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Mainzer Manifest zur Film- und Medienförderung verabschiedet

Mainz mit seinem breitgefächerten Studienangebot im Medien- und Kulturbereich sowie den zahlreichen Rundfunk- und Fernsehanstalten wird ja, insbesondere von Kommunalpolitikern, gerne als der Medienstandort schlechthin bezeichnet. Man denke hier auch an das geplante Medienhaus auf dem Campus. Mainz lebt von seinem kulturellen „Spirit“, den Studenten, darunter auch junge Filmemacher. Dieses Jahr jedoch wurde leider das hiesige Filmz-Festival aus personellen und finanziellen Gründen abgesagt. Zeit genug, sich mal ordentlich Gedanken über die Zukunft des Films in Rheinland-Pfalz zu machen.
Das dachten sich Einige der Branche im Anschluss an das Film(z) im vergangenen Jahr und gründeten eine Initiativgruppe. Das Mainzer Manifest zur Film- und Medienförderung wurde nun formuliert und gestern der Öffentlichkeit präsentiert. Es steht unter so prominenter Schirmherrschaft wie Wim Wenders oder Mario Adorf. Im Wesentlichen geht es darum, eine zentrale Schnittstelle zwischen den Filmemachern und den Geldgebern aufzubauen. Denn leider fehlt es bislang beiderseitig an Transparenz und einer Anlaufstelle, die unmittelbar über finanzielle Filmförderungen, aber auch Drehgenehmigungen und Vermittlung von geeigneten Locations zum Drehen informiert. So lockt beispielsweise das benachbarte Hessen mit einer effizienteren Organisationsstruktur und lukrativen Film- und Medienförderungen. Mainz als „Medienstandort“ könnte so einen Großteil seiner (jungen) Kulturschaffenden verlieren.

Das Manifest lautet:

Wir fordern:
• dass die Politik das kulturelle Schaffen und die wirtschaftliche Bedeutung der hier existierenden Film- und Medienszene wahrnimmt und fördert.
• dass vorhandene Ansätze zur Medien-, Kultur- und Wirtschaftsförderung transparent gemacht, koordiniert und systematisch weiter entwickelt werden.
• dass eine rheinland-pfälzische Film- und Medienförderung geschaffen und institutionalisiert wird.
• dass diese Film- und Medienförderung eine Zusammenarbeit mit hier ansässigen Unternehmen und Sendeanstalten, sowie überregional mit bestehenden Film/Medienförderungen anderer Bundesländer möglich macht.
• dass das hohe Niveau der Medienausbildung an rheinland-pfälzischen Hochschulen als Standortfaktor weiter entwickelt und durch Massnahmen ergänzt wird, die einer Abwanderung des hier ausgebildeten Nachwuchses entgegen wirken.

Über Weiteres informieren die Initiatoren am Freitag, 30.11. auf der Kontrastfilmparty, beginnend mit einer Podiumsdiskussion im Alten Autohaus, Binger Straße 23. Schließlich sind sich die Mitglieder der film- und medienschaffenden Community Mainz einig: „Wir leben gerne hier und möchten dem Film(z) in Rheinland-Pfalz eine Heimat geben.“