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Stichwahl der Ortsvorsteher am Sonntag 16. Juni

Aus der Allgemeinen Zeitung von Carina Schmidt und Petra Jung:

Die finale Entscheidung, wer als Ortsvorsteherin oder Ortsvorsteher in den Stadtteilen das Rennen macht, steht in 13 von 15 Stadtteilen noch bevor. Denn am 16. Juni müssen die Kandidaten zunächst noch in der Stichwahl punkten. Davon betroffen sind Neustadt, Altstadt, Oberstadt, Bretzenheim, Mombach, Gonsenheim, Finthen, Marienborn, Ebersheim, Weisenau, Laubenheim, Hechtsheim und Hartenberg-Münchfeld. Insgesamt hat die Wahl deutlich gemacht: In zehn Stadtteilen können sich die Ortsvorsteher ihres Amtes nicht mehr sicher sein.

Bei Wahl 2014 schafften es mehr im ersten Durchgang
Mögliche Amtswechsel: Nach dem aktuellen Wahlergebnis sind in drei Stadtteilen die Favoriten nicht die Ortsvorsteher, sondern ein jeweiliger Konkurrent. So liegt in Hartenberg-Münchfeld Ortsvorsteherin Karin Trautwein (CDU) knapp hinter der Grünen-Kandidatin Christin Sauer. Neustadt-Ortsvorsteher Johannes Klomann (SPD) hat deutlich schlechter abgeschnitten als Christoph Hand (Grüne). In Ebersheim liegt der grüne Matthias Gill leicht hinter CDU-Kandidatin Anette Odenweller. Er konnte die grüne Erfolgswelle nicht für sich nutzen.

Schwächeres Ergebnis: Deutlich schlechter abgeschnitten als 2014 haben der Laubenheimer Ortsvorsteher Gerhard Strotkötter (SPD), der Weisenauer Ralf Kehrein (SPD) und die Gonsenheimerin Sabine Flegel (CDU). Alle Drei waren bei der vorherigen Kommunalwahl im ersten Durchgang im Amt bestätigt worden.
Im Amt bestätigt: Lediglich zwei Kandidaten konnten sich im ersten Wahlgang durchsetzen. Die Lerchenberger Ortsvorsteherin Sissi Westrich (SPD) startete mit sagenhaften 73,9 Prozent durch, der Draiser Amtsinhaber Norbert Solbach (CDU) siegte nur mit knappen 52,3 Prozent. Beide hatten jeweils nur einen Gegenkandidaten. Bereits 2014 gelang Westrich mit 59,9 Prozent in ihrem Stadtteil der Sieg, wobei damals auch von CDU, ÖDP und FDP Kandidaten aufgestellt worden waren. Dieses Mal gab es nur eine grüne Gegenkandidatin – auf Franziska Conrad fielen 26,1 Prozent aller Stimmen. Der ÖDP-Mann Karl-Heinz Schimpf war aus gesundheitlichen Gründen schließlich doch nicht angetreten.
Für Norbert Solbach wurde der Wahlabend zu einer Zitterpartie. Bei der Wahlparty im Mainzer Rathaus gab er sich am frühen Sonntagabend noch siegessicher. Doch dann hatte noch bis kurz nach 21 Uhr sein Konkurrent Matthias Dietz-Lenssen (SPD) einen leichten Vorsprung, von dem dieser selbst überrascht wurde. Als dann die letzten beiden Bezirke ausgezählt waren, konnte Solbach doch noch aufatmen. Wobei er den SPD-Kandidaten mit lediglich 82 Stimmen überholte.

Grüne Spitzenreiter bei Stichwahl: Für die Grünen-Kandidaten geht es in neun Stadtteilen in die zweite Runde, dabei stellen sie in vier die bestplatzierten Kandidaten: Altstadt (Brian Huck), Neustadt (Christoph Hand), Hartenberg-Münchfeld (Christin Sauer) und Oberstadt (Daniel Köbler). Die weiteren Stadtteile, in denen Grüne in die Stichwahl gehen: Weisenau (Robert Opara), Mombach (Ansgar Helm-Becker), Gonsenheim (Markus Alvarez Gonzalez), Ebersheim (Matthias Gill) und Bretzenheim (Fabian Ehmann).

