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Taubertsbergbad-Sanierung dauert länger als gedacht: Vergrößerter Sauna- und Wellnessbereich geplant

Die bauliche Situation am Taubertsbergbad ist  schwieriger als angenommen. Der Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende Daniel Gahr sowie Stadtbad-Geschäftsführerin Kerstin Stumpf zogen heute eine Bilanz seit der Übernahme des Bades zum 1. Januar 2018:

Die laufenden Arbeiten  an der Sauna wurden gestoppt. „Aufgrund der immer neu zu Tage getretenen massiven baulichen Mängel in der Gebäudesubstanz macht die Sanierung der Sauna in der ursprünglich geplanten Form aus unserer Sicht keinen Sinn“, stellt Gahr fest. Aufgrund der engen Verzahnung aus Dach, Fassade und Innenausbau von Sauna und ehemaligem Erlebnisbad, ist nun vorgesehen, die Restarbeiten aus dem Saunabereich in das Gesamtsanierungsprojekt zu integrieren. Das könnte bedeuten künftig nur noch auf zwei statt wie bisher auf drei Funktionsbereiche zu setzen: also ein kombiniertes Sport- und Familienbad auf der einen Seite sowie einen großzügigeren Sauna- und Wellnessbereich auf der anderen Seite. Derzeit wird daher die Ausweitung des Saunabereiches auf die Fläche des ehemaligen Erlebnisbades und eine Erweiterung des Sportbads um einen Familienbereich präferiert.

Aktuell laufen die Vorbereitungen zu einer europaweiten Ausschreibung für diese Variante. Erst wenn diese Ausschreibung durch ist, kann verlässlich etwas über Zeit- und Kostenrahmen dafür gesagt werden. Der Aufsichtsrat der Mainzer Stadtwerke ist über dieses Thema unterrichtet. Es gibt bei den Stadtwerken einen eigens gegründeten Stadtbad-Ausschuss, dieser wird fortlaufend und regelmäßig über das Taubertsbergbad informiert. Das Thema kann sich also noch über ein paar Jahre hinziehen. Denn:

„Alle Maßnahmen, die wir bisher unternommen haben, stehen unter der Bedingung, dass der Schwimmbad-Betrieb im Sportbad und im Sommer im Freibad gewährleistet bleiben musste“, stellt Kerstin Stumpf klar. Insbesondere für die Schulen und den Schwimmunterricht sowie die Schwimmvereine ist das Sportbad unverzichtbar. Im Fokus stand seit Jahresbeginn daher zunächst der Auf- und Ausbau einer betriebssicheren Organisation des Bades. „Aufgrund der besonders schlechten tech-nischen Ausgangssituation waren und sind im Betrieb jedoch täglich neue Herausforderungen zu stemmen“, erläutert Stumpf. Das betrifft aktuell auch den Sprungturm, der aus Sicherheitsgründen und neuer TÜV-Gutachten derzeit außer Betrieb ist, aber im November wiedereröffnet werden soll. Sanierungsbedarf gibt es aber auch beim Zustand und der Funktionalität unter anderem der Duschen. „Das sind Arbeiten, die teilweise aktuell nicht gemacht werden können, da sie größere Sanierungsarbeiten erfordern und wir dann das Bad länger schließen müssten.“

Trotz dieser aktuell nicht ganz zu vermeidenden Beeinträchtigungen haben die Mainzer das Taubertsbergbad in Rekordzeit wiederentdeckt und nehmen die neuen Angebote wie Familientage oder 50-plus-Angebote sehr gut an. Bis Ende Oktober kamen in das Sportbad knapp 120.000  Besucher, davon mehr als 28 000 aus Schulen und Vereinen. Hervorragende Zahlen mit 93.000 Besuchern weist auch das Freibad auf. Zum Vergleich: In den Vorjahren waren 39.000 bis 76.000 Gäste im Freibad. Sehr positiv fiel auch die Resonanz auf die regelmäßigen Konzerte im Freibad in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Hof aus.

Sanierungen auch im Freibad
Bei den Vorbereitungsarbeiten für die Freibadsaison 2018 wurde festgestellt, dass der so genannte Potentialausgleich um die Becken nicht gewährleistet ist, was zu umfangreichen Tiefbauarbeiten führte, um die Sicherheit für die Badegäste gewährleisten zu können. Außerdem wurden Undichtigkeiten am Schwimmerbecken festgestellt, die für die Freibadsaison notdürftig repariert werden konnten, genauso wie die Pumpe für die Rutsche. Kerstin Stumpf: „In den nächsten zwei Jahren stehen daher auch größere Sanierungsarbeiten im Freibadbereich an.“ Die sind auch deshalb unumgänglich, weil das Freibad während der späteren Sanierung des bestehenden Gebäudekomplexes aus Sportbad und heutigem Sauna-/Erlebnisbadbereich eventuell mit einer Traglufthalle im Winter als provisorischer Sportbadersatz dienen könnte.
Bei der Freibadertüchtigung geht es unter anderem um den Austausch von Filtern und Pumpen, die Sanierung der Toiletten und Duschen sowie die Arbeiten am Schwim-merbecken. Aufgrund der beschränkten Zugänglichkeit waren die Probleme an dem 50-Meter-Becken vor der Übernahme des Bades durch die Stadtwerke nicht erkenn-bar. Angedacht ist daher ein Beckentausch mit teilweiser Reduzierung der Wassertie-fe, um den Betrieb energetisch zu optimieren und das Becken für die Besucher besser nutzbar zu machen. Zusätzlich werden im Freibad zur Verbesserung der Familienfreundlichkeit eine Entzerrung von Kinderbecken und Matschspielplatz, sowie eine Umnutzung des bisherigen Matschspielplatzes als Wasserspielplatz geprüft. Einige dieser Arbeiten werden jetzt vorgezogen, die Sanierung des Schwimmerbeckens im Freibad kann frühestens nach dem Sommer 2019 erfolgen.

Foto: Sascha Kopp

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