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Neuer Mainzer Mietspiegel veröffentlicht: Mieten steigen 3,4 Prozent pro Jahr

 

Der neue Mietspiegel 2019 der Stadt Mainz ist fertig. Seit der letzten Erhebung 2014 sind die Mieten von Wohnungen um 13,6 Prozent gestiegen. Das ist eine jährliche Steigerung von 3,4 Prozent! Die Steigerung zwischen 2010 und 2014 betrug lediglich 10 Prozent und lag somit im Durchschnitt bei 2,5 Prozent pro Jahr.
Nicht nur Niedrigverdiener, sondern auch Haushalte mit mittlerem Einkommen haben Probleme, eine bezahlbare Bleibe zu finden. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt daher mit den aktuellen Förderprogrammen die Schaffung förderfähiger Wohnungen mit sehr attraktiven Konditionen. Doch fehlen weiterhin diese geförderte Wohnungen. Es mangelt aber auch an Wohnungen, die preislich über dem förderfähigen Niveau, aber unterhalb des durchschnittlichen Mietniveaus liegen.

Die Mietpreisveränderungen haben verschiedene Ursachen. Dies können unter anderem die voranschreitende Modernisierung von Wohnungen, die Funktion von Mainz als Landeshaupt- und Universitätsstadt sowie die Bevölkerungsstruktur sein. Der angespannte Wohnungsmarkt entfaltet eine höhere Dynamik, die die Mietwohnungsbestände unterschiedlich stark betreffen. Neuvertragsmieten sind häufig sehr hoch.

„Für uns heißt das: Wir brauchen ein deutliches Plus an bezahlbarem bzw. gefördertem Wohnraum. Wer mit aufmerksamem Blick durch Mainz geht, wird auf viele gerade abgeschlossene oder im Bau befindliche Wohnungsbauprojekte stoßen: Heiligkreuz-Viertel, das Projekt „Wohnen am Hartenbergpark“ und die nördliche Neustadt mit dem neuen Quartiersplatz sind die bekanntesten Projekte, aber auch in vielen anderen Stadtteilen werden neue Wohnflächen entwickelt“, stellt Sozialdezernent Dr. Eckart Lensch fest: Auf 24 Flächen, die kurz- und mittelfristig für den Wohnungsbau zur Verfügung stehen, ergibt sich ein Gesamtpotenzial von ca. weiteren 5.500 Wohnungen bis zum Jahr 2025.

Dr. Lensch: „Bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums ist die Landeshauptstadt Mainz mit ihren stadtnahen Töchtern und Beteiligungsgesellschaften, darunter der Wohnbau Mainz, sehr aktiv. Doch sind wir auf das Mitwirken und Engagement aller am Wohnungsmarkt tätigen Akteure angewiesen.“

Der neue Mietspiegel wird zusammen mit der Übersicht über die Wohnlageneinstufung nach dem Beschluss des Stadtrates (18.12.2019) Ende des Jahres auf www.mainz.de abrufbar sein. Die gedruckte Fassung kann einige Zeit später bei den Ortsverwaltungen und im Stadthaus Kaiserstraße beim Bürgeramt zum Preis von 3,50 Euro erworben werden.

Vom 01.10.2018 bis 31.01.2019 wurden 25.000 zufällig ausgewählte Mieter und Vermieter von insgesamt 4.100 Wohnungen angeschrieben und gebeten, an der Befragung teilzunehmen. Insgesamt konnten 3.473 auswertbare Interviews durchgeführt werden, wovon 2.968 für den Mietspiegel verwertbar waren. Wesentliche Ausfallgründe waren unter anderem die hohe Zahl von Eigentümern, die ihre Wohnung selbst nutzen, eine seit mindestens vier Jahren unveränderte Miethöhe, oder die fehlende Mietspiegelrelevanz (z.B. wegen Möblierung) oder die Verweigerung von Auskünften. Die Bereitschaft von den Mietern, Auskünfte zu erteilen, war geringer als bei früheren Befragungen.

Ein Kommentar “Neuer Mainzer Mietspiegel veröffentlicht: Mieten steigen 3,4 Prozent pro Jahr

  1. Da stimmet etwas nicht mit den durchschnittlichen Steigerungen pro Jahr. Auf wieviele Jahre bezieht sich die Steigerung 13,6 Prozent für den Zeitraum 2014 bis 2019? 4 (2014, 2015,2016,2017) oder 5 Jahren (2014,2015,2016,2017,2018)?
    Auch eine Verprobung (Zeitraum 2010 bis 2014) führt zum Widerspruch:
    (1+2,5%)*(1+2,5%)*(1+2,5%)*(1+2,5%) !=1+10,0%

    „10% in 4 Jahren“ sind ungleich „jährliche Steigerung in 4 Jahren“.
    Es lebe der korrekte Umgang mit Prozenten; insb. in der Qualitätspresse.

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