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Ab ins Nass! – Badeseen und Strände rund um Mainz

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Die heißen Tage kommen. Hier ein paar Tipps mit zur Abkühlung – die besten Bade-Locations rund um Mainz.

Altrheinsee Eich

Zum kostenlosen Planschen lädt der Badestrand am Altrheinsee der Gemeinde Eich ein. Der große See ist durch die Förderung von Kies und Sand entstanden. Im nördlichen Teil befindet sich eine Liegewiese mit Toiletten. Ein Kiosk versorgt Besucher mit Snacks. In der ausgeschilderten Badezone fällt der Strand flach ab, an anderen Stellen kann der Sprung ins kühle Nass wegen steiler Sandufer gefährlich werden. An der tiefsten Stelle geht es im Altrheinsee 29 Meter hinab! Eine Überwachung durch die DLRG gibt es nicht.

Mit dem Auto fährt man über die Bundesstraße B9 in Richtung Worms, dann über Guntersblum und Gimbsheim in Richtung Eich. Hinter Gimbsheim links abbiegen, danach ist der Strand ausgeschildert. Ein Parkplatz ist vorhanden, dieser kostet 4 Euro pro Pkw und Tag. Mit dem Zug fahren Mainzer nach Guntersblum, dort steigt man in die neue Radbuslinie 432 um. Dieser Bus nimmt in den Sommermonaten auf seinem Anhänger bis zu 12 Fahrräder mit, sodass Ausflügler auch den idyllischen Radfernweg „Veloroute Rhein“ zwischen Oppenheim und Worms erkunden können. Um zum Altrheinsee zu gelangen, steigt man in Eich an der Haltestelle Gasthaus Zur Sonne aus. Nach wenigen Minuten Fuß- oder Radweg in Richtung Norden erreicht man das zum Baden freigegebene Strandstück.

Rettbergsaue

Mitten im Rhein zwischen Mainz und Wiesbaden liegt die Rettbergsaue: eine längliche Insel perfekt für einen Kurzurlaub vom Alltag. Fast 90 Prozent sind Naturschutzgebiet. Die restliche Fläche steht für Naherholung zur Verfügung. Es gibt hier keinen Straßenverkehr und Hunde haben keinen Zutritt. Die Insel teilt sich in den Biebricher Teil im Osten und den Schiersteiner Teil im Westen. In beiden Bereichen ist das Freizeitangebot vielseitig: Bolzplatz und Spielflächen für Basketball, Volleyball, Badminton und Tischtennis. Auch Grill- und Spielplätze stehen zur Verfügung. Imbisse sorgen für das leibliche Wohl und wer möchte, kann sich auf einem der Campingplätze einquartieren. Dies muss man allerdings drei Tage im Voraus anmelden. Zu empfehlen sind die weißen Sandstrände an der westlichen Spitze. Sie befinden sich innerhalb einer Bucht. Das ist besonders für Familien mit Kindern von Vorteil, da hier die Strömung geringer ist. Aufgrund der Bauarbeiten an der Schiersteiner Brücke gelangt man im Moment nur über die Personenfähre „Tamara“ auf die Insel, die auf der Wiesbadener Seite ablegt. Erwachsene zahlen für die Überfahrt 4 Euro, Kinder zwischen 4 und 16 Jahren die Hälfte.

Badesee Walldorf

Wer ein Auto hat, gelangt innerhalb einer halben Stunde zu einem der beliebtesten Badeseen in der Region nahe Mörfelden-Walldorf. Der See liegt südlich des Frankfurter Flughafens an der Aschaffenburger Straße. Trotz Autobahnnähe kann man hier entspannen, denn das 30 Hektar große Areal ist rundherum von Wald umgeben, was für eine schöne Kulisse sorgt. An der Südspitze der ehemaligen Kiesgrube befindet sich ein Sandstrand mit Beachvolleyballfeld, Tischtennisplatten, Grillplatz, Kiosk und sanitären Anlagen. Für PKW wird eine knackige Parkgebühr von 7 Euro pro Fahrzeug erhoben, ab 17 Uhr die Hälfte. Fahrräder und E-Bikes sind kostenlos. Geöffnet ist die Badestelle täglich von 9 bis 21 Uhr.

Waldschwimmbad Rüsselsheim

Wer unter Aufsicht der DLRG baden möchte, dem kann man das Waldschwimmbad Rüsselsheim empfehlen. Die idyllische Lage im Wald macht das Bad, das eigentlich ein Baggersee ist, besonders reizvoll. Auf den Liegewiesen ist Grillen erlaubt und auch einen Sandstrand, einen Kiosk und sanitäre Anlagen gibt es. Im Wasser kann man bei sehr guter Wasserqualität chillen oder sich an Land auf dem Beachvolleyballfeld und an den Tischtennisplatten austoben. Für Kinder sind Spielgeräte vorhanden. Die Öffnungszeiten sind in der Woche 10-20 Uhr, am Wochenende von 8-20 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Um mit dem ÖPNV zum Waldschwimmbad zu gelangen, nimmt man zunächst die Bahn bis zum Bahnhof Rüsselsheim und steigt dann in die Buslinie 51 bis zum Friedhof am Waldweg um. Dann muss man einen Kilometer laufen. Mit dem Auto dauert die Fahrt von Mainz etwa 25 Minuten. Direkt vor dem Eingang liegen Parkplätze.

