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Haargenau: Mainzer Friseure im sensor-Check

Haar-Kur im schönschräg in der Altstadt (Foto: Stephan Dinges)

Viele empfanden ihre Schließungen als eine der schlimmsten während des Lockdowns – die Friseure. Der Gang dorthin etwas Selbstverständliches, denn wie wir auf dem Kopf aussehen, tangiert. Wie sieht es in Mainz aus? Wo wird geschnibbelt und gesträhnt? Wir haben uns umgeschaut und ein paar Salons besucht.

Gerino Hair
Gerino Barba führt seit 22 Jahren sein Geschäft in der Flachsmarktstraße. Angefangen mit fünf Plätzen, sind es heute 14, die er mit seinem siebenköpfigen Team in 107qm besetzt. Geöffnet ist von dienstags bis samstags. Schwerpunkt? Farbe und Schnitte. Gerino ist offizieller Ausbilder für den Nachwuchs und hat häufig mehr als einen Lehrling im Team. Die Kundschaft? „Mein jüngster Gast ist drei, meine älteste Kundin 86. Räumlich hinter ihm liegt übrigens Francescobarba: „Das ist mein Bruder. Er hatte damals bei mir gelernt und ist jetzt erfolgreich mit seinem eigenen Geschäft. Wir haben einen kommunikativen Austausch und helfen uns. Was es bei Francesco aber gibt, sind donnerstags Termine bis 20 Uhr. Mein Bruder hat noch keine Kinder, der kann sich die späteren Zeiten leisten“, sagt der zweifache Vater lachend. Ein Haarschnitt gibt es für die Dame ab 45 Euro, für den Herrn ab 30 Euro.
gerino-barba.de

Tausendschön
Betritt man den Salon „Tausendschön“ in der Rheinstraße, fällt das individuelle Mobiliar auf. Als Wartebereich dient ein bunter Wohnwagen und auch sonst gibt es im Tausendschön viele Möbel, die an die Sechziger erinnern. Salonleitung Aileen Schmohr erklärt uns das Konzept: „Ein Besuch im Tausendschön ist ein kleines Happening. Gewaschen wird bei uns in einem separaten Raum im Liegen. Diesen haben wir abgedunkelt und es läuft Entspannungsmusik. Wirkt eine Pflege ein, gibt es dazu eine heiße Kompresse auf den Kopf und zugedeckt wird auch – wer will. Ebenso bei uns im Standardprogramm ist die Kopfmassage und ein kühles Tuch zum Abschluss.“ Eine weitere Besonderheit: „Wir haben uns gegen die Dauerwelle entschieden, weil wir zum einen nicht den Geruch im Salon haben möchten und zum anderen die Anfragen abgenommen haben.“ Farbe und Schneiden wird bei Tausendschön getrennt, es gibt einen Schneide-, und einen Farbtisch. Waschen, Schneiden und Föhnen liegt für die Dame bei 57,50 Euro, für den Herrn bei 40,50 Euro.
tausendschoen.de

Anne & Timo
In der Gaustraße und in der Jakobsbergstraße liegt das Friseurstudio „Anne & Timo“. 2014 haben sich die beiden Freunde Timo Baumgärtner und Anne Bär selbstständig gemacht. Erst mit Filiale eins, ein paar Jahre später mit Filiale zwei. Die Betriebsphilosophie? „Wir möchten unseren Kunden in erster Linie ein gutes Gefühl geben und das tun wir, in dem wir Looks kreieren, die zu Hause einfach umzusetzen sind“, sagt Timo. „Unser Steckenpferd ist die Koloration. Dabei achten wir auf natürliche Farben.“ Das Team ist häufig auf Events unterwegs, aber auch in den eigenen Läden finden Modenschauen statt. Waschen, Schneiden und Föhnen für die Dame macht 76 Euro, für den Herrn 40 Euro. Ihre Kun- den kommen teilweise von weiter weg: „Unsere Stammkundin Susi ist aus Detroit. Sie kommt immer zu uns, wenn sie beruflich in Frankfurt ist.“ Neben dem klassischen Friseurbesuch wird bei Anne & Timo auch häufig für Hochzeiten gestylt oder Kosmetikbehandlungen gebucht. Stolz ist das Team auf das Label Newsha, an deren Produktentwicklung beide beteiligt sind.
www.anne-timo-friseure.de

