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Hitze verbiegt Straßenbahngleise in Finthen: MM trifft Sicherheitsmaßnahmen

Aus der Allgemeinen Zeitung von Nicholas Matthias Steinberg

Die hohen Temperaturen der vergangenen Tage haben auch an den Straßenbahngleisen der Mainzer Mobilität (MM) Spuren hinterlassen. Auf der Strecke in Richtung Finthen haben sich nun Schienen verbogen. Erstmals aufgefallen seien die Verformungen in diesem Jahr laut Jens Grützner, Sprecher der Mainzer Mobilität (MM), am Mittwoch.

Grundsätzlich seien „Gleisverwerfungen“, wie sie in der Fachsprache bezeichnet werden, „nichts Außergewöhnliches“. Bei Hitze dehne sich Metall aus. An den Schweißnähten der Schienenstücke komme es dann zu leichtem „Wellenschlag“. Solche Verformungen würden vor allem auf älteren Streckenabschnitten auftreten.

Der nun betroffene Abschnitt erstrecke sich auf eine Länge von rund 20 Metern auf der Strecke in Richtung der Haltestelle „Römerquelle“ im Stadtteil Finthen. Die Strecke sei 1977 eingeweiht worden, so Grützner. Es sei geplant, dort mittelfristig zu sanieren.

Straßenbahnen fahren Schrittgeschwindigkeit

Aktuell haben die deformierten Gleise laut Grützner keinen Einfluss auf den Tramverkehr. Die Straßenbahnen fahren im betroffenen Streckenabschnitt derzeit Schrittgeschwindigkeit. Der Streckenabschnitt werde andauernd vermessen, um zu prüfen, ob die Spurbreite von einem Meter – mit einer Toleranz von ein paar Millimetern – eingehalten wird. Dehnten sich die Schienen derart aus, dass der Abstand größer oder kleiner werde, könnte der Fahrbetrieb nicht mehr aufrechterhalten werden. Die Mainzer Mobilität beobachte in solchen Fällen erstmal die Situation. „Schon kühlere Nachttemperaturen oder Regengüsse führen dazu, dass sich die Schienen wieder automatisch in ihre Ursprungslage zurückziehen“, so der MM-Sprecher.

Im aktuellen Fall habe man sich aber nun doch entschieden, zu handeln: Denn die Hitzewelle hält den Vorhersagen zufolge wohl auch noch in den kommenden Tagen an. Deshalb hat die Mainzer Mobilität entschieden, kein Risiko einzugehen: Eine Gleisbaufirma hat die Gleise im Jupiterweg an vier Stellen durchtrennt, um Spannung von den Schienen zu nehmen. Die Enden werden bis auf Weiteres von Klammern, sogenannten Laschen, zusammengehalten, teilt die Mainzer Mobilität mit.

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