| | Kommentare deaktiviert für Lage am Studentenwohnheims-Markt entspannt

Lage am Studentenwohnheims-Markt entspannt

heim
von Christina Becker (Artikel aus der Allgemeinen Zeitung)

Manch einer denkt ja in Mainz sei die Wohnungs-Situation ganz miserabel. Zumindest in punkto Studentenwohnheime trifft das nicht (mehr) zu. Dieter Laukhardt deklariert: „Jeder Studierende, der sich an uns wendet, kriegt ein Zimmer.“ Der stellvertretende Geschäftsführer des Studierendenwerks Mainz sieht dem Ansturm auf die Wohnheime zum Beginn des Wintersemesters (19. Oktober) gelassen entgegen. Er führt die entspanntere Lage bei der Wohnungssuche von Erstsemestern auf die höhere Anzahl an Wohnheimen zurück: Mittlerweile gibt es neun Wohnheime, mit Kapazitäten für 4177 Studierende. Allein in den vergangenen fünf Jahren wurden drei Wohnheime gebaut und zwei saniert. Durch die Neubauten sind 1434 Plätze hinzugekommen, was über einem Drittel der Gesamtkapazität liegt. Außerdem sei die Zahl der Studierenden in den vergangenen Semestern leicht zurückgegangen.


Die Preise für ein Einzelzimmer schwanken zwischen 287 und 405 Euro im Monat, je nach Ausstattung des Zimmers und Lage des Wohnheims. „Mit der Bafög-Wohnpauschale von 224 Euro kann man selbst das günstigste Zimmer nicht bezahlen“, kritisiert Jonas-Luca König, der die Wohnkampagne des AStA koordiniert. Vor allem das Land stelle nicht genug Mittel zu Verfügung. Nichtsdestotrotz seien die campusnahen – und damit auch teureren – Wohnanlagen wie K3, Kisselberg und Inter II am beliebtesten. „Die Belegung läuft im Moment auf Hochtouren, aber wir haben immer noch Luft, es gibt keine Warteliste“, erzählt Monika Schreiber, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Studierendenwerks.

Zahlreiche andere Anbieter
Neben dem Studierendenwerk gibt es auch zahlreiche private Anbieter in Mainz. Der Größte ist „Vegis Immobilien“, der Wohnheime in Hechtsheim, Gonsenheim und Laubenheim betreibt. Dazu kommen Wohnheime kirchlicher Träger sowie andere größere private Wohnheime. Die Preise bewegen sich ungefähr im selben Rahmen wie die des Studierendenwerks. Dieter Laukhardt berichtet, dass es noch einige private Investoren gäbe, die Interesse am Standort Mainz hätten: „Deshalb wollen wir erst einmal den Markt beobachten, bevor wir selbst aktiv werden. Stand jetzt ist kein neues Wohnheim des Studierendenwerks geplant.“

Neben Wohnheimen gibt es auch die Möglichkeit, auf eigene Faust auf die Suche nach einem WG-Zimmer zu gehen. Unter www.wg-gesucht.de finden sich im Moment rund 900 Angebote in Mainz. Oft wird in den Anzeigen von vornherein nur nach Männern oder Frauen eines bestimmten Alters gesucht. Doch selbst wenn die Bewerber die Anforderungen erfüllen, müssen sie sich einem harten Wettbewerb stellen: Bei der Wohnungsbesichtigung wird genau darauf geachtet, ob der Bewerber in die WG passen würde. „Es ist nicht leicht, sich selbst gut zu verkaufen, vor allem bei der großen Konkurrenz“, so ist die Erfahrung von Leonie Parotat, die schon bei vielen Castings war, aber noch keine WG gefunden hat. Diese Planungsunsicherheit belaste sie angesichts des immer näher rückenden Semesterstarts. Besonders für Studierende, die von weiter her nach Mainz ziehen wollen, seien die Fahrtkosten aufgrund der Castings eine finanzielle Zumutung.

Deshalb rät Dieter Laukhardt den neuen Erstsemestern, sich zuerst an das Studierendenwerk zu wenden. Oft gäbe es zwischen September und Oktober noch reichlich Bewegung bei der Zimmervergabe, da sich die Studierenden für mehrere Universitäten in Deutschland einschreiben und sich schließlich doch gegen Mainz entscheiden würden. „Daher können wir noch kurz vor Semesterbeginn Zimmer vergeben. Dass die Wünsche der Studierenden und unser Angebot dann oft nicht deckungsgleich sind, können wir nicht ändern.“