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Mainz 05 Mitgliederversammlung: Alt-Vorstand für Lebensleistung geehrt

Der 2017 aus seiner Funktion ausgeschiedene Alt-Vorstand des 1. FSV Mainz 05 ist im Rahmen einer Mitgliederversammlung in der OPEL ARENA geehrt worden. „Heute ist ein guter Zeitpunkt, die Lebensleistung des ehemaligen Vorstands für Mainz 05 zu würdigen. Mit Harald Strutz und Christian Heidel an der Spitze hat dieser in wirtschaftlich und sportlich schwierigen Zeiten Verantwortung für Mainz 05 übernommen und den Verein über viele Jahre von einer grauen Maus zu einem etablierten Bundesligisten entwickelt“, sagte 05-Vorsitzender Stefan Hofmann. „Ohne sie wäre Mainz 05 nicht das, was der Verein heute darstellt.“
Harald Strutz, der Mainz 05 als Präsident von 1988 bis 2017 vorstand, wurde im Rahmen der Mitgliederversammlung einstimmig zum Ehrenpräsidenten des Vereins ernannt. Als Laudator zu seiner Ehrung hatte der Verein den langjährigen Wegbegleiter und DFL-Präsidenten Dr. Reinhard Rauball eingeladen.

An Harald Strutz gewandt sagte er: „Mainz 05 ist dein Verein, der einen ganz großen Teil deines Lebenswerkes darstellt. Den Du geprägt hast. Zweifellos im Zusammenspiel mit deinen Vorstandskollegen, den Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle, Mannschaften und Trainern. Aber vor allem mit deinem Einsatz und viel Kreativität hast du dafür gesorgt, dass der 1. FSV Mainz 05 heutzutage weit über die Stadtgrenze hinaus ein sehr geschätzter Verein ist und ein fester Bestandteil der Bundesliga.“

Der 1. FSV Mainz 05 ernannte gemäß seines Ehrenstatus die übrigen ehemaligen Vorstandsmitglieder Jürgen Doetz, Peter Arens, Karl-Heinz Elsäßer, Christian Heidel, Friedhelm Andres, Manfred Thöne und Hubert Friedrich zu Ehrenmitgliedern. Ex-Manager Christian Heidel musste der Mitgliederversammlung aufgrund der laufenden Reha-Maßnahmen nach seiner Erkrankung fernbleiben. Er wandte sich in einer Video-Botschaft an den Verein und dessen Mitglieder. Die Ehrung nahm stellvertretend Sohn Patrick entgegen.
Andreas Krafft, der dem Alt-Vorstand knapp sechs Jahre angehörte, wurde mit der Ehrennadel des Vereins ausgezeichnet. Der ehemalige Vizepräsident Peter Arens feierte zudem 50 Jahre Mitgliedschaft im Verein.

Verein präsentiert beeindruckende Zahlen

Auch wenn es sportlich gerade nicht sonderlich läuft, hat der Verein das vergangene Geschäftsjahr mit einem Rekordgewinn nach Steuern von 15,8 Mio. Euro bei einem Rekordumsatz von 145,4 Mio. Euro abgeschlossen.

Der signifikante Anstieg des Jahresumsatzes (Steigerung im Vergleich zur Vorsaison um 27 Prozent) war vor allem auf die erfolgreiche Transferpolitik des Vereins zurückzuführen. Die Erträge des Vereins setzten sich aus Transfers (55,9 Mio. Euro), der Medienverwertung (55,7 Mio. Euro), dem Sponsoring (20,4 Mio. Euro), dem Ticketing (7,8 Mio. Euro) sowie weiteren betrieblichen Einnahmen in Höhe von 5,5 Mio. Euro zusammen.
37,6 Mio. Euro des vom Verein betriebenen Gesamtaufwands von 120,7 Mío. Euro entfielen auf den Lizenzspielerkader (Durchschnitt in der Bundesliga 2017/18 73,2 Mio. Euro), 41,5 Mio. Euro investierte der Verein in Transfers (Durchschnitt in der Bundesliga 2017/18 46,6 Mio. Euro). In der laufenden Saison 2018/19 erwartet Mainz 05 einen Gesamtumsatz von knapp 120 Mo. Euro.

Weiter verbessert hat sich die Vermögenssituation des Vereins. Mainz 05 konnte im Geschäftsjahr 2018/19 sein Eigenkapital auf 49,5 Mio. Euro steigern. Die Eigenkapitalquote stieg damit auf 49,6 Prozent. Auf seinen Gewinn zahlte Mainz 05 eine Körperschaftssteuer in Höhe von 8,9 Mio. Euro.

