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Hochschule: Wintersemester 2020/21 mit Mix aus Digital- und Präsenzlehre

Im kommenden Wintersemester wird die Online-Lehre weiterhin eine große Rolle spielen. „Aber es ist ebenso wichtig, die Präsenzlehre auch wieder anzubieten“, so heute Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. „Auf der einen Seite darf man durchaus stolz auf den Umfang und die Qualität des digitalen Angebots sein, auf der anderen Seite fehlen wichtige Orte des Studierens, beispielsweise die Bibliothek, ebenso die Campusatmosphäre insgesamt. Die Erstsemester haben ihre Universität oder Hochschule noch gar nicht wirklich kennenlernen können“, schildert auch der LHPK-Vorsitzende und Präsident der Universität Trier, Prof. Dr. Michael Jäckel.
Demnach werden die Vorlesungen für Erstsemester in zulassungsbeschränkten Studiengängen (NC) am 2. November beginnen. Angesichts der vermutlich auch im Herbst noch geltenden Abstandsregeln und Hygienevorschriften sind Lehrveranstaltungen im kommenden Wintersemester aller Voraussicht nach nur eingeschränkt an den Hochschulen. Ein vollständiger Präsenzbetrieb unter Einhaltung von Abstandsregeln wäre auch mit den gegenwärtigen Raumkapazitäten nicht zu leisten. Die Hochschulen treffen hierzu individuelle Lösungen. In welcher Form Prüfungen durchgeführt werden, lässt sich noch nicht absehen.
Das Wissenschaftsministerium hat gemeinsam mit den Hochschulen ein Digitalisierungsprogramm aufgelegt, um die bestehende digitale Lehr und Lerninfrastruktur auszubauen. Hierzu werden insgesamt 5,5 Mio. Euro aus dem laufenden Hochschulpakt genutzt. Mit etwa einer halben Million Euro werden die zentrale Infrastruktur ausgebaut und Maßnahmen der landesweiten Verbünde unterstützt. So werden die Anbindung des Wissenschaftsnetzes Rheinland-Pfalz (WiN-RP) an den Internetaustauschknoten De-Cix ausgebaut und einzelne Funkstrecken gestärkt. Die Server- und Speicherkapazitäten des zentralen Video- und Medienservers der JGU und des Virtuellen Campus Rheinland-Pfalz (VCRP) werden kurzfristig ausgebaut. Die Software Big Blue Button, die virtuelle Klassenzimmer und Videokonferenzen ermöglicht, wird landesweit zur Verfügung gestellt und auf der Lernplattform OLAT integriert. Die restlichen fünf Millionen Euro werden für Maßnahmen an den rheinland-pfälzischen Hochschulen verwandt. Diese werden von den Hochschulen zum Beispiel für zusätzliche Videoaufzeichnungsgeräte, digitale Medien oder zur Unterstützung der Lehrenden bei der Konzeption und Erstellung digitaler Lehrkonzepte und Kurse genutzt.

Individuelle Lösungen sind auch gefragt im Hinblick auf das gemeinsame Ziel der Hochschul-Präsidentinnen und -Präsidenten sowie des Ministeriums, die Bibliotheken in den kommenden Monaten stärker zu öffnen. Dies gilt auch für die Studierendenwerke, die ständig prüfen, wie sie die derzeit stark reduzierten Verpflegungsangebote erweitern können. Gleiches gilt für die sportlichen und kulturellen Angebote, die den Studierenden wieder zugänglich gemacht werden sollen.

Abhängig von den Reisebeschränkungen werden auch die internationalen Vernetzungen der Hochschulen wieder intensiver werden; das betrifft vor allem die ausländischen Studierenden und die Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler.
Um die sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Studierendenschaft abzufedern, hatte sich Wissenschaftsminister Wolf für die Schaffung eines bundesweiten Nothilfe-Fonds eingesetzt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat inzwischen angekündigt, eine entsprechende Nothilfe mit einem Volumen von 100 Millionen Euro einzurichten und zinslose Kredite mit einer Gesamtsumme von einer Milliarde Euro über die KfW anzubieten.

„Der Nothilfe-Fonds war längst überfällig und in der aktuellen Situation ein notwendiges Instrument. Wir brauchen unkomplizierte Hilfen für Studierende in Not, keine alleinige Kreditlösung. Die Abwicklung des Nothilfe-Fonds über die Studierendenwerke ist richtig. Sie haben die notwendige Erfahrung und sind nah an den Studierenden dran“, sagt Konrad Wolf.

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