Direkt zum Inhalt wechseln
| 1

Glasfaserausbau in Mainz schreitet (langsam) voran

In einer immer stärker digitalisierten Welt sind schnelle und zuverlässige Internetverbindungen für Unternehmen, Institutionen aber auch für Privathaushalte mittlerweile ein Muss. Allerdings gibt es beim Bau immer wieder Probleme und viele Mißverständnisse.


„Ein leistungsstarkes Glasfasernetz ist sowohl für unsere Unternehmen als auch für die Bürger von größter Bedeutung. Für viele Firmen handelt es sich inzwischen sogar um eine Grundvoraussetzung, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Und ein starkes Glasfasernetz ist nicht nur für die Wirtschaft elementar, sondern spielt auch eine immer stärkere Rolle für die Lebensqualität in der Stadt. Unser Alltag wird immer digitaler. Schnelles Internet gehört da für viele mittlerweile zu den Grundbedürfnissen, die erfüllt werden sollen“, sagt Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz.

Aus diesen Gründen setze man sich als Stadt mit großem Engagement für die eine flächendeckende Erschließung des gesamten Stadtgebietes mit Glasfaser ein. Ziel sei es, nach Möglichkeit alle Wohnadressen und alle Unternehmensstandort zu erreichen und mit Glasfaser auszustatten.

Um den Glasfaserausbau in Mainz voranzutreiben, arbeitet die Stadtverwaltung im Rahmen von Kooperationsverträgen und gemeinsamen Erklärungen mit Telekommunikationsunternehmen zusammen. Diese stellen Absichtserklärungen dar. Die Unternehmen sichern zu, den Glasfaserausbau zeitnah und in kompetenter Weise umzusetzen und sich dabei eng mit der Verwaltung abzustimmen. Die Stadtverwaltung begleitet das Projekt im Gegenzug, z.B. durch Pressemitteilungen und unterstützt die Umsetzung. Dies geschieht beispielsweise durch Beratung der Unternehmen und Begleitung im Zusammenspiel zwischen den vielen unterschiedlichen involvierten Bereichen der Verwaltung.

Durch die Kooperation gewährt die Stadt den Unternehmen jedoch keine exklusiven Vorteile. Alle Unternehmen am Standort werden gleichbehandelt, so die Stadt. Man tritt nicht als Auftraggeberin der Unternehmen auf. Auch bei den Ausbaugebieten findet kein Ausschluss statt. In diesem Rahmen unterstützt die Stadt die Unternehmen bei deren Ausbauvorhaben, obgleich viele Straßen dazu ewig aufgerissen bleiben zum teil. Schön ist anders.

„Selbst wenn ein entsprechender Vertrag heute noch nicht benötigt wird, aus meiner Sicht ist ein solcher Glasfaseranschluss in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus mittlerweile genauso wichtig wie ein Anschluss an Strom, Wasser oder Gas“, sagt Matz (CDU). An vielen Stellen im Stadtgebiet sei die Situation noch ausbaufähig. Das gelte insbesondere für die Vororte.

Konkret wurden Kooperationsverträge mit der Deutschen Telekom, mit Westconnect sowie mit der Firma Deutsche GigaNetz abgeschlossen. Seit kurzem gibt es zudem auch eine Zusammenarbeit mit dem Unternehmen OXG. Für die 15 Mainzer Stadtteile ergibt sich hinsichtlich der Ausbauabsichten der vier genannten Telekommunikationsunternehmen (Stand 23.11.2023) folgender Sachstand:

