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Lars Reichow gibt Benefiz-Konzert für syrische Flüchtlinge am 22. Juli in Bretzenheim

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Der Mainzer Kabarettist Lars Reichow engagiert sich für die syrische Flüchtlingsfamilie Abo Hassan, die zwei Wochen im Kirchenasyl in der Evangelischen Philippus-Gemeinde lebte, weil ihr die Abschiebung drohte. Reichow tritt am Dienstag, 22. Juli um 20 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum in Bretzenheim (Hans-Böckler-Straße 3) mit einem Best-of-Programm auf. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, alle Spenden gehen an die Ökumenische Flüchtlingshilfe Bretzenheim-Marienborn zur Unterstützung der Familie Abo Hassan.

Ein Gebot der Menschlichkeit
Lars Reichow zum Syrien-Konflikt: „Es ist eine Schande, dass der syrische Diktator und Massenmörder Assat ungestört weiter regieren kann. Die Welt schaut wie gelähmt zu, weil sich Russland, China und die USA aus machtpolitischen Gründen nicht auf ein Eingreifen verständigen können. Das Mindeste ist für uns, die wir in Frieden und Wohlstand leben, dass wir den Flüchtlingen helfen. Die vielen Syrer, die ihr Land verlassen mussten, sollen Deutschland als gastfreundliches Land kennenlernen. Es sind Männer, Frauen und Kinder in Not. Und es ist ein Gebot der Menschlichkeit, dass wir ihnen helfen. Wir können uns diese Hilfe leisten. Und wir müssen sie uns leisten!”

Hintergrund
Die Familie Abo Hassan ist aus Aleppo, einem der Zentren des syrischen Bürgerkrieges, geflohen und konnte sich nach Europa retten. Hier hat die Familie ihren Asylantrag gestellt. Da die Familie sich vorher nachweislich in Bulgarien aufgehalten hat, greift das EU-Recht der sogenannten „Sicheren Drittstaatenregelung“. Deutschland erklärt sich für nicht zuständig und will die Familie nach Bulgarien ausweisen. Nach Berichten des UN-Flüchtlingshilfswerks über mangelhafte Bedingungen in bulgarischen Flüchtlingslagern, wird nun gerichtlich geklärt, ob die Ausweisung nach Bulgarien – vor dem Hintergrund, dass alle Familienmitglieder erkrankt sind – rechtens ist. Bis dahin hat die Familie wegen der drohenden Abschiebung nach Bulgarien, zunächst im Kirchenasyl gelebt. Mittlerweile sind die Abo Hassans wieder in eine Mainzer Flüchtlingsunterkunft gezogen. Die Stadt hat ihnen ermöglicht, den Ausgang des Hauptsacheverfahrens vor dem Verwaltungsgericht in Trier abzuwarten.
In der Philippus-Gemeinde hat sich ein Unterstützerkreis gebildet, der mit der Familie die Hauptverhandlung vorbereitet – ein Termin für die Verhandlung gibt es noch nicht. Derzeit werden medizinische Gutachten eingeholt. Die Familie wird bei der Integration bereits unterstützt – Vereinsmitgliedschaften werden vermittelt, Hausaufgabenbetreuung und Deutschkurse finanziert.