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Mainz hat einen neuen Weihbischof

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Das Bistum Mainz hat wieder einen Weihbischof: Regens Dr. Udo Markus Bentz ist gestern nachmittag im Mainzer Dom zum Weihbischof geweiht worden. Der Priester des Bistums Mainz war am 15. Juli von Papst Franziskus zum Weihbischof im Bistum Mainz ernannt worden.

Hauptkonsekrator der Bischofsweihe war der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann; Kardinal Karl-Josef Rauber, der Priester des Bistums Mainz ist, und der Erzbischof von Freiburg, Stephan Burger, waren Mitkonsekratoren. Die eigentliche Weihehandlung erfolgte durch Handauflegung und Weihegebet; anschließend wurde Bentz mit Chrisam gesalbt, dann bekam er die Bischöflichen Insignien überreicht: Ring, Mitra und Bischofsstab. Danach brandete im Dom begeisterter Applaus auf. Zu Beginn des Gottesdienst war Bentz‘ Ernennungsur-kunde verlesen worden.

Predigt von Lehmann
In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte Lehmann einen Text des heiligen Augustinus, der ihm selbst „immer kostbar und hilfreich“ gewesen sei: „Wo mich erschreckt, was ich für euch bin, dort tröstet mich, was ich mit euch bin. Für euch bin ich nämlich Bischof, mit euch bin ich Christ. Jenes ist der Name der übernommenen Pflicht, dieses der Gnade; jenes ist Gefahr, dieses Heil.“ Für Augustinus sei das Bischofsamt „ganz und gar Dienst als Einsatz für die Schwestern und Brüder im Glauben“, sagte Lehmann. Manche Bürde des Amtes sei leichter zu tragen, wenn man sich „ganz demütig zum normalen und einfa-chen Volk Gottes“ stelle. „Manchmal spreche ich selbst deswegen gerne von der Zuge-hörigkeit zum ,Fußvolk‘ Gottes. Man sieht dann auch, was anderen gegeben und aufge-tragen ist und überschätzt sich nicht. Diese Einheit im Christsein mit vielen anderen kann bescheidener und demütiger machen. Es steht jedenfalls aller Selbstüberschätzung des Amtes entgegen“, betonte der Kardinal.

Er habe als Bischof dieses „gegenseitige Tragen, dieses gemeinsame Christsein und Leben in verschiedenen Aufgaben“ hier in Mainz lange und reich erfahren dürfen. „Ich danke vielen Frauen und Männern, Jungen und Alten für die solidarische Weise, mit der sie un-seren Dienst mitgetragen haben. Ich durfte dieses Fundament zusammen mit den Vor-gängern Bischof Stohr, Kardinal Volk und den Weihbischöfen Josef Maria Reuß, Wolf-gang Rolly, Franziskus Eisenbach, Werner Guballa und Ulrich Neymeyr immer wieder dankbar spüren. Dies gilt für Ehrenamtliche und Hauptamtliche. Dadurch konnte ich meinen Dienst fast immer mit Freude und Dankbarkeit tun“, sagte Lehmann.
Mit diesem Dank verbinde er die Bitte, dass „wir dieses kostbare Erbe einer guten Tradi-tion in der Kirche“ durch unsere Mitarbeit bewahren – nicht nur heute, sondern auch morgen als ein unverzichtbares Element im Bau der Kirche von Mainz. „Dieses spirituelle und pastorale Erbe wünsche ich auch Dir, lieber Udo Markus Bentz, im Namen aller zu Deinem Weihetag und zu Deinem Dienst. Trage die Fackel des Glaubens weiter. Das Feuer glimmt immer noch unter der Asche“, betonte der Kardinal.

Dankeswort von Weihbischof Bentz
In seinem Dankeswort am Ende des Gottesdienstes sagte Bentz, dass er seine Aufgabe als Weihbischof im Mithelfen und Unterstützen verstehe, „damit wir gemeinsam in der pil-gernden Kirche unsere Berufung als getaufte Christen leben“. „Geben wir dem Wirken des Herrn in der Gegenwart Raum! Darin sehe ich die Mitte des bischöflichen Hirten-dienstes. Daran soll mich der Bischofsstab als Hirtenstab erinnern“, betonte Bentz – der Bischofsstab von Bentz ist ein Geschenk des Bistums Mainz.
Weiter sagte Bentz, dass die Frohe Botschaft Jesu Christi für ihn ein „Dach über dem Kopf“ sei. „Mit einem Dach über dem Kopf ist man geschützt. Man weiß, wo man hin-gehört“, sagte Bentz – dies sei insbesondere in diesen Tagen wichtig, wo viele vertrieben seien und kein Dach über dem Kopf hätten. Bentz hob hervor, dass die Verkündigung der Frohen Botschaft zu seinen hauptsächlichen Aufgaben gehöre. Hier würden Pflicht und Neigung zusammentreffen, „denn ich predige gerne“. „Das ist die Aufgabe des Hir-ten: mithelfen, dass diese zum Leben ermutigende Botschaft für möglichst viele Menschen zum ,Dach über dem Kopf‘ und zu einem Zuhause wird, in dem es sich gut leben lässt. Und ,überall‘ meint dann auch, sich als Kirche nicht zufrieden geben mit der Ver-kündigung der Botschaft in Nischen, in denen es bequem ist und man sich selbst genügt. ,Überall‘ heißt: Wir haben guten Grund, diese Frohbotschaft wirklich in die Herausforde-rungen der Gegenwart hinzubuchstabieren“, sagte Bentz. Vor seinem Dankeswort ging Bentz durch den Mainzer Dom und segnete die Teilnehmer des Gottesdienstes.

