| | Kommentieren

2 Biker – 2 Botschaften: Tobi Rosswog am 16. Mai in Mainz

Tobi Rosswog hält am 16. Mai in Mainz im Coworking M1 am Hauptbahnhof und hält dort ab 19 Uhr einen Vortrag zum Thema „Verkehrswende“ (Foto: Claire Winkler)

Wer heute auf sich aufmerksam machen will, muss sich schon etwas Besonderes einfallen lassen: Eva Krah (27 Jahre), Zweirad-Mechatronikerin, ist gerade mit ihrem Meisterstück, einem selbstgebauten Fahrrad, unterwegs. Am 19. April startete sie ihre Tour in Kopenhagen und plant, in der zweiten Mai-Woche in Mainz anzukommen. Insgesamt wären es dann rund 1.700 Kilometer, die die Mainzerin zurückgelegt hat.
Tobi Rosswog ist ebenfalls mit dem Rad unterwegs und macht auch Station in Mainz.

Erfahrung im Tourenfahren hat Eva schon: Einige Mehrtagestouren von 400 Kilometern Länge liegen hinter ihr. Jetzt steht sie vor einer neuen Herausforderung. Mit der Tour will Eva sich zum einen für ihren Meister belohnen. Doch es geht ihr um mehr als das Reisen. Eva ist bewusst, dass nicht jede Frau auf der Welt das Privileg hat, ein Fahrrad zu besitzen. Deshalb nimmt sie an der Aktion „Pedal to Empower“ des World Bicycle Reliefs teil. Anlässlich des Weltfahrradtages am 3. Juni sammelt die NGO Spenden, um Mädchen und Frauen in ärmeren Regionen der Welt Fahrräder zur Verfügung zu stellen, auch für den Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung.

Evas Ziel ist es, durch ihre Tour 1.000 Euro für den World Bicycle Relief zu sammeln. Außerdem möchte sie ihre Position als Frau und Meisterin im Handwerk nutzen, andere Frauen zu bestärken und ein Vorbild zu sein. Um mit möglichst vielen Menschen in Kontakt zu kommen, nutzt sie das Netzwerk „Warm Showers“, über das sie Radfahrerinnen gefunden hat, bei denen sie zwischen Kopenhagen und Mainz übernachten kann. Ihr Fahrrad ist für Eva dabei „eine geniale Maschine, die viele Leute zusammenbringt“, und mehr als nur ein Sportgerät. Außerdem ist für sie der Verzicht auf das Autofahren auch ein politisches Statement für nachhaltige Mobilität.

Radeln für die Verkehrswende
Auch Tobi Rosswog möchte mit seiner Fahrrad- Reise ein politisches Statement setzen, in seinem Fall für eine solidarische Verkehrswende. Seine Tour unter dem Motto „cycling the change“ führt ihn seit dem 30. April auf 3.000 Kilometern durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Jeden Tag sitzt er für eine Strecke von 100 Kilometern stundenlang auf dem Sattel. Dabei hat er drei „Zug-Joker“, um die lange Strecke besser bewältigen zu können. Für ihn war klar, dass er hauptsächlich mit dem Rad reisen will: So kann er die Umwelt wahrnehmen und ist viel an der frischen Luft. Mit seiner „etwas anderen Benefizfahrt“ möchte Tobi keine Spenden sammeln, sondern Menschen motivieren, die Verkehrswende aktiv mitzugestalten, und ein bisschen Werbung für sein Buch machen. So hält er jeden Abend in einer anderen Stadt einen Vortrag oder nimmt an Aktionen, wie beispielsweise Fahrrad-Demos, teil. Am 16. Mai macht Tobi in Mainz halt und am 17. Mai in Wiesbaden. Im Gepäck hat er das Buch „Verkehrswende jetzt gemeinsam in die Hand nehmen“, bei dem er Co-Autor war. In dem „Aktionshandbuch“, inspiriert von Protesten im Dannenröder Forst, werden Ideen vorgestellt, wie sich jede*r an der Verkehrswende beteiligen kann, für weniger Verkehr, mehr Fahrradstraßen, attraktivere Fußgängerzonen oder einen kostenlosen ÖPNV. Tobis Idee ist es schon länger, möglichst oft und viele „utopische Mitmachräume“ zu schaffen, also Orte, an denen Menschen zusammenkommen und Ideen für eine bessere Zukunft entwickeln. Zwei Radler also mit einer Message. Eva und Tobi sind bereit, für eine bessere Zukunft einzutreten.

pedaltoempower.com/fundraiser/effikrah
cycling-the-change.de
Instagram Eva: krah.winkel
Instagram Tobi: tobi.rosswog

Text Melina Crispin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.