Vorstandsvorsitzender Stefan Hofmann: „Mainz 05 ist grundsätzlich auf einem guten Weg. Wir sind dabei auf allen Ebenen, im sportlichen und im administrativen Bereich, Strukturen zu schaffen, welche die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Arbeit und damit sportlichen Erfolg perspektivisch verbessern“, sagt der Vereinsvorsitzende. „Trotzdem müssen wir erkennen, dass nicht immer alles nach Plan läuft, dass es insbesondere im Fußballalltag Entwicklungen geben kann, die einen vor neue Aufgaben stellen können. Unser Start in die Saison ist enttäuschend verlaufen, auf dem Platz und neben dem Platz. Dies ist für uns als Verein nicht schön, aber wir müssen uns dieser Herausforderung stellen. Die uns gestellten Aufgaben müssen wir konsequent abarbeiten und zwar auf Mainzer Art: selbstkritisch, aber besonnen und orientiert an sachlichen Analysen und mit voller Konzentration auf den Fußball. Dann werden wir auch bald wieder ein anderes Gesicht zeigen.“

Sportvorstand Rouven Schröder: „Wir blicken zurück auf eine sehr erfolgreiche Saison, die wir mit 15 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz abgeschlossen haben. Wir haben unsere Nachwuchsspieler entwickelt und einige in den Profibereich integriert. Wir haben in die Mannschaft, die personelle Struktur im sportlichen Bereich und unsere Infrastruktur investiert“, sagt Rouven Schröder. „Die Saison hat insgesamt, vor allem aber durch die Leistung der Mannschaft an den letzten Spieltagen bei uns allen Begehrlichkeiten geweckt, dass es so weiter geht. Leider funktioniert der Fußball nicht immer wie gewünscht. Wir mussten auch in der vergangenen Saison Durststrecken überstehen. Das haben wir geschafft mit harter Arbeit, Klarheit und Vertrauen. Uns ist klar, dass es schwer wird das zwölfte Bundesliga-Jahr in Folge zu erreichen, wenn wir spielen wie am Samstag in Düsseldorf. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir es schaffen werden. Weil wir wissen, wie wir die Dinge anpacken müssen. Die Basis dafür ist allerdings Vertrauen. Wir sind in den schwierigeren Zeiten alle aufgefordert, dieses Wir-Gefühl zu leben und den Glauben an uns zu stärken.“

Kaufmännischer Vorstand Dr. Jan Lehmann: „Wir blicken auf ein Geschäftsjahr mit für den Verein beeindruckenden wirtschaftlichen Zahlen zurück. Wir haben diese zur Reinvestition in den sportlichen Bereich und zur weiteren Professionalisierung des Vereins genutzt. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr ist vorrangig auf überdurchschnittlich hohe Transfererlöse zurückzuführen und relativiert sich, wenn man die möglichen Investitionen in den Profikader betrachtet, mit denen wir deutlich hinter dem Bundesliga-Durchschnitt liegen“, sagt der kaufmännische Vorstand des 1. FSV Mainz 05. In seinem Bericht verwies Lehmann auf die intensiven Marketingaktivitäten wie zum Beispiel rund um die Mainzer Fastnacht, beim Club Design und der eigenen Typografie, beim Saisonmotto, sowie auf die Einführung der so genannten 11er-Karte im Ticketing. „Wir wollen unser Profil als familienfreundlicher und in der Region verwurzelter Verein mit einer klaren Haltung schärfen und haben hierfür viele Maßnahmen ergriffen, mit denen wir dieses Ziel strukturiert und systematisch verfolgen.“

Aufsichtsratsvorsitzender Detlev Höhne: „Als Aufsichtsrat haben wir nach einem ersten Jahr der Orientierung und Information im zweiten Jahr mit voller Konzentration und gemeinsam mit dem Vorstand den Weg der weiteren Professionalisierung beschreiten. Im Vordergrund
steht für uns dabei, den Verein nach dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit zu führen. Wir sehen am Beispiel anderer Klubs, auch so genannter Traditionsklubs wohin der Weg führen kann, wenn man dieses Prinzip verlässt und sich beispielsweise Investoren ausliefert“, sagt Höhne. „Neben unserer Arbeit als wirtschaftliches Kontrollorgan des Vereins haben wir ein Augenmerk auf die Themen Compliance und Transparenz gelegt. Wir können heute sagen: Mainz 05 befolgt in diesem Bereich die gleichen Regeln, wie es Wirtschaftsunternehmen vergleichbarer Größte tun.“ Der Aufsichtsratsvorsitzende verwies bei seinen Ausführungen auch auf die klare Positionierung des Vereins in der Frage der Beibehaltung der 50+1-Regel und auf seine vom Vorstand unterstützte Initiative, eines Erfahrungsaustausches zwischen den Aufsichtsräten aller Bundesligisten, der in Zukunft ausgebaut werden solle.

Foto: Harald Strutz

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