Raunheimer Waldsee

Wer auf Action steht, ist am Waldsee bei Raunheim richtig: Hier ist die Wakeboarding-Anlage „Wakeport“, die mit Wakeboarding, StandUp Paddling, Strand und Chillout-Bereich „ein kleines Stück Australien im Herzen des Rhein-Main-Gebiets“ verspricht. Um die Ecke hat ein Investor 2018 unter dem Namen „Pinta Beach“ einen Beachclub mit Aquafunpark errichtet. Besucher können an einem eingezäunten Strand auf schwimmenden Inseln im Wasser über Hindernisse klettern, rutschen und springen. Am Strandabschnitt gibt es weißen Sand, Palmen und Sonnenliegen im Ibiza-Style sowie eine Bar mit Getränken und Speisen. Der Zugang zum Beachclub ist mit 2,50 Euro pro Erwachsenen recht günstig, Kinder bis 6 Jahren haben freien Eintritt. Wer den Aquafunpark im Wasser nutzen möchte, zahlt nochmal 8 Euro für 60 Minuten inklusive Einweisung. Einen Wermutstropfen gibt es: Am Einlass wird kontrolliert. Und das Mitbringen eigener Verpflegung ist mittlerweile bis auf Wasser in Plastikflaschen nicht erlaubt. Öffnungszeiten sind Mo-Fr von 10 bis 20 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertage 8-20 Uhr. Am Wochenende kostet der Parkplatz 4 Euro pro PKW. Mit der S-Bahn kann man vom Hauptbahnhof den Raunheimer Bahnhof erreichen. Von dort aus sind es dann bis zum See noch einmal etwa 20 Minuten Fußweg oder acht Minuten mit dem Fahrrad.

Nonnenau

Die Nonnenau in Ginsheim-Gustavsburg ist einen Tagesausflug wert. Sie lädt zu Radtouren und Spaziergängen ein und hat im Norden eine kleine Badebucht. Hier kann man sich fernab des Großstadttrubels abkühlen und im Rhein vorbeifahrenden Jetski- und Motorbootfahrern zuschauen. So mancher Besucher hat sogar sein Board zum StandUp Paddlen dabei. Allerdings sollte man – wie an allen Rheinstränden – nicht zu weit hinausschwimmen. Die Gemeinde warnt ausdrücklich vor Tiefen und Strömungen im Fluss. Von Süden her ist die Nonnenau über einen Damm zugänglich. Von Ginsheim aus bietet die Altrheinfähre „Johanna“ eine ganzjährige Verbindung zwischen dem Ginsheimer Ufer und der Rheininsel. Die Überfahrt dauert keine fünf Minuten und kostet für Erwachsene 1,50 Euro, für Kinder 50 Cent. Die Fähre verkehrt Di-So von 10-19 Uhr. Anschließend sind es etwa 10 Minuten zum Strand.

Großer Woog (Darmstadt)

Schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts wird in diesem Naturfreibad gebadet, das heute besonders bei Familien beliebt ist. Der Badesee ist eine kleine Oase in der Stadt. Einfach mit der Regionalbahn nach Darmstadt Hauptbahnhof fahren und eine direkte Busverbindung bringt Schwimmwütige von dort zur Haltestelle „Woog“. Der See ist umgeben von einer idyllischen Parkanlage, Besucher haben die Wahl zwischen zwei Badestellen: Der Bereich an der Ostseite des Sees heißt „Insel“ und ist mit seinen Liegewiesen und dem flachen Ufer für Kleinkinder geeignet. Zur Ausstattung gehören ein Kinderplanschbecken und eine Wasserrutsche, die auch den Großen Spaß macht.

Im Westen des Sees lädt das „Familienbad“ mit einem denkmalgeschützten Badehaus, breiten Betonstegen, auf denen man liegen kann und einem 10-Meter-Sprungturm zu mehr Action ein. Außerdem gibt es am Woog einen Kinderspielplatz und einen Bootsverleih. Eine Badeaufsicht, sanitäre Anlagen und ein Kiosk runden das Angebot ab. Das Bad hat in der Saison bis 20 Uhr geöffnet und kostet für Erwachsene 3,30 Euro, für Schüler, Studenten und Kinder 1,60 Euro Eintritt. Die Familienkarte kostet 6 Euro.

Fazit

Zwar gibt es direkt in Mainz keinen See. Mit jeweils einer halben Stunde Fahrt sind aber zahlreiche Bademöglichkeiten zu erreichen. Alle Seen verfügen über sanitäre Anlagen und gastronomische Einrichtungen, in denen man ein Eis, Pommes oder ein kühles Bier bekommt. Leider haben die Eintrittspreise und Parkgebühren in den vergangenen Jahren angezogen. Die Seen und die Rettbergsaue bieten zudem zahlreiche Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Auf der Nonnenau sollte man genug eigenen Proviant dabei haben, denn am Strand gibt es keine Infrastruktur. Der Aufenthalt auf beiden Rheininseln ist kostenlos, allerdings kosten die Überfahrten mit der Fähre eine Gebühr. Am Rhein ist aufgrund von gefährlichen Strömungen nur Planschen in Ufernähe empfohlen. Wer richtig Schwimmen will, ist an einem der Seen besser aufgehoben.

Sophia Krafft