Rockland
„Balayage & Barber by Engin“, vielen als „Rockland Friseur“ in der Holzstraße bekannt, musste sich durch die Coronakrise neu aufstellen. Seinen Friseursalon betreibt Engin Genc seit über 13 Jahren in der Altstadt, doch durch die Pandemie musste er sein altes Team entlassen und betreibt den Salon nur noch mit drei Azubis und einer Kollegin. Deshalb auch der neue Name. Die Qualität seiner Arbeit und die freundliche und lustige Stimmung im Laden sind trotzdem unverändert. Der Salon ist spezialisiert auf die Balayage Technik und Herrenhaarschnitte. Aktuell gibt es Vergünstigungen für jeden Geldbeutel. Engin Genc und sein Team machen jede Behandlung zu einem Erlebnis und möchten das Beste hervorzaubern. Der Salon ist eine Institution in der Altstadt und kann spontan oder mit Termin besucht werden – auch zu Aktionen wie „zahle was du willst“, auf der Website und den Sozialen Medien zu finden.
www.mainz-friseur.de

Pauls&Kriegelstein Friseure am Rheinufer

Pauls&Kriegelstein Friseure
Schwarze Klamotten, leichte Elektro-Musik, feiner Kaffee und beste Qualität auf kleiner Fläche, das sind die Friseure Steffen Pauls und Niels Kriegelstein in der Rotekopfgasse 4 hinter dem Gutenberg-Museum. Vor 23 Jahren gründete der aus Norderney stammende Steffen den Laden, später kam Niels dazu, erst als Angestellter, seit 2018 als Teilhaber. Hier sind fast nur Stammkunden zu Hause, als Neukunde schafft man es nur schwer reinzukommen. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, auch wenn Corona immer wieder Probleme dazwischenhaut. Aufgrund der Platzbeschränkung musste man sogar ein rollierendes Schicht-Modell erdenken, das dazu geführt hat, dass nun auch an Montagen geöffnet ist. Klein, aber sehr fein. Höchste Qualität, eigene Produkte (Moikopp) und Nachhaltigkeit spielen hier die dominante Rolle. Der Anspruch liegt hoch mit Orientierung u.a. am britischen Starfriseur Vidal Sassoon, Bauhaus, Kunst und einigem mehr: vegane Produkte von Aveda, fairer Handel, grüner Strom, 100 Prozent Naturfarben, da geht die Reise des 7-köpfigen Teams hin. Schnitt-Grundpreise im Bereich von 60 bis 75 Euro.
www.instagram.com/paulskriegelstein

 

Schöne Haare beim Kilium in der Neustadt

Kilium
Eine lange Mähne verlangt Pflege und regelmäßig einen guten Schnitt. Brigitte Krampulz vom Friseursalon „Kilium“ in der Gartenfeldstraße (Neustadt) hat das richtige Händchen dafür und überrascht immer mit neuen Frisiertipps. Brigitte arbeitet seit 15 Jahren in dem Salon und hat ihn 2019 übernommen. Auch kurzes Haar ist bei dem fröhlichen, alteingesessenen 3-Mädels-Team bestens aufgehoben. Ein treues Stammpublikum jeden Alters schätzt ihren Service. Verwendet werden hochwertige Pflegeprodukte der Marke Redken. Neben Schneiden, Färben, Stylen wird auch Haarverlängerung, Keratinglättung oder eine Dauerwelle angeboten. Die angenehme Farb- und Lichtgebung und die von der Werkstatt „Klotz und Quer“ sowie einer lokalen Schreinerin gefertigte Einrichtung verleihen dem Friseurladen Loungeatmosphäre. Die Waschbecken liegen etwas versteckt im Hinterraum. Die Kopfmassage ist wohltuend, Strähnchen und Frisur sind wie immer perfekt. Waschen, Schneiden, Föhnen für Damen ab 39 Euro, Kinder bis 12 Jahre ab 15 Euro, Herren 28 Euro – nur mit Termin.