  • Altstadt: Westconnect (Ausbauankündigung)
  • Bretzenheim: Westconnect & OXG (beide Vermarktung)
  • Drais: Deutsche GigaNetz (Vermarktung)
  • Ebersheim: Deutsche GigaNetz (Vermarktung)
  • Finthen: Deutsche GigaNetz & OXG (beide Vermarktung)
  • Gonsenheim: Telekom (Vermarktung)
  • Hartenberg/Münchfeld: Telekom (Vermarktung & Ausbau)
  • Hechtsheim: Westconnect & OXG (beide Vermarktung)
  • Laubenheim: Westconnect & OXG (beide Vermarktung)
  • Lerchenberg: Deutsche GigaNetz & OXG (beide Vermarktung)
  • Marienborn: Deutsche GigaNetz (Vermarktung)
  • Mombach: Telekom (Vermarktung & Ausbau), OXG (Vermarktung in Teilgebieten)
  • Neustadt: Telekom (Vermarktung & Ausbau)
  • Oberstadt: Westconnect (Ankündigung), OXG (Vermarktung)
  • Weisenau: Westconnect & OXG (beide Vermarktung)

In einigen Stadtteilen ist nur eines der vier Unternehmen aktiv, in anderen sind es zwei. Gleichwohl ist nicht ausgeschlossen, dass sich auch noch weitere Telekommunikationsfirmen, mit denen die Stadt noch keinen Kooperationsvertrag oder eine Vereinbarung geschlossen hat, in einigen Stadtteilen „engagieren“. Dies sei rechtlich zulässig. Die Stadt habe keine Möglichkeit, in irgendeiner Weise einzuschreiten.

„Durch unsere Kooperationen werden wir voraussichtlich 97 Prozent aller Adressen im Stadtgebiet mit Glasfaser bzw. Gigabit-Bandbreite versorgen können“, so die Wirtschaftsdezernentin.

„Was uns freut, ist das große Interesse der Bevölkerung. Uns erreichen aktuell eine Vielzahl von Anrufen und Mails mit konkreten Fragen, Hinweisen und Einschätzungen. In der Abteilung Wirtschaftsförderung sind wir bemüht, die Anfragen so schnell wie möglich zu beantworten. Angesichts der vielen Fragen und Kontaktaufnahmen bitte ich aber um Verständnis, dass die Beantwortung momentan etwas länger dauern kann und unsere Fachstelle telefonisch aktuell nur schwer zu erreichen ist. Wir sind bemüht, die Anfragen so schnell wie möglich zu bearbeiten“, sagt Manuela Matz. Gleichwohl bestehe die Möglichkeit, sich auch direkt an die Telekommunikationsunternehmen zu wenden. Diese seien folgendermaßen telefonisch zu erreichen:

 

       Deutsche GigaNetz:      040 / 593 630 132

       Westconnect:            0671 / 89 665 20 53

       Deutsche Telekom:       0800 / 22 66 100

       OXG:                    0173 / 473 91 83

Auch die Website  https://www.mainz.de/breitband bietet detaillierte Informationen.

Westconnect Angebot

Gute Neuigkeiten übrigens für alle Anwohner im Stadtteil Hechtsheim. Rund 9.400 Wohneinheiten sollen von einem kostenlosen Glasfaseranschluss profitieren und mit bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde an das Internet angeschlossen werden. Die Vermarktung läuft vom 1. Dezember 2023 bis zum 31. März 2024. In dieser Zeit können sich Interessierte bei Westconnect einen kostenlosen Glasfaseranschluss sichern. Danach würde dieser etwa 1.500 Euro kosten.

Foto: Westconnect

1 response to “Glasfaserausbau in Mainz schreitet (langsam) voran

  1. Es sollte jeder bedenken, dass man natürlich mit dem Anbieter, der das Glasfaserkabel ins Haus legt, auch den Highspeed-Produktvertrag abschliessen muss. Es ist zwar von „Open Access“ die Rede, aber momentan denkt
    keiner der ausbauenden Telekommunikationsunternehmen daran, dem anderen die Glasfaserverträge zu
    überlassen. Denn umsonst wird der Ausbau zwar durchgeführt, aber der Anbieter des Glasfaseranschlusses ist nicht frei wählbar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert