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Der große sensor-Test: Mainzer Frühstückslokale

Für alle, die gerne Zeit mit den Liebsten bei einem gemütlichen Frühstück verbringen, haben wir unsere Frühstück-Locations Favoriten ausprobiert und zusammengestellt: Abwechslung zu den eigenen vier Wänden.

Hygge (Rhabanusstraße 13 am Bahnhof)

Das Hygge ist bekannt für sein gutes Frühstück, aber auch seinen ausgezeichneten Mittagstisch. Der Name „Hygge“ kommt aus dem dänischen und bedeutet eine gemütliche, herzliche Atmosphäre, in der man das Gute des Lebens mit netten Leuten zusammen genießt. Das warme Licht der Kerzen ist „Hygge“. Freunde und Familie gehören auch zur „Hygge“. Und nicht zu vergessen das Essen und Trinken – das heißt für Dänen am liebsten mehrere Stunden am Tisch zu sitzen und sich gemeinsam mit den größeren und kleineren Dingen des Lebens auseinanderzusetzen, zum Beispiel einem ausgedehnten Frühstück. Hier im Hygge auch mit skandinavischem Einschlag und vor allem leckerem Kuchen. Zu allen Frühstücken mit dänischem Namen wie „lille“, „fisk“ und „sod“ kommt Vetters Brot. Die Preise rangieren zwischen 6 bis 9 Euro. Cappuccino 3, Milchkaffee 3,50 Euro. Lecker und meistens voll der Laden. 10 – 19 Uhr

Altstadt-Café (Schönbornstraße 9)

Katja Laun betreibt seit Jahren das schöne Café im Herzen der Altstadt mit sehr leckeren Sachen. Alles handgemacht, alles dauert ein wenig länger: „Hier muss man sich Zeit nehmen“, sagt Katja „es geht bei uns um das Genießen und im Moment zu leben“. Angeblich so wie vor 35 Jahren scherzt sie, nix bio, nix vegan, nix Lactose-Kram, aber echt immer wieder gut und besonders, vor allem die gemütliche Einrichtung samt Kinderecke, Wickeltisch und Kamin-Atmo. Das Studenten-Frühstück beginnt bei 5 Euro und es geht hoch bis zum großen deutschen, französischen, italienischen Frühstück bis um die 8 Euro. Der große Kaffee liegt bei 3, der Cappuccino bei 2,60 Euro. Genießer-Time! Frühstück gibt es hier bis 22 Uhr wer möchte!

Bagatelle (Gartenfeldstraße 22)

Der lauschige Gartenfeldplatz ohne die alteingesessene Bagatelle – undenkbar. Hier können Gäste mit Blick auf den grünen Platz inmitten der Neustadt gemütlich den Morgen begrüßen. Bei verschiedenen Frühstücksangeboten – für den kleinen wie den großen Hunger ist alles dabei. Auch die (Abende und) sonstigen Speisen werden immer beliebter, so dass die Bagatelle vor allem am Abend gut gefüllt ist. Toll ist das Frühstücks-Buffet jeden Sonntag von 10 bis 15 Uhr. Da ist alles dabei aus allen Frühstücken a la Carte, vom kleinen Bagatelle Frühstück (2,50 Euro) bis zum Friesischen Frühstück (knapp 9 Euro). Milchkaffee 2,70, Cappuccino 2,40. 10 – 0 Uhr, Montag Ruhetag.

Krokodil (Sömmeringplatz)

Im Kroko trifft man auf eine große Auswahl internationaler Frühstücksangebote. So finden sich italienische, französische, orietalische, russische und kanadische Alternativen auf der Speisekarte und locken mit ungewöhnlichen Zusammenstellungen. Die Teller sind gespickt und überladen mit Kleinigkeiten, frischem Obst und salzigen wie süßen Häppchen. Preislich erstrecken sich die Angebote von der kleinen französischen Variante mit Heißgetränk für 4,90 Euro bis zu dem teureren Moskau, oder Kanadischem Brunch für 12,90 Euro. Der Preis rechtfertigt sich mit frisch gepresstem Saft, Sekt, Süßem und viel Fisch. Am Wochenende ist ein Frühstück ohne Reservierung kaum möglich. Frühstück Mo-So 10-15 Uhr.

Möhrenmilieu (Adam-Karrillon-Straße 5)

Im Möhrenmilieu gestaltete es sich schwierig einen Platz zu ergattern, denn Bio & Vegan ist in der Neustadt sehr gefragt. Oder liegt es doch eher an der hippen Atmosphäre? Die Speisekarte verspricht gesunde, süße Sünden wie das „Britische Frühstück“ (Heidelbeer-Walnuss Scone, hausgemachte Marmelade, Schokoaufstrich, Obstsalat, Heißgetränk) oder herzhafte Varianten, wie das „Avocado Frühstück“ (Vollkorn-Dinkel- Chia Brot, Avocado mit Limette, Humus, Kräuterbutter, Tomaten-Apfel Chutney, Beilagensalat, Marmelade, Obstsalat). Das Auge isst mit: Die Teller unserer Tischnachbarn sehen üppig aus. Leider waren bei uns die Zutaten gerade aufgebraucht und wir mussten hungrig woanders hin

Café Raab (Kapellenstraße 31, Gonsenheim)

