
Zoetastetravel im 2×5 Interview beim Sensor. Die Mainzer Content Creatorin beantwortet spannende Fragen zu ihrem privaten und beruflichen Leben.
Privat
Du bist seit 16 Jahren mit deinem Mann zusammen. Wie habt ihr euch denn kennengelernt?
Meinen Mann Augustin habe ich zum ersten Mal im Schulbus erblickt. Daraufhin hat eine Freundin von mir überall auf SchülerVZ nach ihm gesucht, woraufhin ich ihn angeschrieben habe. Kurz darauf haben wir uns getroffen und kurz vor meinem 15. Geburtstag haben wir uns dann geküsst. Das ist unser offizieller Jahrestag. Im August 2024 haben wir dann geheiratet.
Und was ist das Rezept dafür, dass es so gut und so lange funktioniert?
Ich glaube, ein richtiges Erfolgsrezept gibt es gar nicht. Wir sind einfach zusammen groß geworden und haben uns auch irgendwie in die gleiche Richtung entwickelt – immer näher zusammen. Trotzdem haben wir auch immer unser eigenes Ding gemacht. Wir haben beide ein Auslandssemester gemacht, und ich war mal für ein Praktikum in München. In dieser Zeit haben wir auch mal getrennt gelebt. Er unterstützt mich total in meinem Job und filmt mich zum Beispiel immer. Wichtig ist meiner Meinung nach auch, dass man immer wieder Zeit füreinander findet und sich auch immer im Leben priorisiert.
Wie wirkt sich deine Präsenz in der Öffentlichkeit auf dein Privatleben aus?
Ich würde sagen, privat und beruflich verschmilzt bei mir einfach sehr. Die Ausflugs- oder Essensreels, die ich poste, sind ja oft Dinge, die ich auch privat unternehme. Ich versuche aber, das Filmen nicht zu „intrusiv“ zu machen. Wenn ich ein Restaurant teste, ist es oft so, dass ich die ersten zehn Minuten alles abfilme, von jeder Speise probiere und mein Fazit gebe. Danach wird das Handy weggelegt und gegessen. Ansonsten sprechen mich ab und zu Leute in der Stadt an, die mich erkennen. Vor allem auf dem Marktfrühstück!
Was würdest du sagen, ist dein Lieblingsrestaurant oder -café in Mainz?
Alles, was vom Pankratiushof kommt! Ich gehe total gerne ins Pankraz, vor allem zum Frühstück. Es ist immer total lecker dort! Ansonsten natürlich das Liesbeth! Da ich in der Neustadt wohne, gehe ich auch total gerne dorthin, um zum Beispiel mein Sauerteigbrot zu holen.
Was machst du, um so richtig abzuschalten?
Auf jeden Fall lesen! Ich war schon als Kind und Jugendliche eine absolute Leseratte und mache es viel zu wenig, dadurch, dass ich für meinen Job so viel am Handy bin. Ich liebe am Lesen, dass man eben komplett in der Geschichte vertieft ist. Das bringt mich total runter. Oder eine Serie schauen, ohne dass ich nebenbei am Handy bin und Reels schneide – das kommt nämlich auch sehr oft vor.
Beruf
Du betreibst einen Instagram-Kanal mit mittlerweile 50.000 Followern, mit dem Fokus auf Essens- und Reisetipps sowie Lifestyle. Wie hat es damit angefangen?
Ich bin schon immer ein Foodie gewesen – ich gehe gerne essen und probiere auch immer gerne neue Sachen aus! Anfang 2024 habe ich angefangen, aus Spaß Videos auf TikTok zu posten. Mit der Zeit bin ich dann auch auf Instagram gewechselt, weil mir aufgefallen ist, dass meine Zielgruppe dort eher unterwegs ist. Ich spreche vor allem Millennials an, die Ende 20, Anfang 30 sind und vielleicht auch schon ein stabileres Einkommen haben. Essengehen ist bekanntlich auch nicht so günstig. Auf Instagram habe ich dann ein Video über das Marktfrühstück gepostet, das viral gegangen ist. Und dann ging alles relativ schnell: Ich habe immer mehr Follower bekommen und die ersten Kooperationsanfragen kamen rein. Dein Instagram-Kanal läuft so gut, dass du mittlerweile selbstständig als Full-Time-Content-Creatorin tätig bist.
Wann hast du gemerkt, dass du davon leben kannst?
Ende letzten Jahres, würde ich sagen! Ich habe vor allem gemerkt, dass Social Media eigentlich eine Vollzeittätigkeit ist, vor allem weil ich aktuell kein Management habe und das erstmal auch nicht plane. Zwischen Kooperationsanfragen verwalten, E-Mails beantworten, Themen recherchieren, Drehen und Schneiden kommt auf jeden Fall einiges zusammen! Mit einem Vollzeitjob war das natürlich sehr sportlich. Ich habe erstmal meinen Job auf eine Vier-Tage-Woche gekürzt, um mehr Zeit für Content zu haben. Im Mai dieses Jahres habe ich es dann gewagt, mich komplett selbstständig zu machen. Bis jetzt läuft es sehr gut, und ich bin total dankbar, diesen Job machen zu können.
Wie verdient man denn als Content Creatorin Geld?
Vor allem durch Kooperationen mit Unternehmen. Meistens schreiben die Firmen einen über Instagram oder per E-Mail an und fragen, ob man mit ihnen zusammenarbeiten möchte. Daraufhin verhandelt man ein wenig, macht einen Preis aus und tauscht sich über die Erwartungen an den Inhalt aus. Oft bekommt man ein sogenanntes Briefing, in dem alle wichtigen Informationen stehen. Meine allererste Kooperation war übrigens mit der Mainzer Schmuckmarke Luamaya. Mittlerweile habe ich mit zahlreichen Marken zusammengearbeitet, unter anderem mit mehreren Städten sowie Unternehmen aus den Bereichen Essen und Rucksäcke.
Wie wird man denn auf Social Media bekannt?
Ich habe letztens einen Post auf Instagram gesehen, der das meiner Meinung nach sehr gut zusammengefasst hat: Entweder wird man über eine Nische erfolgreich oder über seine Persönlichkeit. Am einfachsten geht es aber auf jeden Fall über die Nische: Meine war ganz klar Mainz. Als ich angefangen habe, gab es nämlich keine Leute, die im Mainzer Raum Essenstipps gegeben haben. Mittlerweile hoffe ich natürlich, dass die Menschen mir folgen, weil sie sich auch für mich als Person interessieren. Aber es gibt natürlich Leute, die allein durch ihre Persönlichkeit viral gehen und gefühlt über alles Mögliche posten können.
Welche Zukunft siehst du für deinen Job? Was möchtest du denn gerne mehr machen?
Ich bin natürlich noch ein bisschen in der Findung, da ich erst seit wenigen Monaten selbstständig bin. In Zukunft möchte ich meinen Content aber etwas ausweiten und unter anderem mehr Reisecontent machen. Ich merke allerdings oft, dass dieser Content weniger gut ankommt als beispielsweise Mainz-Tipps. Da muss man also immer schauen, wie man das verpackt.
Interview & Foto: Caroline Rayner