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ÖDP nominiert SPD-Frau Dr. Gitta Weber als neue Umwelt- und Verkehrsdezernentin

Spannung: Nachdem die Grünen die Frankfurter Büroleiterin des Dezernats für Umwelt und Frauen – Janina Steinkrüger – zur Nachfolgerin von Verkehrsdezernentin Katrin Eder nominiert haben (wir berichteten), und auch die CDU einen Kandidaten vorgeschlagen hat, zieht nun die ÖDP nach: Die Stadtratsfraktion ernennt die Dipl.-Chemikerin Dr. Gitta Weber (Foto Mitte) zur Kandidaten und pfeift dabei auf Parteigrenzen. Denn Weber ist SPD-Ortsbeiratsmitglied in Weisenau und dort auch stellvertretende Ortsvorsteherin, Jahrgang 1963, seit Jahren im Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz tätig und leitet seit 2010 eine Messstelle für Gefahrstoffe. Gemeinsam mit der ÖDP kämpft sie seit Jahren gegen die geplante Bauschutt-Deponie am Steinbruch von Laubenheim. Bei ihrer Wahl wäre das Projekt wahrscheinlich beendet.
Am 13. Juli wird in einer außerplanmäßigen Sitzung des Stadtrates über die Personalie abgestimmt. Sollte die Ampel-Koalition alle ihre Stimmen mobilisieren können, käme sie auf 33 von 60 Stimmen und hätte somit die Mehrheit. Sollten aber nur drei Genossen „abweichen“, käme es zur Stichwahl. Es bleit also spannend. Die SPD gibt bereits die Marschrichtung vor: „Es gelten […] die Regeln, wie wir sie im Koalitionsvertrag gemeinsam vereinbart habe. Daher ist es selbstverständlich, dass die SPD-Stadtratsfraktion die Kandidatin der Grünen-Stadtratsfraktion, Janina Steinkrüger, am 13. Juli mit wählen wird“, so die aktuellen Vorsitzenden Eckart Lensch und Matthias Dietz-Lenssen (Stlv.).

Weber hat in Chemie promoviert. Stationen waren die University of California, Irvine (USA), die Johannes Gutenberg-Universität und das Max Planck Institut für Polymerforschung, beide Mainz sowie die Universität Bayreuth. „Mit diesem naturwissenschaftlichen Hintergrund eignet sich die Bewerberin aus Sicht der ÖDP-Fraktion für das Umwelt- und Verkehrsdezernat ganz hervorragend“, betont ÖDP-Fraktionsvorsitzender Dr. Claudius Moseler.

Sie ist aber auch im gesellschaftlichen Leben der Stadt engagiert und vertritt dort ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse wie auch Erfahrungen mit den Menschen in ihrem Stadtteil Weisenau, u.a. auch im TV 1846 Weisenau, im OLF Mainz sowie bei besagter Bürgerinitiative Mainz 21, die sich gegen die Entsorgung von schadstoffbelasteten Abfällen im Steinbruch Laubenheim einsetzt.

Inhaltlich möchte Weber sich dafür einsetzen, dass konsequente Maßnahmen für einen nachhaltigen Klimaschutz umgesetzt werden, dass in Mainz ein sicheres Radwegekonzept etabliert wird und dass seitens der Dezernate die Initiativen der Ortsbeiräte stärker aufgenommen und umgesetzt werden. Darüber hinaus müsse das 365-Euro-Ticket zeitnah umgesetzt werden und die Nachverdichtung in Mainz ein Ende haben. Grünflächen in der City und den Vororten müssen erhalten bleiben.

„Die ÖDP möchte mit diesen Personalvorschlag beim demokratischen Kampf um die besseren Ideen mitwirken“, so ÖDF Chef Claudius Moseler. Dabei ist es für uns nichts Ungewöhnliches Personen mit einem anderen Parteibuch zu unterstützen. Als kleine Fraktion haben wir das schon öfters gemacht. Die ÖDP möchte aber auch eine inhaltliche Alternative mit ihren Kandidatinnen-Vorschlag anbieten. Eine Bewerberin, die sich mit Leib und Seele für ihre Überzeugungen einsetzt. „Wir sind der Auffassung, dass Gitta Weber durch ihre örtliche Verankerung, durch ihre breiten naturwissenschaftlichen Kenntnisse und ihre beruflichen Erfahrungen eine Bereicherung für den Stadtvorstand wäre.“

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