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Gastro-Neueröffnung: Salon 3SEIN (Allianzhaus / Große Bleiche)

Ein Hauch von Bauhaus weht durch die Räume, ein bisschen Babylon Berlin und viel 20er-Jahre-Flair mit einer schick designten Papageien-Tapete. Norbert Schön, der sich 2010 mit seinem „Kulturclub schon schön“ im ehemaligen Allianzhaus niedergelassen hat und ein Jahr später mit seiner Partnerin Maribel Arnau das café blumen ins Leben rief, eröffnet im Lauf des Aprils seine dritte Location: den „Salon 3SEIN“.

Er hebt sich ab von den zwei anderen Läden, ist um einiges schicker und geht in Richtung Restaurant, Bar und Salon. Die Räumlichkeit ist relativ groß, so dass viele Leute Platz finden. Gemeinsam wollen die beiden ihren Gästen ein Rund-um-sorglos-Paket anbieten und das mit spanisch-kulinarischer Note. Maribel, die aus Valencia stammt, hat nicht nur reichlich Tapas-Gerichte mitgebracht, sondern auch ein sensationelles Käsekuchen- Rezept (Tarta de queso) aus San Sebastian. Los geht es ab 9 Uhr mit Frühstück. Neben klassischen Angeboten – gespickt mit spanischen Produkten – steht unter anderem Porridge mit diversen Toppings auf dem Speiseplan. Zum Mittagstisch kommen neben Suppen und Salaten die ersten Tapas auf den Tisch. Damit auch alles authentisch und frisch zubereitet wird, wirkt Pepe Perez in der Küche. Er wurde in Barcelona geboren und hat in Mainz bereits im spanisch- katalanischen Restaurant Salseta gekocht.

Hausgemachte Gerichte

„Alles, was wir anbieten, ist möglich hausgemacht“, umschreibt Norbert Schön die Philosophie. Dazu gehören die Eistees oder Limonaden, Aufstriche und Tapas, Suppen und selbstverständlich auch die Kuchen. Abends ist dann Tapas-Zeit: Etwa das „Pollo en escabeche“, ein mariniertes Hähnchen mit Gemüse, die legendären Albóndigas con tomate (Fleischbällchen in Tomatensoße), klassische Chorizo al vino, eine Paprikawurst mit Portwein. Eines der Highlights sind die „Gambas en salsa de mango“. Rein vegetarisch sind die „Tortilla de Patatas“, ein Kartoffelomelett, gegrilltes Gemüse mit Tomatentoast oder Paté vegetales (vegan). Je nachdem, wie es vom Publikum angenommen wird, kann das Angebot auch noch modifiziert werden. Als Schmankerl stehen fünf edel verpackte Fischkonserven zur Auswahl: darunter Chipirones (gefüllte Kalamares), Miesmuscheln, Sardinen oder Thunfisch-Mousse. Die können im Restaurant gegessen oder auf Wunsch auch mit nach Hause genommen werden.

Tolle Weine und Spirituosen

Besonderes Augenmerk wurde auf das Weinangebot gelegt. Bei den Weißweinen, die überwiegend aus Rheinhessen stammen, hat Norbert Schön sich mit Freunden aus der Weinbar Laurenz beraten: Offen ausgeschenkt werden u.a. eine Weißwein Cuvée vom Weingut Gunderloch, eine Scheuerebe vom Weingut Wagner-Stempel oder ein Riesling von Juliane Eller aus Alsheim. Die Rotweine kommen allesamt aus Spanien. Hier hat Klaus Staaden, ehemals Asador el Toro, sein fachkundiges Wissen beigesteuert. Zur Auswahl stehen u.a. Weine von Dos-Bodega Rafael Cambra / Valencia, Ostatu Crianza-Bodega Ostatu / Rioja Alta oder Terral-Bodegas Sumarroca / Penedes. Wer mehr auf Drinks aus ist, der kann es sich an der Bar gemütlich machen und in dezent tropischer Atmosphäre klassische oder insbesondere neu kreierte Cocktails probieren. Im Angebot sind zudem Vermouth-, Mezcal- oder Gin-Getränke bis zu einer beachtlichen Auswahl an Rum-Sorten.

In Eigenleistung umgebaut

„Fast zwei Jahre haben wir das Konzept entwickelt“, sagt Norbert Schön. Mit viel Liebe und Leidenschaft wurde so aus einem ehemaligen Kopierladen ein Salon. „Wir mussten alles neu aufbauen und haben das meiste in Eigenleistung erbracht.“ Dafür hat Schön Markus Sambale als Gebäudetechniker und wahren Umbaumeister eingestellt. Sogar die Möbel wurden teils selbst hergestellt. Beide freuen sich über das gelungene Ergebnis. „Als wir das erste Mal die Sichtschutzfolien von den Fensterscheiben entfernt haben und einen ersten Blick in unseren Salon werfen konnten, waren wir alle ziemlich sprachlos.“ Für Schön schließt sich so ein Kreis: Als er zum Studium nach Mainz kam, wollte er eigentlich einen Studienplatz in Berlin, aber daraus wurde nichts. Seitdem hat er mit seinen gastronomischen Aktivitäten zumindest einen Hauch Berlin nach Mainz transportiert: ob 2002 im „Schick und Schön“ am Südbahnhof, ab 2007 im „Coupé 70“, seit 2010 mit dem „Kulturclub schon schön“ oder jetzt mit dem „Salon 3SEIN“. Schön, wenn man seine Träume leben kann.

www.3sein.de

Text Michael Bonewitz Fotos Roman Knie