| | Kommentieren

Der König der Trödler: Inox Kapell und sein Laden in der Altstadt

+++ Der Laden soll angeblich schon wieder geschlossen sein (5.8.21) +++

Ein schlanker Mann steht in schwarzem Anzug, rotem Hemd und einem Jägerhut in einem kleinen Laden am Rande der Altstadt und räumt Bilder und Gegenstände auf die Straße. Sein zu zwei Zöpfen geflochtener grauer Bart schwingt bei jeder Bewegung mit. Von schwarzem Lidschatten umrahmte Augen blicken freundlich auf die Welt. Eine junge Frau schreibt mit Kreide auf die Straße „Die Hippies leben“. Das kleine verwunschene Kleinod in der Neutorstraße 4 betreibt niemand Geringeres als Inox Kapell – Künstler, Musiker, Pädagoge und Mainzer – als auch Wiesbadener – Urgestein.

War er bis vor Kurzem noch als Insekten-Botschafter am Schloss Freudenberg in Wiesbaden unterwegs, verweilt er nun wieder in Mainz und betreibt seit Mai seinen außergewöhnlichen Laden. Was sein Antrieb ist und weshalb er sich über einen Weltuntergang freuen würde, erzählt er uns an einem heißen Nachmittag.
(mehr …)

| | Kommentieren

So wohnt Mainz: Zu Besuch in den Weinbergen bei Hillesheim

Susanne und Gerald Egelhoff:
die Familie reitet gegen die Krise

Hillesheim bei Mainz – hier wohnt Winzer Gerald Egelhoff (55) mit seiner Familie: Ehefrau Susanne und die Kinder Leonie (15) und Matthias (12). Der malerisch gelegene Ort im Süden Rheinhessens ist in erster Linie für seinen guten Wein bekannt. Seit über 300 Jahren ist so auch das Weingut, der „Jakobshof“, in Familienhand. Mittlerweile führt Gerald es in der 13. Generation. Dabei gab viele Aufs und Abs. Und bis zum Pandemieausbruch im März 2020 war er mit seinem Weinstand unterwegs in der gesamten Republik.
(mehr …)

| | Kommentieren

Das sensor 2×5-Interview mit Maurice Conrad (Klimaschutz-Aktivist und Politiker)

Seit knapp zwei Jahren sitzt du im Mainzer Stadtrat. Was hat dich an der Arbeit dort am meisten überrascht?
Am meisten hat mich überrascht, dass die Beweggründe für politische Entscheidungen häufig nicht inhaltlich sind. Es gibt viel Taktik und Strategie. Mit einem reinen „Ich-habenoch- eine-gute-Idee“ kommt man nicht weit. Die Gründe für Entscheidungen sind eigentlich immer Identitätspolitik. Häufig hat man das Gefühl, dass man nicht mit Leuten über Visionen nachdenken kann, weil die schon ihre feste Vision haben. Man kann da wenig dran ändern.
(mehr …)

| | 3 Kommentare

Nach Auszug der Flüchtlinge ist die Zukunft des Allianzhauses ungewiss

Ein Block steht beinahe leer – und nebenan die Büroimmobilie der LBBW auch (Foto: Domenic Driessen)

Das markante Gebäude auf der Großen Bleiche steht wieder leer. Vor Jahren sollte es abgerissen werden und einem Neubau weichen. Jedoch legte der Kulturclub schon schön im Erdgeschoss Einspruch ein, da er noch einen Mietvertrag bis 2025 besitzt. Der neue Eigentümer, die stadtnahe Mainzer Aufbau Gesellschaft (MAG), musste einlenken und eine neue Idee wurde zusammen mit der Stadt geboren: Während der Flüchtlingskrise 2016/17 wurde das Allianzhaus als Flüchtlingsunterkunft ertüchtigt. An die 200 Menschen fanden seitdem dort Platz. Nun sind die verbliebenen 143 ausgezogen und ihre – als auch die Zukunft des Allianzhauses – steht wieder offen.

