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Michael Ebling offiziell als Oberbürgermeister eingeführt



von Michael Erfurth (Artikel aus der Allgemeinen Zeitung)

Die Gutenbergstadt hat einen neuen Oberbürgermeister. Mit der Überreichung der Ernennungsurkunde und der Amtskette durch Bürgermeister Günter Beck (Grüne) und dem Ablegen des Amtseides (mit dem Zusatz: So wahr mir Gott helfe) hat Michael Ebling (SPD) am Mittwoch die Führung der Stadt Mainz übernommen. (Foto: A. Coerper)

Etwa 800 geladene Gäste waren ins Kurfürstliche Schloss gekommen, um die Amtseinführung mitzuerleben, die formal eine Stadtratssitzung war. In seiner Antrittsrede formulierte ein wie gewohnt gut gelaunter Ebling seine Ziele, ging aber auch auf persönliche Dinge ein: „Unsere Heimatstadt Mainz ist ab heute meine Aufgabe, eine wunderbare Aufgabe in einer wunderbaren Stadt, und zugleich eine Herausforderung, der ich mich mit großem Respekt stelle“, sagte der 45-Jährige. „Hier bin ich aufgewachsen und verwurzelt, hier bin ich nicht nur vernetzt, sondern auch geerdet: Mainz ist für mich Heimat und Lebensgefühl.“ Er wolle den Weg der Erneuerung gehen. „Ich möchte der Stadt Linie, eine neue Richtung und ein Ziel geben und damit auch ein neues Wir-Gefühl schaffen.“

Ebling versprach, er werde die Bürger „noch stärker als bisher an politischen Entscheidungen beteiligen und bürgerschaftliches Engagement stärken.“ Er wolle den Dienstleistungsgedanken in der Verwaltung stärken und einen Tag der offenen Tür im Rathaus, der Zitadelle und im Stadthaus anbieten, „damit die Menschen sehen, wie leistungsfähig unsere Stadtverwaltung ist.“ Außerdem riss er Themen wie Fluglärm, Sozialpolitik, Integration, die Wissenschaftsstadt und Kultur an. „Es werden keine einfachen Jahre für Mainz sein. Uns allen ist bewusst, dass der finanzielle Spielraum, der der Stadt zur Verfügung steht, sehr begrenzt ist. Das Thema Haushaltssanierung wird deshalb die gemeinsame Arbeit von Rat und Verwaltung dauerhaft begleiten.“

„Haben uns im Wahlkampf nichts geschenkt“

Ausdrücklich bedankte er sich bei Bürgermeister Beck für die „souveräne Ausübung des Amtes in der Übergangszeit“ nach dem Ausscheiden von OB Jens Beutel zum 1. Januar. Er sei sich sicher, dass er mit Beck gut zusammenarbeiten werde, so Ebling. „Lieber Günter, wir haben uns im Wahlkampf nichts geschenkt. Aber Narben hat keiner von uns zurück behalten.“

Auch Günter Beck blickte in seiner Rede auf den Wahlkampf zurück: „Keine einfache Zeit für Michael Ebling – und für mich selbst.“ Am Anfang der Amtszeit Eblings stünden nun „ein strahlender Oberbürgermeister und ein ebenfalls zufriedener Bürgermeister.“ Beck erinnerte daran, dass Ebling schon als Kind davon geträumt hatte, Oberbürgermeister zu werden.

Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) betonte, Ebling habe in seiner Funktion als Staatssekretär für die Wissenschaft und die Hochschulen in Mainz bereits „Hervorragendes geleistet“. Der „Landesvater“ sprach von einem besonderen Lebensgefühl in Mainz, dass es gelte, weiter zu pflegen. Ebling sei aufgrund seiner tiefen Verwurzelung in der Gutenbergstadt dafür der Richtige.

Ebling hat die närrische Bütt vermisst

Für die Stadtratsfraktionen gratulierte SPD-Fraktionschef Oliver Sucher dem neuen Oberbürgermeister. Er attestierte Ebling politische Erfahrung und Führungsstärke. Mainz werde mit dem neuen OB würdig vertreten.

Ebling bekannte am Schluss seiner Rede, was er persönlich im Wahlkampf vermisst habe: „Die Bütt während der Fastnachtszeit“, da er auf seine Auftritte als Protokoller bei den Mombacher Bohnebeitel verzichtet hatte. Gestern beendete Ebling seine Rede daher mit einem Vers des unvergessenen „Mainzer Rentners“, dem Bohnebeitel Heinz Koch, der einst an Wahlkämpfer appellierte, fair mit dem politischen Gegner umzugehen und endete „Meenz bleibt Meenz“.