Auch die SPD geht in neun Stadtteilen in die Stichwahl. Vorne liegt sie aber nur in drei Stadtteilen: Weisenau (Ralf Kehrein), Mombach (Christian Kanka) und Laubenheim (Gerhard Strotkötter). Die weiteren Stadtteile mit SPD-Kandidaten in den Stichwahlen sind Oberstadt (Myriam Lauzi), Neustadt (Johannes Klomann), Marienborn (Achim Rhein), Hechtsheim (Tatiana Herda Muñoz) Finthen (Manfred Mahle) und Altstadt (Andreas Behringer).

Die CDU wird nur in sieben Stadtteilen in drei Wochen mit ihren Kandidaten antreten. Dafür liegt sie aktuell in fünf Stadtteilen mit ihrem Personal vorne, nämlich in Ebersheim (Anette Odenweller), Finthen (Uta Schmitt), Bretzenheim (Claudia Siebner), Hechtsheim (Franz Jung) und Gonsenheim (Sabine Flegel). Die weiteren Stichwahl-Stadtteile der CDU sind Laubenheim (Norbert Riffel) und Hartenberg-Münchfeld (Karin Trautwein).

Von der ÖDP wird nur ein Kandidat in die Stichwahl gehen: der Marienborner Ortsvorsteher Claudius Moseler.

Wahlempfehlungen: In Finthen dürfte die Stichwahl sehr spannend werden. Denn die Grünen, deren Kandidatin Sonja Haug am Sonntag mit 22,9 Prozent auf den dritten Platz kam, werden SPD-Kandidat Manfred Mahle unterstützen. Manfred Mahle geht als Zweitplatzierter (24,1) gegen CDU-Kandidatin Uta Schmitt (36,0) ins Rennen, die den langjährigen Ortsvorsteher Herbert Schäfer beerben will. Sonja Haug: „Was soll ich lange drum herum reden? Wir Grünen fühlen uns den Zielen der SPD einfach näher als denen der CDU.“ Nun gehe es natürlich darum, das grüne Wählerklientel zu einem zweiten Urnengang zu bewegen.

Wer in Ebersheim Ortsvorsteher wird, könnte davon abhängen, welche Wahlempfehlung die SPD abgibt. Deren Kandidatin Corinne Herbst war bei der Wahl am Sonntag mit 13,5 Prozent hinter Amtsinhaber Matthias Gill (Grüne/37,1) und Anette Odenweller (CDU/39,6) gelandet. Am Dienstag jedoch wollte sich Herbst noch nicht in die Karten schauen lassen: „Ich werde meinem Vorstand am Mittwochabend eine Wahlempfehlung vorschlagen.“

Ähnliche Töne kommen von Sozialdemokrat Jens Carstensen aus Gonsenheim. Hier muss die amtierende Ortsvorsteherin Sabine Flegel (CDU/44,5 Prozent) überraschend in die Stichwahl gegen den Grünen Markus Alvarez Gonzales (25,5). Carstensen, der am Sonntag auf 23,7 Prozent kam: „Über eine Wahlempfehlung müssen wir erst mal intern sprechen.“

Wesentlich deutlicher äußert sich da Sozialdemokrat Jürgen Zaufke aus Hartenberg-Münchfeld: Noch sei die Wahlempfehlung nicht offiziell ausgesprochen. Aber die Tendenz gehe klar dahin, dass die SPD die bisherige Amtsinhaberin, die Christdemokratin Karin Trautwein, unterstützen werde. Die Kandidatin der Grünen, Christin Sauer, sei aus seiner Sicht keine Alternative: „Diese No-Name-Frau hat ja sogar noch nie im Ortsbeirat gesessen.“

Die Grünen in Hechtsheim möchten ebenso eine Wahlempfehlung geben, wie Rupert Röder bestätigt. Allerdings wolle man sich intern erst noch austauschen. Auch die Laubenheimer Grünen müssen sich noch beraten, sagt Kamil Ivecen. Gleiches gilt für Marienborn. „Ich werde erst auch noch mit den Stichwahl-Kandidaten telefonieren“, kündigt David Nierhoff (Grüne) an.

