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Draußen-Sportarten: Minigolf im Mainzer Volkspark

Ob als Ausflugsziel mit Kids, für den Urlaub oder just for fun: „Minigolf ist zwar Oldschool, aber nicht aus der Mode gekommen“, so Klaus Bals, Pächter der Minigolf-Anlage im Mainzer Volkspark. Vom Stadtpark kommend, liegt der Platz direkt hinter der Brücke zum Volkspark. Zusammen mit seiner Frau Jutta sorgt Klaus seit 2016 dafür, dass hier jeder mit Vergnügen seinen Schläger schwingen kann. Die Regeln sind bekannt: mit möglichst wenig Schlägen den Ball ins Loch und selten, aber möglich: ein Ass schießen, auch bekannt als „Hole-in-one“.

Das Pächter-Pärchen vom Minigolf
Volkspark: Klaus und Jutta Bals

Mainz als Weltspitze
18 Bahnen zählt die 3.500 qm große Anlage im Volkspark. Für zwei bis vier Euro pro Spiel ist der Freizeitsport für jeden erschwinglich. Anders als bei der Minigolf-Anlage auf dem Hartenberg, ist der Platz im Volkspark für den reinen Freizeitsport vorgesehen. Da Minigolf als Wettkampfsport weniger bekannt ist, überrascht es den ein oder anderen vielleicht zu hören, dass es auch Landes- und Deutsche Meisterschaften gibt. In regionalen Vereinen wird sich in regelmäßigen Trainings auf die Wettbewerbe vorbereitet. Sogar international messen sich die Minigolfer. Und die Deutschen schneiden alles andere als schlecht ab: 2019 belegten unsere Damen den ersten Platz bei der Weltmeisterschaft in China – die Herren fuhren als Vizemeister nach Hause. Fun Fact: Über die Hälfte des deutschen Minigolfteams bestehen aus Mainzer Spielern! Wo also auf dem Hartenberg bereits fleißig für den Präzisionssport trainiert wird, entschieden sich die Bals im Volkspark bewusst gegen einen weiteren Minigolf-Verein: „Der Platz soll für alle zur Verfügung stehen und nicht für Wettbewerbe geschlossen sein“, so Klaus Bals.

Alte Weinfässer als Ablage

Aufsicht und Anleitung
Das Angebot im Volkspark wird rege wahrgenommen. Im Sommer tummeln sich morgens ab zehn Uhr die ersten Schulklassen auf dem Gelände, dazwischen kommen Familien oder Studierende mit Schorle in der Hand oder Rentner, die als Stammgäste mehrmals die Woche vorbeischauen. Bis 17.30 Uhr können Minigolfbegeisterte Montag bis Sonntag ihr Spiel starten. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt: Eis zum günstigen Preis sowie Kaffee, Bier und sogar ein eigener Schorle-Wein, der „Smiley- Wein“, lassen niemanden auf dem Trockenen sitzen. „Auch wir wollten wieder unter Menschen und draußen sein“, erklärt Jutta ihre Entscheidung, als neuer Pächter aufzutreten und dafür ihren alten Job im Vertrieb zu kündigen. Bereut hat sie es nicht. Obwohl beide nie im Verein gespielt haben, sind sie mittlerweile fast schon Profis. Mit Videos wie „18 Bahnen – 18 Asse“, zeigen sie auf ihrer Facebook-Seite, wie ein richtiger Lauf aussieht: ob um die Ecke gespielt oder den Ball durch einen Tunnel geschlagen – ein perfektes „Hole-in-one“ ist keine Seltenheit für das Paar. Um den Gästen ebenfalls ein Erfolgserlebnis zu schenken, läuft Klaus während der Spielzeit über den Platz, gibt Tipps und zeigt auf Anfrage sein Können. „Klaus ist deutlich ambitionierter als ich“, gesteht Jutta. Sein Interesse für den Freizeitsport zeigt sich auch an dem kleinen Koffer, den er beim Spielen immer mit sich trägt. „Daran unterscheidet sich ein Freizeit- von einem ambitionierten Minigolfer“, so Jutta. Denn in dem Koffer befinden sich mehrere 100 Bälle, die ein Spieler je nach Wetter und Temperatur wechseln kann. Anders als beim Groß-Golf, wo für jedes Loch ein anderer Schläger benutzt wird, sind beim Minigolfen nämlich die Bälle ausschlaggebend.

Eis, Bier oder Wein zwischen den Partien

Training für jeden
Auch im Volkspark kommen einige Hobbyspieler zwei bis drei Mal die Woche zum Trainieren vorbei. Mit eigenem Schläger und dem obligatorischen Bälle-Koffer ausgestattet, üben sie an den 12 Meter langen Beton-Bahnen. Praktischerweise sind die „Original Minigolf-Anlagen“ patentiert und weisen überall den gleichen Standard auf, so dass im Prinzip überall auf der Welt gleich trainiert werden kann. Und wem Minigolfen am Tag zu unspektakulär ist: Einmal im Jahr veranstalten Jutta und Klaus eine Minigolf-Nacht. Dann wird der Pizzawagen neben den Platz gestellt und bei Flutlicht bis spät in die Nacht Bälle geschlagen. Und wer mit Minigolf nicht viel am Hut hat, kann auch einfach auf ein Eis, einen Kaffee oder eine Schorle vorbeikommen.
www.minigolf-mz.de
www.facebook.com/minigolf.mainz

Text Lilly Sommer Fotos Marla Dähne

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