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Staatstheater übernimmt Haus des deutschen Weines (HDW)

Intendant Markus Müller (links) und Gastro-Chef Martin Joham wollen das HDW langfristig übernehmen

Das Haus des Deutschen Weines (HdW) wechselt den Betreiber. Das große Restaurant am Gutenbergplatz, das direkt neben dem Staatstheater liegt, wird nicht mehr vom bisherigen Pächter Hans-Joachim Stuhlmiller betrieben.
Das Staatstheater übernimmt ab Januar das Heft und wird das HDW bis Sommer 2020 übergangsweise betreiben. Danach hofft man auf einen dauerhaften Vertrag mit der Wohnbau und Theater und Gastronomie aus einer Hand.

Die Immobilie gehört der Wohnbau und man befinde sich in guten Gesprächen. Das Haus müsse jedoch zuerst ertüchtigt werden. Da das PUR Restaurant im Theater selbst schließt, ist man froh nun das HDW betreiben zu können. Das PUR wird dann zum erweiterten Foyer des Theaters. Im HDW selbst kann der Theatergast und weitere Gäste bald speisen und teils auch Aufführungen erwarten. Die Räumlichkeiten des PUR werden zudem während der Sanierung der Theaterkantine übergangsweise als Kantine genutzt.

Die Entscheidung der Wohnbau für das Theater als langfristiger Betreiber steht noch aus, gilt aber als relativ sicher. Als stadtnahes Unternehmen ist auch OB Ebling von dem „einzigartigen“ Konzept überzeugt. Der Theaterbesuch würde damit noch stärker zu einem Gesamterlebnis.

Für den Gastronomiebetrieb hat sich das Staatstheater einen Gastronomiefachmann an Bord geholt: Martin Joham ist seit vielen Jahren in geschäftsführenden Positionen in der Gastroszene unterwegs, war unter anderem Geschäftsführer des Hofguts Laubenheimer Höhe, außerdem in leitenden Funktionen bei Gauls und im Proviantamt tätig.

Laut Intendant Markus Müller ermöglichen die Räumlichkeiten nach Umbau und Sanierung zum einen, mit kleineren Formaten das direkt gegenüberliegende Theater inhaltlich und ästhetisch anzubinden. Mal eng, mal lose verknüpft mit dem Spielplan gäbe es hier einen Ort für Lesungen, Liederabende, Talkrunden, literarische Salons und vieles mehr. Und während man in die Theatersäle keine Getränke mitnehmen darf, ließe sich bei diesen Abenden das kulinarische mit dem künstlerischen Erlebnis direkt verbinden. Zum anderen kämen all die Gäste, die in erster Linie das HDW als sehr gutes Restaurant mit hervorragender regionaler Weinkarte besuchen, zwanglos und niedrigschwellig in Kontakt mit dem Theater.

Müller schweben folgende Ideen vor:
• Die Terrasse zwischen Theater und HDW, die bislang in drei separate Einzelbereiche aufgeteilt ist, kann künftig aus einer Hand bewirtschaftet werden. Das spart Personal, ist übersichtlich und lässt eine einheitliche Gestaltung und Bewerbung zu.
• Für die immer zahlreicher werdenden Anfragen von Besuchergruppen, Firmen und Sponsoren bietet sich künftig eine für jede Zielgruppe adäquate räumliche Lösung für eine entspannte Einstimmung und einen kulinarisch bereichernden Ausklang zu jedem Theaterbesuch.
• Die für diese Gruppen sehr attraktive Räumlichkeit Glashaus (ehemals Mollers) kann dann für Sonder- veranstaltungen vor und nach Vorstellungen über die Küche und das Personal im HDW effektiv mitbespielt werden.
• Die Küche in der Kantine kann über die Küche im HDW qualitativ besser und effektiver mitbetreut werden.
• Phasen von nötigen Personalspitzen können effektiv ausgeglichen werden.
• Durch die zeitlich versetzten Personalbedarfe für Einlass, Garderobe und Platzanweiser (vor der Vorstellung), Pausengastronomie sowie Bewirtung und Garderobenausgabe nach der Vorstellung ist ein deutlich effektiverer Personaleinsatz möglich.
• Die Räumlichkeiten im ersten Obergeschoss des HDW können künftig für die Einführungen im Vorfeld aller Vorstellungen des Großen Hauses genutzt werden. Damit würden die bislang im Hauptfoyer untergebrachten Vorträge aufgewertet, auch da die Zuschauer*innen hier schon ein gutes Glas Wein trinken oder auch eine Kleinigkeit essen können. Die Besucher*innen, die nicht zur Einfüh- rung kommen, können sich künftig im Foyer aufhalten, ohne dass Einführung und Foyerbewir- tung einander, wie bislang, wechselseitig stören.
• Es entsteht für jede*n Besucher*in die Möglichkeit, den Theaterbesuch so zu gestalten, dass seine / ihre gastronomischen Wünsche vor, während und nach der Vorstellung individuell erfüllt werden können. Selbstverständlich können Pausenreservierungen vorgenommen werden.

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