Barber Shop am Dom
Kubanische Musik ertönt aus kleinen Lautsprechern. Das Summen von Rasierapparaten und das Klappern der sich schließenden und öffnenden Scheren vervollständigen die Geräuschkulisse. Bärte werden gestutzt und Haare geschnitten. Es wird schnell deutlich, wo man sich befindet – in einem Barber Shop. Das ist erst einmal nichts Ungewöhnliches, sprießen diese Läden doch seit ein paar Jahren wie Pilze aus dem Boden. Der kleine ‚Barber Shop am Dom‘ – ein Laden zwischen Leichhof und einem Delikatessenladen in der Johannisstraße – ist jedoch ein Paradies für kurz angebundene Männer. Ohne Termin bekommt die eigene Frisur in nur wenigen Minuten einen neuen Feinschliff. Mit etwas mehr Zeit im Gepäck, wird auch der Bart vom gut geschulten Personal wieder in Form gebracht. Und das alles zu mehr als moderaten Preisen zwischen 20 bis 30 Euro vom Hipster Paket über Che Guevara bis hin zum Pablo Escobar Paket mit Gesichtshaarentfernung. Von Montag bis Samstag geöffnet!
www.barber-shop-am-dom.business.site

Hearth
Es gibt kaum einen Tag im Jahr, an dem der Frauenlobplatz in der Neustadt nicht gut besucht ist. Das liegt nicht zuletzt an der Laden-Vielfalt, die sich um den Platz herum tummelt. Imbisse, ein Blumenladen, Cafés und Friseurläden sind dort aufzufinden. Einer davon ist das „Hearth“: Aspekte wie Wohlfühlatmosphäre, Umweltbewusstsein und ‚female Empowerment‘ werden hier großgeschrieben. Das lässt sich auch aus dem Motto „Woman for Woman“ herauslesen. Durch den Verkauf von handgemachten Produkten lateinamerikanischer Frauen werden diese unterstützt. Und wer sich nur mal eben bei einem gemütlichen Kaffee die Haare schneiden lassen will, kommt auch nicht zu kurz.
www.instagram.com/hearth_womanforwoman

schönschräg
Im Herzen der Altstadt pulsiert seit 2015 Frisierkunst aus Wiesbaden. Inhaber Christian Bürger – ein tätowierter Bär mit berlineskem Charme – steht auf Perfektion in seiner schrägsten Form. Wir fühlen uns wohl bei ihm im bequemen Barber-Sessel. Er berät mit professionellem Blick und Niveau. Hier gibt es eben weder Haarverlängerungen noch Haubensträhnchen, Dauerwellen oder Trockenhaarschnitte. Dem Waschen folgen eine genüssliche Kopfmassage und ein „Hot-Turban“ mit Pigment-Kur. Auf nicht-vegane Produkte wird vor deren Verwendung hingewiesen. Dann heißt es „stillgestanden“! Ganz der passionierte Perfektionist, schneidet Christian die Haarkontur im Stehen. Natalie stylt, schminkt und gibt Tipps. Die haben es drauf, und das hat seinen Preis: 119 Euro kostet die Chef-Sache = 89 Euro für den „XXLSchnitt“ plus 30 Euro für die „XXL-Intensivkur“. Kurzes Haar beim „Junior Stylist“ gibt es ab 30 Euro, für Frauen ab 40 Euro.
www.schoenschraeg.com/mainz

Die Haarprofis
Ronja ist schon seit 15 Jahren an Bord am Flachsmarkt und zeigt über die Beratung hinaus ihre Routine. Sie geht auf Wünsche ein und stellt uns rundum zufrieden. Lustige Bemerkungen im Hintergrund macht Kollege Thomas und knipst gerne Fotos seiner frisch Frisierten. Unser mittellanger Schnitt kostet 49 Euro mit Waschen und Trocknen, kurz läge bei 43, lang bei 55 Euro. Vergleichbares Herrenhaar kostet 29 Euro oder trocken 24 Euro. Der Laden wirkt im vorderen Teil funktional. Hinten heraus mit Theke, an den Wänden allerhand Gedöns und vielen Bildern ist der Laden irgendwie heimelig. Ausgerechnet vor zwei Jahren übernahm Gorden den Salon von seinem Vater Werner, der übrigens mittwochs, freitags und samstags weiterhin mitschneidet. Falls die allgemeinen Umstände es zulassen, soll zum 35-jährigen Jubiläum eine sommerliche Party steigen. Netter familiärer Laden.

Text Alexandra Rohde, Benedikt Palm, Tina Jackmuth, Christina Langhammer, David Gutsche, Laura Freundschuh & Thomas Schneider.

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