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Premiere des Stadtschreiber-Filmes von Feridun Zaimoglu: Autor stellt „Istanbul vor

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Der Mainzer Stadtschreiber 2015, Feridun Zaimoglu, wählte Istanbul als Thema seiner Filmdokumentation, die er als Teil des Stadtschreiber- Literaturpreises mit dem ZDF realisierte. Der Film wird als Premiere am 22. Oktober um 19 Uhr im Gutenberg-Museum in Anwesenheit von Feridun zu erleben sein. Das ZDF wird den Film am 25. Oktober um 00.20 Uhr ausstrahlen.

Zaimoglu fuhr mit dem Bus rund drei Tage nach Istanbul in das „Siebentürmeviertel“ benannte Arbeiterviertel – jenen Ort, an dem sein Vater aufgewachsen war – und das zugleich Handlungsort und Titelgeber des soeben erschienenen neuen 800-Seiten-Werkes Zaimoglus ist, das es auf Anhieb in die „Long List“ zum Preis des Deutschen Buchhandels schaffte.
Im Anschluss an die Vorpremiere folgt ein Podiumsgespräch mit Werner von Bergen (ZDF) und Zaimoglu zur Entstehung des Filmes.

Zum Autor
Der Mainzer Stadtschreiber 2015, Feridun Zaimoglu, wurde 1964 in Bolu / Türkei geboren und ist seit 1984 in Kiel beheimatet. Er ist der 31. Träger des Literaturpreises. Erstmalig war der Literaturpreis 1985 an die Schriftstellerin Gabriele Wohmann verliehen worden. Feridun Zaimoglu produzierte – wie seine Vorgänger – gemeinsam mit dem ZDF eine Dokumentation nach freier Themenwahl.

Feridun Zaimoglu kennt sich in den Ghettos der Großstädte ebenso gut aus wie in der Märchenwelt der deutschen Romantik. Mit „Kanak Sprak“ schenkte Zaimoglu der deutschen Literatur eine kraftvolle Kunstsprache, die den Sound von türkischstämmigen Jugendlichen authentisch einfängt und zugleich einen ganz eigenen, beispielgebenden Sprachstil prägte. Zugleich, so die Jury, sei Zaimoglu ein „großer Erzähler von Liebesdramen, die er in seinem mal hitzigen, mal frostigen musikalischen Sprachstil zwischen den Kulturen von Okzident und Orient“ spielen lasse.

Zaimoglu lebt seit seiner Kindheit in Deutschland, studierte Kunst und Humanmedizin in Kiel, wo er seither als Schriftsteller, Dramatiker, Drehbuchautor und Journalist arbeitet. Seinen ersten Erfolg erlebte er 1995 mit einem Buch, dessen Titel zu einem sprichwörtlichen Begriff geworden ist: „Kanak Sprak“.

Mit „Abschaum“ (1997) veröffentlichte Zaimoglu das Lebensprotokoll eines drogenabhängigen Kleinkriminellen, das später unter dem Titel „Kanak Attack“ verfilmt wurde. Mit dem viel gelobten Erzählband „Zwölf Gramm Glück“ gelang ihm 2004 der Schritt vom Kult-Autor zum anerkannten deutschen Schriftsteller.

Ebenso wie in seinen Erzählungen geht es in Zaimoglus Romanen um die Suche nach dem Glück am Rande der Gesellschaft, um das Suchen und Finden von Heimat zwischen Deutschland und der Türkei. Mit Romanen wie „Leyla“ (2006), „Liebesbrand“ (2008), „Hinterland“ (2009) und „Ruß“ (2011) unterstrich der Autor seinen Rang.

Soeben erschien sein neuer Roman „Siebentürmeviertel“, ein 800-Seiten-Werk, an dem Zaimoglu über drei Jahre arbeitete – und das jenes Istanbuler Arbeiterviertel beschreibt, in dem der ZDF-Film spielt.

Zaimoglu setzte sich engagiert in der Integrationsdebatte ein, war 2006 Mitglied der Ersten Deutschen Islamkonferenz und nahm 2009 für die Grünen an der Wahl des Bundespräsidenten teil. Der bekennende Fußballfan, der ohne Internet auskommt und seine Bücher mit einer elektrischen Schreibmaschine schreibt, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem:

– den Ingeborg-Bachmann-Preis der Jury
– den Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein
– den Adelbert-von-Chamisso-Preis
– das Villa Massimo-Stipendium
– den Belletristik-Corine-Preis sowie
– den Preis der Literaturhäuser