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Der große Test: Die besten Mainzer Radläden

Endlich! Der Sommer ist da und die Meenzer schwingen sich wieder aufs Rad. Damit platte Reifen, kaputte Schalthebel und abgenutzte Bremsen dem Fahrvergnügen nicht im Wege stehen, haben wir Fahrradläden und -werkstätten in Mainz getestet.

Wildwechsel (Bauhofstraße 11)

Seit 15 Jahren bieten die Jungs von Wildwechsel beste Markenqualität – vom Mountainbike über das E-Bike, bis zum Liegerad. Und dazu eine persönliche Beratung. Fahrräder gibt es ab 600 Euro. Und auch T-Shirts kosten zwischen 70 und 90 Euro. Qualität hat seinen Preis. Eine Preisliste der Werkstattdienste ist online. Die kleine Inspektion kostet 35 Euro. Für Reparaturen muss vorher ein Termin vereinbart werden. Einmal im Jahr findet eine Fahrradbörse statt, auf der es Gebrauchträder zu kleinen Preisen gibt. Öffnungszeiten: Mo – Mi und Fr 10 – 19 Uhr, Do 12 – 20 Uhr und Sa 10 – 16 Uhr

Radgeber (Werkstatt: Hintere Bleiche 7, Verkauf: Christofsstraße 5, Flachsmarkt 1)

Obwohl es noch früh am Morgen ist, steht die Kundschaft Schlange. Auch hier geht es nicht ohne Termin. Die Preise werden je nach Aufwand und Material berechnet – Achtung vor teuren Überraschungen. Ob die Radgeber auch Radexperten sind? „Irgendwann wird man zu einem“, sagt Mechaniker Carsten Koch. Das Hauptgeschäft für den Verkauf befindet sich in der Christofsstraße. Cargo und Spezialräder gibt es am Flachsmarkt. Verkaufspreise für Stadträder starten bei etwa 770 Euro. Öffnungszeiten: Mo – Fr 10 – 19 Uhr, Mo und Mi auch 7:30 – 9 Uhr (Werkstatt) Mo – Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 – 15 Uhr (Verkauf)

pedalist (Adam-Karillon-Straße 44)

Die Kundschaft des Pedalisten in der Neustadt steht bis auf die Straße. 40 Räder warten auf eine Reparatur. Zwischendrin müssen Reifen aufgepumpt und Fahrradkörbe montiert werden. Vor acht Jahren hat Christoph Becker die kleine Werkstatt gegründet. Trotz großen Andrangs nimmt er sich Zeit für die Beratung und einen Schnack. Die Inspektion kostet 49 Euro. Wer es customized mag, ist hier genau richtig. Der Pedalist ist ein wahrer Spezalist für Einzelanfertigungen. Ab 1.200 Euro kann vom Gestell über den Sattel bis zur Farbe alles selbst ausgesucht werden. Öffnungszeiten: Di – Fr 12 – 19 Uhr, Sa 10 – 14 Uhr

Radhaus (Holzhofstraße 11)

Das Radfahren in Mainz fördern, das möchte das Team vom Radhaus. „Wir sind eine echte Mainzer Institution“, sagt Basti. Denn seit über 35 Jahren werden hier mit viel Eifer Räder verkauft und repariert. Das Sortiment ist sehr breit aufgestellt: vom romantischen Bici Italia ab 400 Euro bis zum extremen Trekkingrad für 1.000 Euro ist alles dabei. Auch jegliches Zubehör ist in dem vollgestopften Laden zu finden. Der Fokus liegt auf dem Verkauf. Die Werkstatt im hinteren Teil des Geschäfts ist mehr eine Herzenssache. Fahrräder können ohne Termin vorbeigebracht werden, allerdings kann die Wartezeit bis zu zwei Wochen dauern. Öffnungszeiten: Mo – Fr 10 – 18 Uhr, Sa 10 – 16 Uhr

Uni Bike (Jakob-Welder-Weg 30a)

Mitten auf dem Campus gelegen, ist Fahrradwerkstatt Uni Bike. Wer nicht viel Geld für die Reparatur ausgeben möchte, ist hier genau richtig. „Uns geht es um Nachhaltigkeit“, sagt Damian, der seit sechs Jahren zum Kollektiv gehört. Für die Reparatur nutzen die Schrauber gebrauchte Radteile. Reparaturen starten ab sechs Euro. Reifenflicken ist kostenlos. Auch Gebrauchträder gibt es ab 75 Euro plus die Ein-Monats-Garantie. Meistens erfolgt die Reparatur noch am selben Tag. Werkzeuge können kostenlos ausgeliehen werden. Öffnungszeiten: Di – Do 11 – 16 Uhr

Zweiradboxx (Nackstraße 14)