Keine Wahlempfehlung möchte die CDU in der Oberstadt abgeben, wie Ludwig Holle informiert. Auch Lukas Augustin deutet an, dass es von der Weisenauer CDU höchstwahrscheinlich keine Empfehlung geben wird – hier steht aber auch noch das finale Gespräch aus. Karsten Lange aus der Neustadt will eine Empfehlung abgeben, spruchreif sei diese aber noch nicht. Joachim Lieber (CDU) aus Mombach will dezidiert keine Wahlempfehlung geben. „Aus unserer Sicht ist keiner wählbar. Die Schnittmengen sind einfach zu klein, die Differenzen durch Themen wie Hauptstraße und Klärschlammverbrennungsanlage zu groß.“

Keine Wahlempfehlung wird die CDU in der Altstadt abgeben. Ulrike Gerster: „Ich wünsche beiden Kandidaten viel Glück.“ Auch die Bretzenheimer SPD will sich laut Michael_Wiegert noch beraten: „Aber inhaltlich stehen wir den Grünen näher.“

Ein Kommentar “Stichwahl der Ortsvorsteher am Sonntag 16. Juni

  1. Die ÖDP Weisenau hat eine Wahlempfehlung für Ralf Kehrein SPD ausgesprochen.
    Warum?
    1. Grüne Politik in Mainz steht für eine Giftmülldeponie in Mainz-Weisenau.
    Die Umweltdezernentin Frau Eder (Grüne), die Grünen im Stadtrat und im Ortsbeirat Weisenau treiben unaufhaltsam die Mülldeponie im Mainzer Steinbruch voran. Direkt zwischen drei Wohngebieten mit vielen Familien und deren kleinen Kindern soll eine Mülldeponie entstehen.
    Entgegen jedem Verstand will die Stadtspitze am Projekt festhalten und eine Giftmülldeponie nur wenige Meter neben einer Kinderspielfläche erreichten.
    Keine saubere Sache / Die Fakten in Kurzform
    1. Krebserzeugende Schwermetalle, Asbest-haltiger Bauschutt, Dioxin-haltige Filterstäube kommen
    2. Baukosten Lüge – ganz Mainz zahlt 50 Mio. zu viel
    3. Grundwasser Verseuchung möglich
    4. Luftgutachten ist falsch: Giftstoffe dringen bis ins Wohngebiet
    5. Es gibt keinen Schutzabstand zum Wohngebiet
    6. 100.000 Tonnen/Jahr hochgiftiger Rückstände aus der Müllverbrennung werden eingelagert
    7. ca. 12.000 Bohrungen um den porösen Untergrund zu stabilisieren, führen zu Erschütterungen und können Risse an den Häusern bilden
    8. Wertverlust der Häuser
    Weiter Informationen finden Sie auf http://www.wir-sind-mainz.de
    Mit Ausnahme der Grünen im Ortsbeirat Weisenau haben sind alle Parteien des alten Weisenauer Ortsbeirates gegen die Mülldeponie ausgesprochen. Aufgrund der neuen Mehrheiten wurden die Grünen trotz ihrer weisenaufeindlichen Politik im Ortsbeirat mit 3 Sitzen gestärkt. Aus diesem Grund möchte ich als neues Mitglied für die ödp im Ortsbeirat alle Weisenauerinnen und Weisenauer bitten, wählen Sie bei der Stichwahl den Ortsvorsteherkandidaten der sich klar gegen die Mülldeponie ausgesprochen hat.

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