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Neues Irish Pub “Golden Harp” im Hauptbahnhof eröffnet

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von Felix Monsees, Fotos: Evelyn Dragan

Bert Nenner sitzt auf einem üppig gepolsterten Stuhl an einem Tisch im „Golden Harp“ und tippt auf seinem Laptop. Sein neues Irish Pub hat erst vor Kurzem eröffnet und vieles muss noch organisiert werden. Für das Gespräch mit dem sensor stellt er den Rechner weg und ordert zwei Portionen Fish and Chips.

Der Koch ist neu und erkundigt sich nervös, wie es geschmeckt hat. Gut war es, die Fischstücke sind saftig und die Panade knusprig. Zu vielen Dingen hat Bert Nenner eine sehr direkte Meinung, die er – verpackt in einem angenehmen, leichten Hessisch – gerne ausspricht. „Für den deutschen Gaumen ist das irische Essen ein Grauen. Wenn man durch Irland reist, sollte man lieber indisch essen.“ In seinem Pub wird deshalb Wiener Küche serviert. Neben Frühstück und zahlreichen Salaten bietet die Karte unter anderem ein Kalbsrahmgulasch mit Spätzle und viele Dessert-Spezialitäten: Kaiserschmarrn, Strudel und Mohr im Hemd fehlen nicht. Für den sensor gibt es den Klassiker: ein Original Wiener Schnitzel vom Kalb, aromatisch in Butterschmalz gebraten mit goldbrauner, welliger Panade. Nenner liebt die österreichische Hauptstadt und betreibt mit seinem Freund dort zwei weitere „Golden Harps“ sowie einen in Aschaffenburg. Auch in Spanien lebte Nenner eine Zeitlang und genoss das gute Wetter: „Sommer, Sonne, Schnauze voll“, nennt er die Gründe für seine Auszeit.

„Interessanter Standort“
Nach seinen Stationen in Österreich und Spanien hält Nenner nun also in Mainz. Eigentlich ist er gelernter Kirchenmaler und absolvierte eine klassische Klavierausbildung. Doch in seinem Lehrberuf wurde er nicht glücklich. „Als Restaurator kann man nicht kreativ arbeiten“, sagt er. Stattdessen hat sich der Malermeister mit eigenem Betrieb in seiner Heimatstadt Rodgau auf den Bau von Irish Pubs spezialisiert. „Ich habe eine große Liebe zu Irland und Fantasy. Das entspringt meiner Traumwelt. Die Menschen lieben es, ein bisschen weg von der Realität zu kommen“, beobachtet er. Tageslicht dringt durch die Buntglasfenster in Nenners Traumwelt im Hauptbahnhof. Für die Inneneinrichtung ist er mit dem Lkw durch Irland gefahren und hat in Lokalen der Inseln die Ausstattung aufgekauft: Blechschilder, Leuchter und weitere kleine Details, die nun auch die Wände im Mainzer „Golden Harp“ schmücken. „Der Standort hier ist interessant“, sagt Nenner über den Bahnhof, obwohl mehrere Gastronomen an der gleichen Stelle schon gescheitert sind. „Wenn man alles richtig und ordentlich macht, dann wird das auch funktionieren“, ist er sich jedoch sicher. Nicht immer ging sein Konzept aber auf. Zuletzt machte Nenner in Hanau schlechte Erfahrungen, seinen Kulturpalast musste er dort im Frühjahr 2011 schließen. Nun ist ein Behindertenwerk eingezogen, antwortet Nenner schmallippig. An einem Montagnachmittag in Mainz sind die meisten Tische frei. Mit Wiener Kaffeehaus-Kultur will er auch tagsüber Gäste locken. Jeden Wochentag gibt es eine Aktion: Karaoke, Studentenparty oder Brunch. Jeden Samstag findet im Obergeschoss die Konzertreihe „Harry´s Ballroom“ statt, veranstaltet von und mit der Künstleragentur Musikmaschine. Traditioneller Folkrock spielt dabei keine Rolle: „Das Gedudel geht doch jedem auf den Sack“, findet Nenner.

Rezept

Original Wiener Schnitzel (für 4 Personen)
Zutaten: 800g Kalbsoberschale, Salz, Pfeffer, 200g Butterschmalz, 4 Eier, Mehl, Paniermehl. Das Kalbfleisch in 8 Schnitzel à 100g portionieren und auf 6mm Dicke plattieren. Das Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen. Den Butterschmalz in einer Pfanne heiß werden lassen. Eier mit einer Gabel sorgfältig verschlagen. Die Schnitzel in Mehl wenden und überschüssiges Mehl abklopfen. Dann durch die Eimasse ziehen und in den Semmelbrösel wenden, leicht andrücken. Die Schnitzel in dem Butterschmalz von beiden Seiten langsam goldbraun braten. Im Golden Harp wird das Schnitzel mit einem – mit Essig und Öl angemachten – Kartoffelsalat serviert. Auf jeden Fall mit Zitrone anrichten.

Ein Kommentar “Neues Irish Pub “Golden Harp” im Hauptbahnhof eröffnet

  1. „Für den deutschen Gaumen ist das irische Essen ein Grauen. Wenn man durch Irland reist, sollte man lieber indisch essen.“

    With all due respect, but what a prick….

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