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goEast Filmfestival 6.-12.4. in Wiesbaden

Ein facettenreiches Festivalprogramm mit spannenden Neuerungen präsentiert goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films vom 6. bis 12. April in Wiesbaden. 127 Filme aus 30 Ländern werden in diesem Jahr gezeigt, darunter viele Welt-, Europa- und Deutschlandpremieren.

Feierlich eröffnet wird das Festival am Mittwoch, den 6. April 2011 um 19.00 Uhr in der Caligari FilmBühne durch den Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Ingmar Jung, Wiesbadens Kulturdezernentin Rita Thies und die Festivalleiterin. Auf der Pressekonferenz gab Gaby Babić einen Ausblick auf die sieben Festivaltage: „goEast spiegelt verstärkt die ganze Vielseitigkeit und den Facettenreichtum osteuropäischer Kinematografien. Wir zeigen die Arbeiten von eigensinnigen Querdenkern, wie Jan Švankmajer, ebenso wie Filme, die zwar dem Autorenkino zuzurechnen sind, aber mit Genre-Elementen spielen. Zum Symposiums-Filmprogramm wiederum erwarten wir politisch sehr engagierte FilmmacherInnen, etwa die ungarische Soziologin und Regisseurin Borbála Kriza.” Gaby Babić stellte die verschiedenen Sektionen des Festivals vor und betonte hierbei auch die inhaltlichen Neuerungen der elften Ausgabe: „goEast hat sich mit der elften Ausgabe stärker thematisch ausgerichtet und ist dabei auch offener für experimentelle Programme und engagierte Positionen.”

Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filminstituts, betonte die Bedeutung, die das Festival national und international erreicht hat: „goEast hat einen hohen künstlerischen Anspruch, der natürlich nicht unbemerkt bleibt.“ Die Gründerin von goEast sprach eine persönliche Empfehlung für das Festival aus: Maria Schrader, mit der Unterstützung von Partner ŠKODA, Stargast der diesjährigen Matinée, stand gerade für den bekannten Fotografen Jim Rakete vor der Kamera. Zur Eröffnung des neuen Filmmuseums im Sommer 2011 wird die faszinierende Porträtreihe deutscher Filmschaffender gezeigt, die der Künstler eigens hierfür geschaffen hat. „Wir stehen ganz im Zeichen von Neuanfängen. Für die zwölfte Ausgabe von goEast wird dann auch das Kino im neuen Filmmuseum am Schaumainkai wieder zur Verfügung stehen.“, so Claudia Dillmann. In diesem Jahr sind ausgesuchte Filme von goEast im CineStar Metropolis in Frankfurt zu sehen.

„Das Land Hessen ist stolz, an diesem wichtigen und international beachteten Forum des Austauschs zwischen Ost und West seinen Anteil zu haben“, sagte der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Ingmar Jung. Er würdigte besonders den Beitrag des Festivals für junge Cineasten: „Hessen legt viel Wert auf die Vermittlung von Medienkompetenz, daher freuen wir uns nicht zuletzt über die goEast-Schulfilmtage, durch die ein junges Publikum schon an qualitativ hochwertiges Kino herangeführt wird.“

Kulturdezernentin Rita Thies nannte ihren Festival-Favoriten: „Als Vertreterin der Landeshauptstadt Wiesbaden bin ich sehr gespannt auf das diesjährige goEast-Symposium „Aufmarsch in Bildern – Die Neue Rechte im osteuropäischen Film“, das sich einem hochbrisanten politischen Thema widmet. goEast scheut sich nicht, ein Thema von gesellschaftspolitischer Bedeutung aufzugreifen und sich in diesem Sinne zu engagieren.“ Zudem zeigte sich die Kulturdezernentin sehr gespannt auf eine weitere Neuerung bei goEast: erstmals befindet sich das Festivalzentrum im Gebäude der Wiesbadener Casino-Gesellschaft.

Das Herzstück des Festivals bleibt weiterhin der Wettbewerb, in dem zehn Spiel- und sechs Dokumentarfilme um den ŠKODA-Preis „Die Goldene Lilie“ für den Besten Film (10.000 Euro) konkurrieren. Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ stiftet den Dokumentarfilmpreis „Erinnerung und Zukunft“ (10.000 Euro), die Landeshauptstadt Wiesbaden den Preis für die Beste Regie (7.500 Euro) und das Auswärtige Amt den Preis „für künstlerische Originalität, die kulturelle Vielfalt schafft“ (2.000 Euro).
Die Mitglieder der Internationalen Jury, die über die Vergabe der hochdotierten Preise entscheidet, gab Gaby Babić auf der Pressekonferenz bekannt: Den Juryvorsitz übernimmt der serbische Regisseur Želimir Žilnik. Neben ihm entscheiden die rumänische Schauspielerin Anamaria Marinca, der russische Produzent und Dokumentarfilmfestivalleiter Vitaly Manskiy, der deutsche Verleiher Torsten Frehse und der Gewinner der „Goldenen Lilie“ 2010, Levan Koguashvili, wer die diesjährigen PreisträgerInnen sind.
Eine Jury des Internationalen Verbands der Filmkritik vergibt den FIPRESCI-Preis.

goEast feiert und fördert den Filmnachwuchs: Das Young Professionals Programm bietet zahlreiche Workshops und Vorträge an. Die Robert Bosch Stiftung vergibt im Rahmen von goEast den Filmförder-preis für Koproduktionen in den Kategorien Kurzspielfilm, Dokumentarfilm und Animationsfilm mit einer Gesamtsumme von bis zu 210.000 Euro. Im Hochschulwettbewerb konkurrieren Filmklassen aus Lodz, Tiflis, Hamburg, Kassel, Darmstadt, Mainz, Offenbach und Wiesbaden um die mit insgesamt 4.500 Euro dotierten vier Preise der BHF-BANK-Stiftung.

Die Hommage würdigt den tschechischen Filmemacher und Künstler Jan Švankmajer, dessen Arbeiten in der ehemaligen CSSR lange Zeit verboten waren. Seine Filme kreieren eine eigene, magische Welt; surrealistische Feuerwerke filmischer Animation. goEast zeigt in einer Retrospektive ein Kurzfilmprogramm und alle Langfilme Jan Švankmajers.