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Restaurant des Monats Mai: Hofgut Laubenheimer Höhe


Text: Michael Bonewitz
Fotos: Seweryn Zelazny

„Wow“, denkt man unweigerlich, wenn man zum ersten Mal auf der Panorama-Terrasse im Hofgut Laubenheimer Höhe steht – was für ein Ausblick. Sanft fließt der Rhein durch die Landschaft, am Horizont reckt sich die Skyline von Frankfurt in den Himmel, der Blick schweift vom Taunus bis zu den Ausläufern des Odenwalds.

Das urige Hofgut am obersten Ortsrand des Mainzer Stadtteils Laubenheim ist der jüngste gastronomische Spross von Christian Barth, Inhaber des Favorite-Parkhotels, der für die Stadt Mainz ein neues attraktives Ausflugsziel geschaffen hat.
Herzstück ist die Weinbergshütte, ein gut-bürgerliches Restaurant mit angeschlossener Panorama-Terrasse. 140 Sitzplätze stehen den Gästen zur Verfügung. Dass hier ein Neubau entstanden ist, glaubt man allenfalls, wenn man das langgestreckte Hofgut samt Hofscheune und Reithalle von außen betrachtet. Im Restaurant selbst ist Christian Barth ein architektonischer Kunstgriff geglückt: Die Gäste sitzen in einem urig-gemütlichen Raum, erleben ein Hüttenambiente mit Wohlfühlfaktor, als sei das Hofgut schon seit 30 Jahren hier etabliert. Gutsverwalter ist Martin Joham, ein Österreicher aus Kärnten, der seit 25 Jahren in der Gastronomie tätig ist und dem Dienstleistung und Service- Denken über alles geht. Das Konzept jedenfalls kommt an. Seit der Eröffnung brummt der Laden. Wer im Restaurant einen Platz sicher haben will, sollte telefonisch reservieren. Bei schönem Wetter darf‘s auch ein Spontanbesuch werden, dann steht zusätzlich reichlich Platz im Hofgarten zur Verfügung, allerdings heißt es bei den Getränken draußen Selbstbedienung, dazu gibt´s herzhafte Schmankerl vom Drehgrill.
In der Küche wirkt Sebastian Dilken, der im Novotel gelernt hat und ganz klar die Zutaten der Region in den Vordergrund stellt. Obst und Gemüse kommen aus Rheinhessen. Fleisch, Fisch und Geflügel aus Rheinland-Pfalz, die Wurstsorten werden exklusiv von der Metzgerei Elbling hergestellt.
Auch die Umwelt haben die Gastgeber auf der Laubenheimer Höhe im Blick. Nachhaltigkeit ist angesagt. Solarzellen auf dem Dach, die Heizung wird mit Holzpellets bestückt, das Regenwasser gesammelt und zum Bewässern verwendet. Allein für die Außengestaltung wurden 50 Bäume gepflanzt.
Die Weinkarte ist beachtlich mit beispielhaftem Rheinhessenschwerpunkt – eine tolle Auswahl. Einziger Kritikpunkt: Die Preise scheinen vereinzelt einen Tick zu hoch. Der Clou: Genießer internationaler Weine finden ein kleines, aber feines Angebot der „Great Wine Capital“-Mitglieder aus aller Welt. Übrigens: Im Keller lockt eine wohl sortierte Riesling-Lounge, die für Veranstaltungen genutzt werden kann, und gleich am Eingang zeigt eine Vinothek den Wein-Schwerpunkt im Hause Barth, allerdings kommen auch die Biertrinker mit Paulaner und Bitburger auf ihre Kosten. Kulinarisch bietet das Hofgut passenden Hüttenschmaus. Leckere Kleinigkeiten, knusprige Flammkuchen oder einen schmackhaften Landtomatensalat mit Rieslingessig (6,50 Euro), diverse Kartoffelgerichte, aber auch herzhaft Anspruchsvolles wie die geschmorten Ochsenbäckchen mit Kartoffel-Selleriepüree und Gemüse (15 Euro), das den sensor Geschmackstest mit Bravour bestanden hat. Das Fleisch war butterzart an einer markanten Soße mit bissfestem Gemüse. Keine Frage, hier wird nicht um Gourmetsterne gekocht, aber frisch und ehrlich zubereitet.

Rezept
Geschmorte Ochsenbäckchen
Zutaten: 1kg Ochsenbäckchen, 3 Karotten, 1 kleine Sellerie, 1 Stange Lauch, 1Liter Rotwein, 1 Liter Fleischbrühe, 1 Knolle Knoblauch, 5 EL Tomatenmark, Wacholderbeeren, Lorbeerblatt, Gewürznelken, Thymian
Ochsenbäckchen würzen und scharf anbraten. Das Gemüse in kleine Würfelschneiden und mitbraten. Tomatenmark dazu und danach mit Rotwein ablöschen. Die Gewürze dazugeben. Die Ochsenbäckchen bei 160° ca. 1,5 bis 2 Stunden schmoren. Immer wieder mit Brühe auffüllen. Wenn die Bäckchen gar sind, aus der Sauce nehmen, die Sauce durchsieben und mit Kartoffelstärke binden und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Kartoffel-Selleriepüree Zutaten: 500 g Kartoffeln, 2 kleine Sellerie, 300 g Butter, 600 ml Milch, Salz, Muskat und Pfeffer
Die geschälten Kartoffeln kochen und pressen. Jetzt mit warmer Milch und Butter glatt rühren. Die Selleriestücke kochen und auch stampfen. Beide Pürees zusammen mischen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Dazu reicht man Gemüse der Saison oder Salat.