20 Jahre gibt es den Laden von Roger Schlegel bereits. Der Rocker hat alles, was das Radlerherz begehrt. Ein paar Meter weiter befindet sich (s)eine extra Werkstatt. Der Plattfuß mit neuem Schlauch kostet 20-25, die volle Inspektion 40-50 Euro. Im Shop gibt es Räder sämtlicher Couleur: E-Bikes, Sportler, Cross oder Straßenesel, alles auch zum Vermieten, tageweise oder länger, dabei das Tandem mit 20-25 Euro pro Tag – gerne mit Voranmeldung, Ausweis und einer kleinen Kaution. Auch Gebrauchträder werden hier verkauft – ab 50 Euro geht es los bis 400 Euro das Stück. Auch wenn Roger manchmal etwas wortkarg wirkt (wie so manche Schrauber), ist er doch immer hilfsbereit. Ganz nach der Devise „nichts ist unmöglich“ erfüllt er viele Wünsche, soweit technisch machbar. Am liebsten customized! Öffnungszeiten: Mo, Mi und Fr 10 – 18 Uhr, Di und Do 14 -19 Uhr, Sa 10 – 14 Uhr

Cycle Planet (Holzhofstraße 34)

Cycle Planet hat sich auf Mountain- und E-Bikes spezialisiert. Mit seinem Geschäft hat Torsten Schey 1992 das Hobby zum Beruf gemacht und ist vor zwei Jahren in seine neuen Räume in die Altstadt gezogen. Der Verkaufsraum riecht nach Gummi und ein wenig Abenteuer. Direkt hinter der Theke schraubt Mechaniker Jan Gärdes an einem der Räder. Mountainbikes, vorzugsweise der Marken „Specialized“ und „Rotwild“ gibt es bei Cycle Planet ab 700 Euro, E-Bikes ab 3.000. Gebrauchträder sind nicht im Angebot. Equipment natürlich von Schlössern bis Funktionsshirts alles. Zur Hauptsaison bietet es sich an, einen Termin zu vereinbaren, da das spezialisierte Geschäft viel Kundschaft aus der ganzen Region bedient. Öffnungszeiten: Di – Fr 11 – 19 Uhr, Sa 10 – 14 Uhr

Riesenrad (An der Goldgrube 4)

Kein Fahrradladen ohne Wortwitz – das haben sich die Jungs in der Oberstadt gedacht. Die selbsternannte „Werkstatt mit Verkauf“ ist ein Meisterbetrieb mit zwei Meistern, bei denen sich alles um die optimale Beratung dreht. David Lauzi bedient mit Vorliebe ohne Termin: „Man muss zuerst den ‚Patienten‘ sehen“, lautet sein Grundsatz. Riesenrad ist vor allem im Trekkingbereich zuhause, verkauft aber auch E-Bikes und 20 Zoll-Kompakträder. Vor dem Kauf wird man ausführlich beraten, kann seine optimale Sitz- und Lenkerhöhe austesten und Probe fahren. Neue Räder gibt es ab 700 Euro, dazu eine kleine Auswahl an Gebrauchträdern. Öffnungszeiten: Mo – Mi und Fr 12 – 19 Uhr, Do und Sa 10 – 14 Uhr

Bike- und Triathlonshop Wein (Am Leichborn 26)

Seit 2001 führt Heiko Wein-Kunz das Geschäft in Gonsenheim. Er hat sich auf Rennräder, Radbekleidung, Radequipment und Triathlonartikel spezialisiert. Die Preise sind relativ hoch, da er ausschließlich hochwertige Markenartikel im Sortiment hat. Beratung und Fachkompetenz ist auch mehr als zufriedenstellend. Das Personal weiß genau, was Fahrradliebhaber wollen. Neben dem Shop gibt es auch eine Werkstatt. Das Angebot reicht von Wartungsarbeiten bis zum Komplettaufbau. Für Profis daher sehr zu empfehlen; für Hobbyfahrer reicht auch ein günstigeres Rad. Öffnungszeiten: Mi – Fr 13 – 18 Uhr, Sa 10 – 14 Uhr (Verkauf), Mo – Fr 9 – 19 Uhr, Sa 10 – 14 Uhr

Zweiradservice Lehn (Hauptstr. 77)

Schon fast 100 Jahre werden in dem kleinen Laden Zweiräder aller Art repariert. Einst Tankstelle mit Werkstatt, wirken Verkaufsraum, Innenhoflager und Werkstatt heutzutage schon etwas beengt. Dirk Lehn hat den Betrieb 2008 übernommen und bewusst kaum verändert. Neue und gebrauchte Roller verkauft er sogar, Fahrräder aber nicht – die werden nur repariert und in Schuss gehalten. Lehns Kunden rufen an und kommen kurzfristig oder einfach spontan. Bei 30 Euro startet die Inspektion für Mountainbikes, bei 35 Euro für „normale“ Fahrräder, je nach Aufwand und Ersatzteilen. Begeistert ist Dirk übrigens von E-Bikes. Öffnungszeiten: Mo – Fr 9:30 – 18 Uhr, Sa 10 – 13 Uhr

Fazit

Ob 0815 oder total abgedreht – für alle Radfahrer sind geeignete Geschäfte zu finden. Teils variieren das Angebot, Konzept und der Preis, Qualität und Beratung gibt es aber überall. Für Schnäppchenjäger lohnt es sich, hier und da nach Gebrauchträdern zu schauen oder die hiesigen Fahrradbörsen und –märkte zu durchstöbern (alle Termine online). Am günstigsten ist mit Abstand die Werkstatt von Uni Bike. Bei Reparaturen muss während der Hochsaison überall mit langen Wartezeiten gerechnet werden.

Text Lisa Winter Fotos Stephan Dinges

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