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Mainz will Fairtrade-Stadt werden


Der Mainzer Stadtrat hat im April 2011 beschlossen, dass sich die Stadt Mainz an dieser weltweiten Kampagne beteiligt. Ziel ist es, den fairen Handel alltagstauglich zu machen, d.h. das Angebot an fair gehandelten Produkten in der Stadt auszuweiten, die Bürger zu informieren und zu motivieren, vermehrt fair gehandelte Produkte zu kaufen. Dazu wurde kürzlich ein Lenkungskreis gegründet.

Die weltweite Kampagne von Transfair e.V. wird von Köln aus koordiniert. Der gemeinnützige Verein vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte und vermittelt Marktzugänge zu fairen Bedingungen für Produzentengruppen und Arbeiter aus benachteiligten Regionen des Südens. Insgesamt 35 Institutionen aus den Bereichen Entwicklungspolitik, Kirche, Verbraucherschutz tragen Transfair e.V. Darüber hinaus unterstützen die EU, die Bundesregierung, Parteien und viele engagierte Einzelpersonen die Arbeit von Transfair e.V.

Der Faire Handel unterstützt Produzenten in den Entwicklungsländern, um ihnen eine menschenwürdige Existenz zu ermöglichen. Die wichtigsten Kriterien des Fairen Handels sind unter anderem das Verbot von illegaler Kinderarbeit und Zwangsarbeit, die Schaffung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen und garantierte Mindestpreise.

Es sind mehr als 1000 Fairtrade-Städte in 22 Ländern verzeichnet. In Deutschland gibt es derzeit 53 ausgezeichnete Fairtrade-Städte. Bislang wurden erst drei rheinland-pfälzische Städte ausgezeichnet. Und diesen Titel strebt die Landeshauptstadt ebenfalls an. Dazu muss Mainz

  • einen Stadtratsbeschluss fassen, sich an der Kampagne zu beteiligen und dass in allen Rats- und Ausschusssitzungen sowie im Bereich des Büros des Oberbürgermeisters Kaffee und ein weiteres Produkt aus dem Fairem Handel verwendet werden. Dieser Stadtratsbeschluss liegt vor.
  • Einen Lenkungskreis gründen. Auch dies ist, wie berichtet, nun auf Initiative des Oberbürgermeisters geschehen.
  • regelmäßig über den Stand der Bemühungen, Fairtrade-Stadt zu werden, berichten und Öffentlichkeitsarbeit dazu machen.
  • entsprechend seiner Einwohnerzahl (199.752) mindestens 30 Geschäfte und 15 Gastronomiebetriebe mit fair gehandelte Produkte nachweisen.
  • die örtlichen Medien dafür gewinnen, über die Aktivitäten der Landeshauptstadt Mainz  auf dem Weg zur Transfair-Stadt zu berichten.

Weiterhin muss mindestens eine Schule, ein Verein und eine Kirche in der Landeshauptstadt dafür gewonnen werden, Fairtrade-Produkte zu verwenden und Bildung zum Thema Fairer Handel zu vermitteln.

Und spricht man von Fairtrade-Produkten so ist nicht nur Kaffee oder Tee gemeint. Die Produktpalette reicht von Blumen, Fußbällen, Bekleidung, Natursteinen über Teppichen bis hin zu Süßwaren, Säften und Zucker.

„Zur ersten Sitzung des Mainzer Lenkungskreises kam eine sehr interessante Runde kompetenter, motivierter und engagierter Menschen zusammen“, sagt Oberbürgermeister Beutel. So waren der Hotel- und Gaststättenverband, die Werbegemeinschaft des Mainzer Einzelhandels, die Kirchen, diverse Schulen, die Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die Volkshochschule Mainz, das Land Rheinland-Pfalz, die Stadtverwaltung ohnehin mit ihren Dezernaten sowie verschiedene Nichtregierungs-Organisationen wie der Weltladen, ELAN e.V. und SEARA e.V. vertreten.

Man einigte sich auf einen Arbeitsplan für 12 Monate. Die Treffen finden alle zwei Monate statt. Erster Arbeitsauftrag ist eine Bestandsaufnahme: Was und wo werden bereits Fairtrade-Produkte im Mainzer Einzelhandel verkauft und was gibt es an Bildungsangeboten und Aktionen zum Beispiel an Schulen. Außerdem soll erfasst werden, wo bereits fair gehandelte Produkte angeboten werden, z.B. bei Gemeindefeste, in Mensen und Kantinen.

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