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Das sensor 2×5 Interview mit Nadine Gehm (Film- und Medienforum RLP)

Worüber arbeitet ihr eigentlich genau?
Das Forum ist eine Anlaufstelle für den Bereich Film und Medien vom Land, gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz. Hier geht es um alles, was mit Film und Medien zu tun hat, also auch Infos zu Drehgenehmigungen, Drehorte, generell zur Sichtbarkeit von Film und Medienproduktionen, Netzwerken und vor allem natürlich um die Medienförderung. So etwas gab es bisher in allen Bundesländern, nur nicht in Rheinland- Pfalz.
Wie hoch ist das Förder-Budget und wer bezahlt es?
Das sind etwas mehr als jährlich 1 Mio. Euro bisher, verteilt auf die Bereiche Audiovisuelle Werke, Games und Stipendien. Das Geld kommt vom Land, dem SWR und dem ZDF. Da gibt es auch hin und wieder Kooperationen mit den Sendern, zum Beispiel beim Kleinen Fernsehspiel. Wir versuchen das Ganze in Zukunft weiter auszubauen.

Wie sieht die Filmszene in RLP und Mainz aus?
Die ist sehr umtriebig. Es gibt Ballungsgebiete wie Mainz und Ludwigshafen, aber wir fördern auch viele Drehbuchautoren und Produktionen im ganzen Land, vom Hunsrück bis zur Vorderpfalz. Wir haben tolle Drehorte, sehr gute Filmproduktionen, drei große Hochschulstandorte mit der Uni und Hochschule Mainz, der Hochschule Kaiserslautern und der Hochschule Trier, da kommt unfassbar guter Nachwuchs raus. Die Herausforderung ist es aber, die Leute hier zu halten – und da kommt die Medienförderung ins Spiel.

Hat die Filmbranche sehr unter Corona gelitten?
Ja, vor allem die Kinos und Freelancer natürlich, aber auch Studierende. Bei Dreharbeiten war vieles draußen, und die Branche hat sich gut den Hygienemaßnahmen angepasst. Es wurde aber schon auch viel verschoben an Events und Dreharbeiten, die dann nachgeholt werden mussten – oder die ganz ausgefallen sind.

In Mainz haben wir gerade das Filmz-Festival im Capitol und CinéMayence. Die beiden Kinos sollen zusammen in ein neues Filmhaus ins Bleichenviertel kommen. Was hältst du davon?
In einer Landeshauptstadt, einer Medienstadt braucht es unbedingt Programmkinos und auch ein kommunales Kino wie das CinéMayence – für die Bevölkerung, den Nachwuchs, für alle. Wir versuchen hier zu unterstützen, wo es geht. Wichtig ist, dass alle miteinander reden und man vor allem die Kinos fragt, wie es weitergehen kann, was die Bedürfnisse sind und wie man das zusammen schafft. Auch beim Filmz-Festival, das ehrenamtlich von Studenten organisiert wird, darf es ruhig noch mehr Unterstützung von allen Seiten geben – wir schmücken uns ja auch alle damit.

MENSCH

Du kommst aus der Pfalz, aus Kaiserslautern?
Genau, ich komme aus Kaiserslautern – ein Lautrer Mädche –, bin dort auch zur Schule gegangen und absolvierte danach in München ein Praktikum beim Bavaria Filmstudio. Im Anschluss habe ich eine Ausbildung als Mediengestalterin Bild und Ton in Stuttgart gemacht und im Bereich Produktion gearbeitet. Von da bin ich weiter nach Mainz zum Studium der Filmwissenschaften, wo ich auch drei Jahre beim FILMZ-Festival gearbeitet und Podien zur Filmförderung organisiert habe. Während des Studiums habe ich auch in Mainz gewohnt, jetzt aber wieder in Kaiserslautern. Ich pendle hin und her.

Was machst du in deiner Freizeit?
Meine Familie ist weit vorne, meine Tochter ist jetzt zwei Jahre alt. Ich mag alles um Film und Serien, bin großer Fußballfan – natürlich Kaiserslautern – und habe zwei Hunde, eine Mama mit ihrer Tochter, zwei kleine Wadenbeißer.

Wo bist du gern in Mainz unterwegs?
Ich mag die Stadt sehr gerne, auch wenn ich meistens „nur“ zum Arbeiten hier bin. Wir gehen aber auch gerne mittags oder nach Feierabend mit den Kolleginnen und Freunden aus, etwa ins „an o ban“ in der Neustadt oder, weil wir hier am Südbahnhof sitzen, auch viel in der Augustinerstraße, gern in „Klein Paris“ sagen wir immer…wie heißt das eigentlich richtig? Ah, Le Tosh. Das hat sehr guten Kaffee und ist schön plüschig.

Was sind deine Lieblingsfilme?
Früher gab`s mit meinem Dad alle Western, alle Klassiker, an Weihnachten sogar mehrfach hintereinander. Damit bin ich aufgewachsen. Ansonsten bin ich von Haus aus ein nerdiges Star Wars- und Marvel-Mädchen. „Die Verurteilten“ mag ich noch gerne … und mein letzter Film im Kino war tatsächlich „Maverick“ (lacht).

Was würdest du tun, wenn Geld keine Rolle spielt?
Ich mag sehr gerne, was ich hier mache, und ansonsten auch mein Leben. Wenn ich also eine Riesen- Lottogewinn hätte, würde ich vermutlich alles so weitermachen wie bisher und nichts davon verraten… vielleicht meinen Eltern ein Haus kaufen, etwas davon spenden – und wenn wir hier mehr Geld bei der Filmförderung hätten, wäre das auch noch sehr gut.

Interview David Gutsche Foto Jana Kay

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