(mehr …)

| | Kommentare deaktiviert für Comeback für die Mainzer City – Wie geht es nach Corona weiter?

Comeback für die Mainzer City – Wie geht es nach Corona weiter?

Geschlossene Cafés, Restaurants und Läden prägen aktuell das Stadtbild. Ein teilgeöffneter Einzelhandel – die gängige Shopping-Vorstellung ist außer Kraft gesetzt. Einkaufserlebnisse, auf die man vor Corona Wert gelegt hat, sind zunächst Geschichte. Die Pandemie verändert die Entwicklung der Innenstädte rasant.

(mehr …)

| | Kommentare deaktiviert für Die Lichter der Stadt – Wie Lichtkonzepte zum Image der Stadt beitragen

Die Lichter der Stadt – Wie Lichtkonzepte zum Image der Stadt beitragen

Projektion von Flashlines von Daniela und Pascal Kulcsar (Foto: Joscha Brück)

Zu allen Zeiten und in allen Kulturen spielte Licht eine zentrale Rolle. Licht ist nicht nur eine Frage von Technologie oder Elektrizität, sondern auch von Kultur und so mit einer großen Symbolkraft verbunden. Auch in Mainz wird durch den Einsatz von Licht und durch das Inszenieren der Stadträume und Bauwerke das Stadtimage und Stadtbild in besonderer Weise betont. Städte wie Frankfurt mit eigenen Lichtmessen geben dem Thema eine stärkere, auch wirtschaftliche, Bedeutung. Licht fördert die Lebensqualität und die Lebensart sowie soziale Kontakte und Kommunikation. Die Stadt wird zur Bühne. Neben diesen Aspekten muss Lichtplanung aber auch vermehrt ökologische Gesichtspunkte berücksichtigen. Das Thema Lichtsmog spielt hier eine immer größere Rolle. Städte setzen daher seit Jahren auf eine multifunktionale Lichtplanung. Wir machen uns auf die Suche nach dem Licht in der Stadt.
(mehr …)

| | Kommentare deaktiviert für Lichtblicke – Der Kampf um den Dannenröder Forst geht weiter

Lichtblicke – Der Kampf um den Dannenröder Forst geht weiter

300 Jahre alter Mischwald. Trinkwasserschutzgebiet, Naturschutzgebiet: Der Dannenröder Forst (auch Dannenröder Wald) ist ein etwa 1.000 Hektar großer und rund 250 Jahre alter Dauer-Mischwald zwischen Homberg (Ohm) und Stadtallendorf, etwa 20 Kilometer östlich von Marburg in Hessen. Für den Weiterbau der Autobahn 49 sollen 85 Hektar Waldfläche gerodet werden, 27 davon im Dannenröder Forst. Außerdem wird eine Versiegelung von 123 Hektar Fläche mit Asphalt erwartet. Dagegen regt sich Widerstand, wie schon vor wenigen Jahren im Hambacher Forst.
(mehr …)

| | Kommentare deaktiviert für Staatstheater: Malaktion zu Bremer Stadtmusikanten

Staatstheater: Malaktion zu Bremer Stadtmusikanten

Wenn Familien in der Vorweihnachtszeit nicht ins Theater kommen dürfen, kommt das Theater zu ihnen. Mit einer großen Malaktion werden Kinder dazu eingeladen, sich kreativ dem berühmten Märchen zu widmen. Die einzige Vorgabe ist, ein Bild der Bremer Stadtmusikanten selbst zu malen und dieses dann per Post oder eingescannt per Mail an das Staatstheater zu senden.  (Foto: Staatstheater Mainz)
(mehr …)

| | Kommentare deaktiviert für Zwischen Naturschutz, Management und Wildbolognese

Zwischen Naturschutz, Management und Wildbolognese

Viele Möglichkeiten zu Spaziergängen unter dichten Bäumen gibt es in Mainz und Umgebung wahrlich nicht. Der Lennebergwald bei Gonsenheim bildet eine Ausnahme. Vielfach als liebstes Naherholungsgebiet der Mainzer bezeichnet, ist er vor allem Waldliebhabern und Joggern bekannt. Was viele nicht wissen: Im Lennebergwald wird unter besonderen Bedingungen und strenger Aufsicht auch gejagt.

(mehr …)

| | Kommentare deaktiviert für Barcelona, Madrid, Mainz: Das Studio „h49“ in Hechtsheim

Barcelona, Madrid, Mainz: Das Studio „h49“ in Hechtsheim

Idylle in Pink: Susana de Val und Markus Haub

Ein gut gelauntes „Hello“ singt Künstlerin Susana de Val von ihrem Balkon, als die Nachmittagssonne noch einmal alles gibt und sich filmreif über das beschauliche Wohngebiet legt. Die Straße „Am Hechenberg“ liegt in einem ruhigen Viertel in Mainz-Hechtsheim. Drumherum ist es grün, es wird gejoggt, geradelt, Kinder spielen auf einer abgelegenen Wiese, und die Nachbarn grüßen im Vorbeigehen. „Hier bin ich aufgewachsen. Einige der Anwohner kennen mich, seit ich ein kleines Kind war“, sagt Markus Haub. Sein Vater war einer der ersten Grundstückseigentümer, die ein Haus in der Straße bauten. Das war Mitte der 60er Jahre und weil er Gefallen an der Umgebung fand und sich eine gute Gelegenheit bot, baute er 1980 nebenan gleich noch ein zweites. Das Planen und Bauen von Häusern war für den Konstrukteur und Handwerker, der in diesem Jahr verstarb, eine Leidenschaft. „Ich glaube das Wort ‚solide‘ hätte seine Arbeitswei- se sehr gut beschrieben“, so der Sohn, der sich die Frage stellen musste, wie es mit dem Haus weitergeht.
(mehr …)

| | Kommentare deaktiviert für Wie das Mainzer Tierheim durch den Winter und die Corona-Krise kommt

Wie das Mainzer Tierheim durch den Winter und die Corona-Krise kommt

Neugierige Hunde, dösende Katzen, huschende Kaninchen und zwitschernde Vögel – im Innenhof des Mainzer Tierheims streift nahezu jeder Blick ein Lebewesen. Hinter einem grünen Sichtschutz unter der Mombacher Hochbrücke stehen neun Häuschen: drei für Hunde, zwei für Katzen und der Rest für Klein- und Wildtiere – fast alle voll besetzt. Es regnet, während die Vorsitzende Christine Plank uns herumführt. Trotzdem wird an allen Ecken und Enden im Freien gearbeitet. Planks Schritt ist so zügig und bestimmt wie ihre Antworten auf meine Fragen. Sofort ist klar: Mit romantischer Verklärung kann man hier nichts anfangen. Dafür sind alle mit ganzem Herzen bei der Sache und Christine Plank kennt die Geschichte jedes einzelnen Tieres.
(mehr …)

| | Kommentare deaktiviert für Obdachlose in Mainz & der Corona-Winter

Obdachlose in Mainz & der Corona-Winter

Sprechstunde“ im Arztmobil: Praxis auf Rädern für Wohnsitzlose

Die Tage sind kurz und die Nächte lang und kalt. Für Menschen ohne festen Wohnsitz wird dieser Winter nicht nur eisige Temperaturen, sondern auch das Coronavirus zur Gefahr. Durch die Pandemie hat sich ihre Situation schon seit dem Frühjahr verschlechtert – auch in Mainz gibt es immer weniger Rückzugsmöglichkeiten. Die Schlafplätze in Wohnheimen sind oft belegt, Beratungs- und Hilfsangebote wurden reduziert, Teestuben und andere Stätten für Tagesaufenthalte sind wegen Kontakt- und Hygienevorschriften nur eingeschränkt nutzbar. Viele Wohnsitzlose sind deshalb rund um die Uhr zum Leben auf der Straße verdammt.
(mehr …)