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Die Mainzer Soul-Connection


In Mainz tummeln sich so einige bekannte Musik-Produzenten. Wir trafen uns mit Frank Jensen im Atelier Zukunft, um etwas über das Kollektiv „SoulParlor“ und ihr demnächst auf Tokyo Dawn Records erscheinendes zweites Album zu erfahren.

sensor: SoulParlor – wer gehört zu Euch und wie fing es an?

Frank: SoulParlor besteht aus Tobias Müller, Frank Lotz und mir. Mittlerweile arbeiten wir seit knapp 15 Jahre zusammen, kennen uns aber schon länger. Wir haben alle drei die gleichen Wurzelm, kommen vom Land, haben uns über Biken und Skateboarding zusammengefunden. Schon damals interessierten wir uns mehr für die Musik aus der Großstadt als für die Freiwillige Feuerwehr am Ort.

Wie funktioniert euer Arbeitsprozess?

Jeder hat sein eigenes kleines Studio zuhause und bastelt dort an frischen Ideen. Die werfen wir dann Woche für Woche zusammen und schauen, was Potential hat und weiter ausgebaut werden kann. Das Ergebnis ist vollkommen offen. Wir haben irgendwann einmal probiert unseren Musikstil zu benennen. Heraus gekommen ist „Deep-Broken-Phusion-Soul“, also eine Mischung aus Nu-Soul, Hip-Hop, Soul, Funk, Boogie, House und Brokenbeat. Wir sind aber ständig auf der Suche nach etwas Neuem.

Seit 11 Jahren seid ihr mit eurer Reihe „You Move Nothing If You Don’t Move Yourself“ im Red Cat die Nachtmacher von Mainz. Welche Nächte waren denn besonders gut?

Das ist schwer zu sagen. IG Culture, Mark de Clive-Lowe, Bugz In The Attic, Phil Asher, Jazzanova oder Mad Mats sind immer lustige Nächte. Ganz großes Tennis kommt auch immer wieder von Dego (4Hero). Er hat übrigens die YMNIYDMY-Clubnacht zu einer der besten auf dem Planeten erklärt, was uns natürlich sehr stolz macht und zeigt, dass unsere Arbeit respektiert wird. An dieser Stelle müssen wir natürlich auch Simone Schwab und dem gesamten Red Cat-Team danken, dass es überhaupt erst möglich gemacht hat, unsere Clubnacht fern vom Mainstream zu etablieren.

Welche Bookings plant ihr in Zukunft?

Zuerst müssen wir unser neues Album abschließen. Aktuell haben wir 17 Tracks beisammen mit vielen unserer Wunsch-Artists; etwa Capitol A, Colonel Red, Oddisee, Stan Steam, Blaktroniks, oder Jacob (ex „Wagner Love“, Jacob and the Appleblossom). Am 18. Dezember gehts dann in der Katze mit Seiji von Bugz In The Attic weiter. Im nächsten Jahr wird es eine Show mit Eddy meets Yannah geben, gefolgt von Zed Bias, Comfort Fit und wir planen Dam-Funk von Stones Throw nach Mainz zu holen.

Was ist das Besondere an euren Party-Nächten?

Wir versuchen Musiker aus den unterschiedlichsten Sparten zu präsentieren, egal ob House, Soul, Funk oder Phusion. Gebucht wird, wer es unserer Meinung nach verdient. Viele Leute bekommen das Underground-Ding ja kaum bis gar nicht mit. Wir möchten das aber trotzdem oder gerade deswegen vermitteln. Über die letzten Jahre hat sich unsere Nacht etabliert, egal ob es nun King Britt auf der einen oder Kyoto Jazz Massive auf der anderen Seite sind – man kennt das Red Cat und unsere Nacht. Unsere Gast-DJs wissen es zu schätzen, dass sie bei uns kein 08/15-Set abliefern müssen. Sie dürfen spielen, was Sie wollen und gerne auch experimentieren, ohne dass ihnen der Dancefloor das gleich übel nimmt. Ansonsten ist es unsere Intention, dass Leute eine gute Zeit haben. Jazz, Soul, Funk und Boogie sind die Roots und alles was danach kommt, braucht die nötige Seele, um zu funktionieren.

Erzähle uns noch eine lustige DJ-Story

Da gibt es fast jeden Abend eine neue Geschichte. An einen Klassiker erinnern wir uns aber immer wieder gerne. In einem bekannteren Leipziger Club kamen die Leute früh am Morgen nicht klar mit unseren housigen Sound und forderten unter Androhung von Schlägen doch endlich zum Geknüppel zu wechseln. Wir haben daraufhin eine entbehrbare Scheibe aufgelegt und sind durch den Hinterausgang Richtung Hotel verschwunden. Damals nicht wirklich lustig aber im Nachhinein eine tolle Erfahrung.

Was wünschst Du dir von Mainz?

Uns würde es freuen, wenn die Leute offener für neue Musik wären. Weg vom kurzlebigen Einheitsbrei hin zu qualitativ hochwertiger Musik, die man sich auch noch in zehn Jahren gut anhören kann. Es gibt Clubmusik auch mit einem gewissen Anspruch.

Sebastian Zimmerhackl

Links von Interesse:
www.soulparlor.com
www.tokyodawn.net
www.redcat-club.de