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Rosenmontag-Motivwagen mit Themen von Trump über Erdogan bis Macron

Unter dem Motto „So wie der Mond die Nacht erhellt, strahlt Mainzer Fastnacht in die Welt“ startet am Rosenmontag 2018 der 116. närrische Zug durch die Straßen der Stadt. An der Josefsstraße Ecke Boppstraße macht sich der vierfarbbunte Lindwurm traditionell um 11:11 Uhr auf seine rund sieben Kilometer lange Strecke mit insgesamt 139 Zugnummern, begleitet von rund 8.800 Teilnehmern und erwarteten 550.000 Zuschauern entlang der Strecke.
Einer der Höhepunkte und Markenzeichen des Mainzer Rosenmontagszugs sind die Motivwagen, die alljährlich herrlich humorvoll mit satirischen Seitenhieben gespickt Ereignisse und Persönlichkeiten auf die närrische Schippe nehmen. In diesem Jahr ziehen insgesamt 13 Motivwagen ihre überlebensgroß karikierten Kunstwerke durch die Gassen.  Da fehlt weder Donald Trump, der im Wettstreit mit Nordkorea fragt „Wer hat den Größten?“, noch der türkische Machthaber Erdogan, der „Urlaub bei Freunden“ etwas anders interpretiert. Einen satirischen Seitenhieb bekommt auch der französische Präsident Macron ab, der mit einer lädierten Karosse zu kämpfen hat. Karikiert werden unter anderem auch Günter Beck mit seinem Spaßbad und Marianne Grosse als Bücherstütze am Bibelturm.
Gebaut werden sie seit über 55 Jahren vom MCV-Wagenbauer Dieter Wenger und seinem Team. Die Motivwagen glossieren sowohl innerstädtische oder regionale wie auch bundes- oder weltpolitische Themen. Mit der Planung und dem Bau der Motivwagen wird bereits im Herbst des jeweiligen Vorjahres angefangen. Alle Motivwagen werden am Fastnachtssonntag in der Innenstadt auf der Ludwigsstraße im Rahmen der Veranstaltung „Tanz auf der Lu“ aufgestellt und der Öffentlichkeit präsentiert.

Über die Motivwagen im Rosenmontagszug entscheidet die Zugleitung des MCV. Jedes Jahr stimmt sie in einer Sitzung über die Ideen und Entwürfe ab, mit denen die aktuelle Politik karikiert werden soll. Zeichnerisch umgesetzt hat sie in diesem Jahr Michael Apitz. Ist die endgültige Entscheidung gefallen, werden die Plastiken in der Wagenhalle des MCV in Mombach gebaut und die passenden Verse geschmiedet. Früher wurden die Figuren aus Maschendraht geformt, mit Rupfen (poröses Gewebe) bezogen, eingegipst und bemalt. 1967 kam erstmals Styropor zum Einsatz. Heute werden die Figuren der Motivwagen mit der Säge aus Styroporblöcken herausgeschnitten. Die Feinarbeit erfolgt mit dem „heißen“ Draht und elektrischen Schlingen. Polierwerkzeuge geben den letzten Schliff, bevor die Figuren farbig gestaltet werden. Veranstalter der Mainzer Straßenfastnacht ist der Mainzer Carneval-Verein 1838 e.V. (MCV).

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