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„Kunsthalle total“ vom 6. bis 17. Juli: „Museum und Gefängnis“

Am Mittwoch, den 6. Juli findet um 19 Uhr die Eröffnung von „Kunsthalle total“ im Eingangsbereich der Kunsthalle Mainz statt. Im Rahmen des Seminars Museum & Gefängnis an der Kunsthochschule Mainz nehmen Studierende Interventionen im Außenraum der Kunsthalle vor und verwandeln es in eine Art Gefängnis.

Die Geburt des Museums fand ungefähr zeitgleich mit der Entstehung der ersten Gefängnisse statt. Während sich die Museen im ausgehenden 18. Jahrhundert öffneten und die privaten Wunderkammern und Kuriositätenkabinette ablösten, verschwand das
vormals öffentliche Strafen hinter hohen Gefängnismauern.
Neben teils konträren Unterschieden der beiden Felder „Museum“ und „Gefängnis“, was ihre Verortung im Stadtraum und allgemein ihre gesellschaftliche Zuschreibung betrifft, tun sich aber auch Gemeinsamkeiten auf: beide bewachen etwas; beide verfolgen einen Bildungsauftrag, der auf die Erziehung der Massen bzw. auf die Besserung einzelner Straffälliger abzielt; und beide erzeugen Sichtbarkeit. Im Museum ist die Sichtbarkeit das zentrale Produkt und auch Gefängnisarchitektur zielt nach innen hin auf Sichtbarkeit und Kontrolle der Delinquent*innen.
Die teilnehmenden Künstlerinnen beschäftigen sich in ihren Werken mit diesen Wechselbeziehungen und Überschneidungspunkten zwischen den Institutionen Museum und Gefängnis.

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