Wer sein ausgiebiges Frühstück gerne mit einem Waldspaziergang verbinden will, ist im Café Raab gut aufgehoben. Zwischen Kiefern findet man im Sommer auf der Terrasse und im Winter im Innenraum einen gemütlichen Platz. Willkommen zum Wohlfühlen lautet das Motto hier. Zu jedem Frühstück kommt ein Heißgetränk, sodass das Preis-Leistungsverhältnis von 6,10 bis 10,50 Euro angemessen ist. Die Auswahl erstreckt sich von einem süßen Frühstück über Frühstücksgewohnheiten verschiedener Nationen, gesunde, deftige und vegetarische Varianten. Die Zutaten sind klassisch, aber gut und den Ländern nach authentisch. Zu erwähnen ist auch das große Angebot an Kuchen und Torten, welche in der Tradition der Konditorfamilie selbst gebacken werden. Frühstück 8 – 16 Uhr

Café Citadelle auf der Zitadelle

In die Citadelle kommt man am besten sonntags zu einem ausgiebigen Brunch. Über den Dächern der Stadt kann man dann in alten Gemäuern zwischen 10 und 14 Uhr für stolze 18,90 Euro pro Person das große Brunch-Buffet genießen: Prosecco, warme Leckereien und Dessert inklusive – Zeit und Appetit muss man selbst mitbringen. An den anderen Wochentagen ist das Frühstücksangebot weniger spektakulär, wirkt etwas lieblos drapiert und ist zudem nur bis 11.30 Uhr erhältlich

Nelly‘s (Josefsstraße 5a)

Breite Auswahl an Frühstücken von klassischen „Brot-mit-Aufstrich“- Kombis bis hin zu Porridge und diversen Rührei-Variationen. Die lauschigen Fensterplätze mit großer Glasfront laden zum Verweilen ein. Das Sonntagsfrühstück kommt mit verschiedenen Wurst- und Käsesorten, zwei Eiern, Brotkorb, Croissant und frisch gepresstem Orangensaft. Letzterer ist heute (ein Montag) leider aus. Die üppig klingende Aufschnitt-Palette ist für den stolzen Preis (12,50 Euro) etwas mager, dafür kann man sich süße Aufstriche nach Belieben am Buffet nachfüllen. Brot und Croissant sind knusprig und lecker, die beiden Landeier („Land-“ steht hier für regionale Freilandhaltung) auf den Punkt gegart. Als zweites wählen wir das vegane Frühstück mit Hummus und Olivenpaste, die beide überzeugen. Das dazu gereichte „Gemüse der Saison“ (Tomaten im Januar?) ist leider bei beiden Frühstücken ohne Dressing und mutet eher dekorativ als geschmacksbereichernd an. Fazit: Lecker war’s, aber für den Preis dürfte es gerne ein bisschen spannender sein.

dicke lilli, gutes kind (Breidenbacherstraße, Ecke Gaustraße)

Vera Kohls Café gehört wohl schon zur Gaustraße wie die Golden Gate Bridge zu San Francisco. Das Angebot reicht von vier „Eggtastic“ Varianten mit je drei Bio-Eiern (ab 5,60 Euro) über tierfreies „Vincent Vegan“ Tofu-Scramble oder Obst (5,50 – 8,80 Euro) bis zu den „Dicken Platten“ (3,50 – 13 Euro). Wir entscheiden uns für drei wohlschmeckende Rühreier mit Feta, Minze und Zucchini (6,50 Euro) – die Portion ist ordentlich, bloß der Feta geht etwas unter. Wir probieren auch zwei hausgemachte „halbe“ Aufstriche (je 3 Euro) und sind vor allem von „Tomate-Ziegenkäse“ begeistert. Die dickste Platte „mr. hamtastic <3 cheese beautiful“ lässt sich alleine kaum bewältigen. Der Kräuterquark mundet hier besonders. Auf allen Tellern wird gemischter Salat platziert. Uns gefällt es hier. Frühstück 9 – 14 Uhr (an Wochenenden 10 – 15)

Oma Else (Jakobsbergstraße 12)

Köchin Lena zaubert hier Kreationen wie das üppige „Seemannsfrühstück“ (8,20 Euro), ein Haufen Bratkartoffeln mit zwei Spiegeleiern und kurzgebratenem Räucherlachs, dazu Kräuterquark und Kresse. Beim Klassiker „Oma Else“ (8,40 Euro) erfreuen uns die selbstgekochte Erdbeer-Kakao-Marmelade, der Fleischsalat und ein Ei zum Löffeln. Die Wurst- und Fleischwaren, z. B. zartgekochter Schinken, kommen frisch von der Metzgerei Luckas, die ohne Konservierungsstoffe oder Antioxidationsmittel in Finthen produziert. Auch die Backwaren sind aus der Nachbarschaft und das Gemüse ist vorwiegend regional. Sehr empfehlenswert. Frühstück 10 – 15 Uhr

Wilma Wunder (Markt & Ballplatz)

Enchilada-Tochter Wilma wirbt mit marktfrischen Produkten im süßen Hipsterkostüm. Zum Frühstück wird je eine Brottüte mit „Butterpraline“ (ein Stück Butter in Pralinenpapier) serviert, die drei leckere, vor Ort gebackene Brotsorten enthält. Mit Fensterblick lassen wir uns zunächst das „Dreikäsehoch“-Frühstück servieren. Zum gleichen Preis (8,90 Euro) gibt es „Wilmas Wurstküche“ mit Aufschnitt von „besonders artgerecht gehaltenen“ Schweinen. Unsere Empfehlung: Die perfekt gegarten Eggs Benedict auf Honigschinken und hauseigenem Roggenbrot mit Salat sind ihren Preis (8,50 Euro) absolut wert und machen pappsatt. Des Weiteren findet man auf der Karte Müsli, Waffeln, Pancakes und Omelette. Hinter der Konzeptgastro verbergen sich solide, frische Gerichte. Wir sind positiv überrascht.

von Ida Schelenz, Lena Frings, Thomas Schneider, David Gutsche
Fotos Stephan Dinges und Thomas Schneider

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