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Marcus Grünewald ist erster hauptamtlicher Umweltbeauftragter des Bistums Mainz

Foto: Bistum Mainz/Hoffmann

Der Pastoralreferent folgt auf Franz Jakob Hock, der die Stelle 15 Jahre lang ehrenamtlich ausgeübt hatte. Grünewalds Aufgabe ist die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts des Bistums.

Das Bistum Mainz hatte mit Professor Martin Rock bereits im Jahr 1977 als erste deutsche Diözese einen Umweltbeauftragten. Bislang war es ein Ehrenamt, Marcus Grünewald ist der erste Hauptamtliche in dieser Position.

Zwei Projekte möchte er besonders voranbringen: Ein großes Ziel sei die Weiterarbeit am Klimaschutzkonzept des Bistums und dessen Umsetzung. Grünewald hat es im Arbeitskreis Klimaschutz in Zusammenarbeit mit der Forschungsstätte evangelische Studiengemeinschaft Heidelberg (FEST) gemeinsam entwickelt. Das Konzept schlägt viele Maßnahmen vor, wie CO2 erfolgreich reduziert werden könne. Grünewald hat nun den Auftrag, die Umsetzung zu initiieren.

Die Schulung von Multiplikatoren in Pfarreien und Einrichtungen stehe zuerst an: „Es geht darum, viele Menschen mitzunehmen in der Fläche, und ihnen Wissen zu vermitteln, nach dem sie konkret handeln können“, sagt Grünewald. Das Bistum wolle und könne Umweltschutz nicht von oben verordnen. Vielmehr gehe es darum, Verantwortliche in Pfarreien und Einrichtungen zu schulen in Dingen, die sich praktisch umsetzen lassen. „Wo kaufe ich nachhaltig ein? Wie kann ich nachhaltig ein Gemeindefest feiern? Wie energieeffizient heizen? Diese praktischen Fragen stehen im Vordergrund“, erklärt Grünewald. „Die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz müssen in vielen Herzen, Köpfen und Händen verankert werden“, betont er.

Zum anderen plant das Bistum ein Kataster für Photovoltaik-Anlagen im Bistum Mainz einzurichten. Ein Ingenieurbüro soll alle Gebäude des Bistums daraufhin untersuchen, ob sie sich für die Installation einer Photovoltaik-Anlage eignen. Dabei spielen auch Fragen der Statik, der Ausrichtung des Dachs sowie des Denkmalschutzes eine Rolle. Eignet sich eine Immobilie, ginge es darum, die Menschen zu beraten im Hinblick auf finanzielle Fördermöglichkeiten und die Finanzierung generell. Eine Auflistung von Fördermöglichkeiten, die insbesondere auch kirchliche Einrichtungen in Anspruch nehmen können, findet sich auf der Homepage des Bistums www.um-welt-bedacht.de. Die Frage der Energie-Effizienz könne eines der Kriterien sein, nach denen künftig entschieden werde, ob eine Immobilie im Bestand des Bistums bleibt, oder nicht, sagt Grünewald. Denn es spiele eine Rolle, ob die Energiekosten durch das Gebäude mitgetragen werden könnten, oder nicht.

Der Umweltbeauftragte möchte, dass sich etwas im Bewusstsein der Menschen verändert: „In allen großen und kleinen Entscheidungen soll der Gedanke der Nachhaltigkeit mit bedacht werden“, sagt er. Und will Umweltschutz als „Querschnittsthema“ im Bistum verankern. „Es geht nicht darum, alles zu verbieten, sondern einen guten Weg zu finden, Nachhaltigkeit zu integrieren“, sagt er. Oftmals fehle es schlicht an Hintergrundwissen.

Grünewald bleibt weiterhin zu 40 Prozent freigestellt, um seine Aufgabe als Projektbeauftragter für die Bundesgartenschau 2029 im Mittelrheintal wahrnehmen zu können. Bislang ist der Pastoralreferent als Hochschulseelsorger an der Technischen Hochschule Bingen tätig und Dekanatsreferent im Dekanat Bingen. Die Aufgabe als Dekanatsreferent wird mit der Auflösung der Dekanate Ende Juli 2022 wegfallen. „Da ich von Anfang an im Arbeitskreis Klimaschutz und im Umweltbeirat dabei war, und schon einige Projekte, unter anderem die Klimasparbücher verantwortlich begleitet habe, musste ich nicht lange mit meiner Zusage überlegen, als der Mainzer Weihbischof und Generalvikar, Dr. Udo Markus Bentz fragte, ob ich die Aufgabe gerne übernehmen möchte“, sagt er.

Ziel des knapp 62-Jährigen sei es, das Amt des Umweltschutzbeauftragten in den nächsten vier Jahren als Stimme im Bistum zu verankern, die wahrgenommen wird, und dann an einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu übergeben. „Ich sehe meinen Dienst als eine Art Übergangslösung, um den Übergang vom Umweltbeauftragen als Ehrenamt in das Hauptamt zu gestalten und zu etablieren.“