| | Kommentieren

Neue Schiffsanlegeplätze sollen Rheinblick versperren

Neue Liegeplätze und eine Autoabsetzanlage am Mainzer Feldbergplatz sollen den Schiffern Erleichterung verschaffen. Die Folge ist ein versperrter Rheinblick, der nun bei vielen Anwohnern für Empörung sorgt. Derzeit können die Binnenschiffer noch an der Nordmole an einer provisorischen Liegestelle festmachen; auch die Autos werden dort abgeladen. Das soll allerdings nur noch eine begrenzte Zeit möglich sein. Weswegen neue Anlegestellen am Zollhafen gebaut werden. Die Pläne sehen vor, nicht nur an der Südmole neue Liegeplätze einzurichten; die Anlegestelle zieht sich über den Feldbergplatz hinaus, etwa bis auf Höhe des Spielplatzes in der Taunusstraße. Was in der Neustadt jetzt bei einigen Anliegern für Aufregung sorgt.

Wie den Planfeststellungs-Unterlagen, die derzeit zur Einsicht im Rathaus und im Umweltamt ausliegen, zu entnehmen ist, wird auf Höhe des Feldbergplatzes die Autoabsetzanlage für die Schiffer entstehen. Dafür wird auf dem Rhein, etwa an der nördlichen Ecke des Feldbergplatzes, wo sich der Parkplatz befindet, eine Plattform errichtet, von dieser aus wird eine etwa 19 Meter lange und 7,50 Meter breite Fahrzeugbrücke aus Stahl dafür sorgen, dass die Autos der Schiffer an Land gelangen. Am Ufer, angrenzend an die große Freitreppe am Feldbergplatz, werden vier Kurzzeitparkplätze für die Schiffer angelegt, erklärt Peter Zantopp-Goldmann von der Zollhafen Mainz GmbH und Co. KG.

Insgesamt erstreckt sich der Autoabsetzplatz über 165 Meter, sechs Dalben, also Pfähle zum Befestigen der Schiffe, werden dafür etwa 16 Meter vom Ufer entfernt im Rhein angebracht. Wie aus den Unterlagen zur Planfeststellung hervorgeht, werden die Dalben etwa 2,80 Meter aus dem Wasser herausragen. Auch ein Kran gehört zu der Anlage.

Wirt der Caponniere will sich wehren
Je ein Schiff kann das Auto abladen, dahinter befinden sich weitere „Kurzzeitparkplätze“ für wartende Schiffe auf dem Wasser. Ein dauerhaftes Anlegen soll es vor dem Feldbergplatz nicht geben; nach dem Abladen des Autos sollen die Schiffe dann zum Liegeplatz an der Südmole weiterfahren. „Im Gegensatz zu den Liegeplätzen, wo den Binnenschiffen ein längeres Stillliegen gestattet ist, darf der Pkw-Absetzplatz nur kurzfristig belegt werden. Die Liegezeit wird auf den Zeitraum beschränkt, der für das Versetzen eines Fahrzeugs erforderlich ist“, so heißt es wörtlich in den Unterlagen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes.
Peter Hoffmann, Pächter der Caponniere auf dem Feldbergplatz ist höchst besorgt. Schließlich könnten die Schiffe, die dann vor der Freitreppe parken und Autos abladen, den Rheinblick massiv versperren. „Wer soll sich dann noch auf die Treppe oder in den Biergarten setzen, wenn da wie eine Wand die Frachter liegen?“, fragt der Gastronom, der die Caponniere seit Janaur 2016 betreibt. Er fordert, die Autoabsetzanlage an einem anderen Ort zu installieren.

Einigung mit dem Denkmalschutz
Auch die Neustadt-CDU schaltet sich nach dem Hinweis des Wirts jetzt ein, reichte im Ortsbeirat einen Dringlichkeitsantrag ein. Nachdem der Antrag abgelehnt wurde, ruft der Sprecher der CDU-Ortsbeiratsfraktion, Karsten Lange, zum Widerstand gegen die Pläne auf: „Wir werden die Anwohner auf das laufende Planfeststellungsverfahren hinweisen, um ihnen die Möglichkeit zu bieten, ihre Bedenken vorzubringen. Die meisten Bewohner der Taunusstraße haben noch gar nicht realisiert, dass da künftig Frachtschiffe vor ihren Häusern liegen werden“, sagt er.
Neu ist das Vorhaben allerdings nicht. Bereits im Jahr 2013 wurden Pläne erstellt, 2014 gab es Beratungen mit der Denkmalpflege. Diese meldete aufgrund der Dalben, die vor dem Feldbergplatz angebracht werden sollen, zunächst zwar Bedenken an, da der Platz samt Caponniere Denkmalzone sei. Später einigte man sich auf eine mit dem Denkmalschutz verträgliche optische Gestaltung der Anlage, das geht aus den Unterlagen hervor.
Auch die Öffentlichkeit wurde bereits 2015 zur Informationsveranstaltung geladen. An dem Treffen in der Kunsthalle nahmen, so das Protokoll, damals vier Mainzer Bürger teil.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.