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MCV Defizit höher als bisher angenommen – ehemaliger Vorstand nicht entlastet

Wie vom MCV-Präsidenten Reinhard Urban auf der Mitgliederversammlung im November 2017 angekündigt, hat der Mainzer Carneval-Verein 1838 e.V. auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 20. August den vom Steuerberater genehmigten Jahresabschluss für die Kampagne 2015/2016 vorgelegt. Demnach weist der MCV für das angegebene Wirtschaftsjahr eine Bilanzsumme von rund 3,3 Mio. Euro aus. Die Überschussermittlung ergibt einen Verlust von rund 160.000 Euro, also 55.000 Euro mehr als bisher angenommen. Als erhöhte Ausgaben waren vor allem Renovierungskosten für das MCV-Haus in der Emmeransstraße und eine neue EDV-Software angefallen, zudem belasteten Mietausfälle während der Umbauphase das Ergebnis.

Geprägt war die Kampagne im Jahr 2016 auch durch den ausgefallenen Rosenmontagszug. Das Sturmtief Ruzika hatte seinerzeit die Verantwortlichen rund um Polizei, Feuerwehr, städtische Behörden, Zugleitung und die MCV-Vereinsspitze gezwungen, den Rosenmontagszug aus Sicherheitsgründen abzusagen. Die Verluste durch den Ausfall des Rosenmontagszuges hielten sich für den MCV glücklicherweise in Grenzen, da alle Sponsoren und Förderer der Mainzer Straßenfastnacht auf eine Rückzahlung ihres Förderbeitrags verzichtet hatten, zumal mit dem Festumzug am 8. Mai 2016 eine adäquate Ersatzpräsentationsfläche für die Förderer zur Verfügung stand, sogar mit medialer Einbindung in den ZDF-Fernsehgarten.

Ein neuer Jahresabschluss 2015/2016 war notwendig geworden, da nach Auskunft des Steuerberaters zur Mitgliederversammlung im September 2016 kein verbindlicher Abschluss vorlag. Nachdem sich gravierende Mängel in der Buchhaltung offenbart hatten, sahen sich der neue Vorstand um den MCV-Präsidenten Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban in enger Absprache mit dem Steuerberater dazu gezwungen, das Geschäftsjahr 2015/2016 noch einmal komplett nachzubuchen.

Der damalige MCV-Präsident Richard Wagner und der damalige Schatzmeister Guido Seitz hatten bei dem vom Steuerberater als vorläufig bezeichneten Abschluss einen Verlust von rund 105.000 Euro benannt. Der Mitgliederversammlung wurde 2016 allerdings nicht mitgeteilt, dass es sich nur um einen vorläufigen Abschluss handelte. Der Verlust ist nun im Zuge der Nachbuchung rund 55.000 Euro höher ausgefallen als damals angegeben. MCV-Schatzmeister Guido Seitz hatte im Oktober 2017 bekanntgegeben, dass er von seinem Vorstandsamt zurücktritt. Daraufhin hat Reinhard Urban die Aufgaben des Schatzmeisters bis zur Wahl eines Nachfolgers kommissarisch übernommen.

Eine Entlastung des damaligen Vorstands ist auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 20. August 2018 nicht erfolgt. Der derzeitige Vorstand will zunächst den nun vorliegenden Jahresabschluss juristisch prüfen lassen, ob hier gegebenenfalls Haftungsforderungen gestellt werden müssen.

Nach dem nun ein vom Steuerberater genehmigter Jahresabschluss für die Kampagne 2015/2016 vorliegt, können auch die beiden Folgejahre gebucht werden. Die Jahresabschlüsse für die Kampagne 2016/2017 und 2017/2018 sollen den Mitgliedern dann auf der regulären Jahreshauptversammlung im Herbst dieses Jahres vorgelegt werden.

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