Gäste aus vielen Diözesen
Neben dem Mainzer Domkapitel und zahlreichen Priestern und Geistlichen aus dem Bistum Mainz nahmen unter anderen auch viele Bischöfe aus deutschen Diözesen an dem Gottesdienst teil: darunter Erzbischof Dr. Ludwig Schick aus Bamberg, der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann, der Limburger Alt-Bischof Dr. Franz Kamphaus sowie zahlreiche Weihbischöfe. Gekommen waren unter anderen auch Vertreter von Verbän-den, Orden, geistlichen Gemeinschaften sowie aus der evangelischen Kirche und der Politik, darunter der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling. Besondere Grüße ließ Bischof Dr. Ulrich Neymeyr, Erfurt, ausrichten. Der frühere Mainzer Weihbischof war aufgrund eines Termins in seiner Diözese verhindert. Von Seiten der Nuntiatur in Berlin war Nuntiaturrat Dr. Mitja Leskovar gekommen.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes hatten der Mainzer Domchor und die Mainzer Dombläser unter Leitung von Domkapellmeister Karsten Storck, die Schola des kirchenmusikalischen Institutes unter Leitung von Diözesankirchenmusikdirektor Tho-mas Drescher sowie Domorganist Daniel Beckmann an der Domorgel übernommen.
Domdekan Prälat Heinz Heckwolf hatte zu Beginn des Gottesdienstes die Anwesenden begrüßt.

Ernennung wurde am 15. Juli bekannt gegeben
Die Ernennung von Bentz war am 15. Juli, um 12.00 Uhr zeitgleich im Vatikan und in Mainz bekannt gegeben worden. Kardinal Lehmann hatte Bentz im Rahmen einer Presse-konferenz im Mainzer Haus am Dom vorgestellt. Bentz wird zunächst weiterhin als Re-gens des Priesterseminars tätig sein. Darüber hinaus ernannte ihn Lehmann zum Bi-schofsvikar für die Jugendseelsorge im Bistum Mainz und zum Mitglied des Geistlichen Rates; seine erste Visitation wird Bentz ins Dekanat Seligenstadt führen.

Bentz wird Titularbischof von Sita. Das untergegangene Bistum lag in der römischen Provinz Mauretania Caesariensis (im heutigen Algerien). Als bischöfliches Leitwort hat Bentz einen Vers aus dem Markus-Evangelium gewählt. In einer kleinen Abwandlung vom lateinischen Bibeltext (Mk 16,20) lautet das Leitwort „praedicare ubique – domino cooperante“ – „Überall predigen – der Herr wirkt mit“.

Udo Bentz wurde am 3. März 1967 in Rülzheim geboren. Nach Abschluss seines Theologiestudiums in Mainz und Innsbruck wurde er am 1. Juli 1995 durch den Mainzer Bischof, Karl Lehmann, zum Priester geweiht. Anschließend war er als Kaplan in Worms am Dom St. Peter und in der Gemeinde St. Martin tätig. Am 1. August 1998 wurde er Bischöflicher Sekretär bei Bischof Lehmann. Diese Aufgabe nahm er vier Jahre lang wahr, bevor er am 1. August 2002 zur Promotion freigestellt wurde. Bentz hat seine Doktorar-beit im Fach Dogmatik an der Albert Ludwigs-Universität Freiburg geschrieben. Sie trägt den Titel: „Jetzt ist noch Kirche – Grundlinien einer Theologie kirchlicher Existenz im Werk Karl Rahners“. Neben seinem Promotionsstudium war Bentz während dieser Zeit in verschiedenen Pfarreien der Diözese seelsorglich tätig. Zum 1. September 2007 über-nahm er als Regens die Leitung des Mainzer Priesterseminars. 2011 wurde er von Kardi-nal Lehmann zum Geistlichen Rat ernannt. 2013 wurde er für vier Jahre zum Vorsitzen-den der Deutschen Regentenkonferenz gewählt. Im vergangenen Jahr übernahm er zusätzlich die Ausbildungsleitung für Kapläne und Pastoralassistenten im Bistum Mainz.

Stichwort: Weihbischof
Das Kirchenrecht bestimmt, dass auf Antrag eines Diözesanbischofs ein oder mehrere so genannte Auxiliarbischöfe ernannt werden können, wenn pastorale Gründe dies erforder-lich machen. Der lateinische Titel „episcopus auxiliaris“ bedeutet übersetzt „Hilfsbi-schof“. In Deutschland und Österreich wird ein Auxiliarbischof traditionell als Weihbi-schof bezeichnet. Er ist dem Diözesanbischof vor allem zur seelsorglichen Leitung des Bistums an die Seite gegeben und handelt in seinem Auftrag. Ein Weihbischof erhält seine rechtlichen Vollmachten und konkreten Aufgabenbereiche vom zuständigen Ortsbischof. Er ist jedoch Bischof im vollen theologischen Sinn. Einem Weihbischof ist im Unterschied zum Diözesanbischof keine eigene Diözese zur Leitung übertragen. Allerdings wird jeder Weihbischof auf den Titel eines früher bestehenden, inzwischen aber unterge-gangenen Bistums geweiht – das so genannte Titularbistum. Damit wird deutlich gemacht, dass jedem Bischof eine Teilkirche zugeordnet ist.

Udo Markus Bentz ist auch in den sozialen Netzwerken un-terwegs – auf Facebook: www.facebook.de/weihbischof.udo.bentz und auf Twitter: www.twitter.com/weihbischof_mz