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Neue Brambles & Bars: Waldkauz und Spiritus Kneipe

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von Felix Monsees und Elisa Biscotti (Fotos):

Mit viel Marketing-Aufwand und Tamtam wird Mainz als eine der Welthauptstädte des Weines präsentiert. Und tatsächlich wird die Weinkultur in unserer Stadt gefeiert. Sie lebt auf den vielen Weinfesten – im Volkspark und in den Stadtteilen –, den Weinstuben und den neu hinzugekommenen Weinbars (deren Zahl soll weiter wachsen, wird gemunkelt). Gute Drinks und aufwendige Cocktails hingegen gibt es bisher nur in einer überschaubaren Anzahl an Anlaufstationen. Jetzt kommen zwei weitere Locations hinzu.

Beide haben sie eins gemeinsam: Es handelt sich um neue Konzepte in bereits etablierten Adressen. Die Schwerpunkte unterscheiden sich allerdings. Erste Runde Getränke gibt es in der Breidenbacherstraße / Ecke Gaustraße. Wenn ab 20 Uhr das Licht gedimmt wird, wird aus der Kaffeekommune der „Waldkauz“. Von Donnerstag bis Samstag verwandelt sich Paul Bonnas Café in eine Bar mit Highend-Bier. Aromenstarkes Craftbeer (3,70 bis 7,40 Euro) ist das Hauptaugenmerk der kleinen Barkarte.

Zehn Sorten stehen als Flaschenbiere zur Auswahl. Noch ist ein klassischer Old Fashioned (10,50 Euro) der einzige Cocktail auf der Karte, es sollen monatlich neue Mischgetränke hinzu kommen. „Gepflegt vorglühen“ sei das Ziel, sagt Barkeeper Albert Töws, „in Ruhe noch ein gutes Getränk nehmen“. Hier wird genossen, nicht gesoffen. Für einige Gäste könnte das atmosphärisch zu viel Bibliothek und zu wenig Bar sein. Vorfreude weckt die Aussicht auf den Sommer, dann wird die Terrasse vor der Tür bis 22 Uhr geöffnet und nebenan wartet die „Dicke Lilli“, die bald nebendran eine Weinbar öffnen möchte.


Sensor_April_Elisa_Biscotti-136Spiritus Kneipe

Nächste Station Neutorstraße Richtung Cinestar: Über einen Nebenjob ist Tobias Petri, kommend aus der ITBranche, in die Gastronomie reingerutscht. Durch Probieren, Abgucken und Schulungen hat er sich die gehobenen Barkünste beigebracht. Den ehemaligen Saloon Nr. 5 betreibt Petri bereits seit vier Jahren. Die rustikale Wandverkleidung erinnert noch an den Western-Look des Vorgängers. Dass er jetzt Konzept und Namen in „Spiritus Kneipe“ geändert hat, soll das vorläufige Ende seines Ausbildungsweges anzeigen. Er kann nun aus einem Angebot von über 300 Spirituosen schöpfen, daher auch der Name. Der Namensteil Kneipe weist darauf hin, dass es auch vier verschiedene Biere vom Fass gibt. Eine Barkarte gibt es nicht, stattdessen soll individuelle Beratung am Tisch erfolgen.

Fruchtbetonte Eigenkreationen

Petris Schwerpunkt liegt auf Infusionen. Das sind Spirituosen, die mit Früchten, Kräutern, Gewürzen und ähnlichem aromatisiert sind. Petri schmeißt Schokolade in Rum, legt Erdbeeren und Mangostücke in Wodka und gießt Früchtetee in Gin. „Wir bringen den Geschmack auf natürliche Weise in den Drink“, sagt Petri. Im Ergebnis bedeutet das, es gibt viele fruchtbetonte Eigenkreationen, wie den Brombeer-Thymian-Smash. Oder seine Variation des Bramble, unser Rezept des Monats, auf der Basis eines selbst angesetzten Himbeer- Brombeer-Gins.

Der Alkohol steht hier geschmacklich hinter den Fruchtaromen an, der gut gekühlte Bramble lässt sich zügig wegschlürfen. Aber aufgepasst: Auch wenn der Spiritus nicht zu schmecken ist, spürbar bleibt er. Ausgewogen gemixt ist Petris Rapscallion, eine klassischer Cocktail aus Sherry und rauchigem Whisky. Sehr alkoholisch, sehr lecker. Mit zur Kneipe gehört die benachbarte „Hausbar“, in der geraucht werden darf. Gefeiert wird das neue Konzept am 20. Mai, dann veranstaltet Petri gemeinsam mit der Musikmaschine eine Einweihungsfeier. Bis dahin hat die Spiritus Kneipe hoffentlich ambitionierte Aushilfen gefunden, die besser zu Petris Ansprüchen an gute Getränke passen.

barsRezept für Brumble

Zutaten: 6 cl Himbeer-Brombeer- Gin, 3 cl frischer Zitronensaft, 2-3 cl Zuckersirup

Alle Zutaten im Boston Shaker kräftig schütteln und in ein mit Crushed Eis gefülltes Longdrinkglas abseihen. Im Spiritus benutzt Tobias Petri für den Bramble seinen mit frischen Früchten selbst angesetzten Himbeer- Brombeer-Gin. Die eingelegten Beeren legt er als Dekoration (und zum Essen) auf das Eis ins Glas.