden eingerichtet, mit viel Liebe zum Detail und diese Liebe soll man spüren“, verrät Dung Tran sein Erfolgsgeheimnis.
Empfehlenswert sind auch die hausgemachten Getränke – sowohl im „Hiro Sushi“ mit ungewöhnlichen Fruchtcocktails als auch im „Loc“ mit einem asiatischen Trendgetränk aus Tee und Frischkäse. „Loc“ heißt übrigens soviel wie Glück und Erfolg.

Loc, Vietnamesisches Restaurant
Bahnhofstraße 6
06131-2139589
täglich geöffnet 11.30 bis 22 Uhr

Hiro Sushi
Binger Straße 11
06131-6939393
Mo bis Sa von 11.30 bis 15 Uhr und 17 bis 22.30 Uhr
So 17 bis 22.30 Uhr

Michael Bonewitz
Fotos: Daniel Rettig (Stick Up Studio)

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