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Hochhausbrand in der Oberstadt mit über 100 Kräften

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag kam es zu einem größeren Einsatz der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Hilfsorganisationen. In einem Appartementhaus mit 17 Stockwerken in der Hechtsheimer Straße brach aus noch ungeklärter Ursache ein Feuer in einer Wohnung im 2. OG aus. Die Feuerwehr wurde gegen 1.40 Uhr alarmiert. Bei Eintreffen stand die Wohnung bereits im Vollbrand und der Flur war dicht verraucht.

Unmittelbar nach Eintreffen der ersten Kräfte zerbrach die Fensterscheibe des Appartements und Flammen schlugen aus dem Fenster und bedrohten weitere Wohnungen. Ebenso kam es zu einer Ausbreitung des Brandrauches. Aufgrund der vorgefundenen Lage wurden in umfangreichen Maß weitere Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Sanitätsdienstes nachgefordert.
Es wurde umgehend die Menschenrettung eingeleitet, um Personen in Sicherheit zu bringen. Zum Teil mussten vom Brandrauch eingeschlossene Personen mit Hilfe eines Drehleiterfahrzeuges von Ihren Balkonen gerettet werden. Die meisten Bewohner konnten sich jedoch selbst über die Treppenräume in Sicherheit bringen. Aus der Brandwohnung selbst musste niemand gerettet werden.

9 Personen wurden bei dem Brand leicht bis mittelschwer verletzt; 7 davon wurden vom Rettungsdienst in Krankenhäuser eingeliefert. Weitere rund ca. 70 Bewohner, welche teilweise aus dem Schlaf gerissen wurden, wurden für die Einsatzdauer durch die Kräfte des Sanitäts- und Betreuungsdienstes betreut und versorgt, wobei jedoch nicht alle betroffenen Personen davon Gebrauch machten.

Das Appartement, in dem der Brand ausgebrochen war, brannte vollständig aus. Durch die Löschmaßnahmen der Feuerwehr konnte der Brand auf dieses eine Appartement begrenzt werden.

Die Brandwohnung ist bis auf weiteres nicht mehr bewohnbar. Der betroffene Flur wurde durch Brandrauch so in Mitleidenschaft gezogen, dass die angeschlossenen Wohnungen in der Nacht nicht mehr bewohnbar waren. Durch die Löschmaßnahmen kam es zu einem Wasserschaden im darunterliegenden Stockwerk, das aber dennoch nutzbar blieb.
Gegen 5 Uhr konnte der Einsatz beendet werden und mit Ausnahme der Bewohner des Brandgeschosses konnten alle anderen wieder in Ihre Wohnungen zurückkehren.

Als Brandursache konnte zweifelsfrei überhitztes Essen festgestellt werden, welches sich entzündete und der Brand sich daraufhin in der betroffenen Wohnung ausbreitete. Gegen den 28-jährigen Wohnungsinhaber wird daher ein Verfahren wegen „Fahrlässiger Brandstiftung“ geführt.

Bei dem Brand erlitten neun Personen Verletzungen durch sogenannte Rauchgasintoxikationen und verblieben zum Teil zur Beobachtung in Mainzer Kliniken. Alle Personen konnten noch am gleichen Morgen wieder aus den Kliniken entlassen werden.

Der Beschuldigte hat bei dem Brand seinen vollständigen Hausstand verloren, so dass er durch Vermittlung der Polizei zumindest mit einer Grundausstattung versorgt werden konnte.

Insgesamt waren rund 65 Kräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr aus mehreren Stadtteilen (u.a. Bretzenheim, Weisenau, Gonsenheim, Bretzenheim, Finthen) sowie rund 40 Kräfte des Sanitäts-und Betreuungsdienstes vor Ort. Weitere Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr besetzten für die Einsatzdauer die verwaisten Wachen der Berufsfeuerwehr und leisteten logistische Unterstützung, so dass insgesamt rund 100 Feuerwehrkräfte eingebunden waren. Ebenso war der Rettungsdienst und die Polizei mit mehreren Fahrzeugen vor Ort.

Eine lange Ruhepause war der Feuerwehr in dieser Nacht dann nicht mehr gegönnt: Unmittelbar nach Ende des Einsatzes in der Hechtsheimer Straße wurde die Feuerwehr um kurz nach 5 Uhr zu einem Kellerbrand nach Weisenau gerufen. Das Feuer konnte dort zwar schnell gelöscht werden, jedoch erwies sich die Entrauchung als schwierig, so dass sich die Maßnahmen zur Entrauchung an dieser Einsatzstelle bis 7:30 Uhr hinzogen.

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