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Geschäft des Monats: Weinraumwohnung


von Anna Janina Zepter
Fotos: Ramon Haindl

Wer kennt das nicht? Man ist zum Essen eingeladen und möchte nun ein individuelles Gastgeschenk oder eine tolle Flasche Wein mitbringen. Nur, woher bekommt man beides? Seit dem 15. März gibt es darauf eine einfache Antwort: In der Weinraumwohnung im Bleichenviertel. Die Idee, eine Weinhandlung mit einem Einrichtungsladen zu kombinieren, kam Michael Reinfrank schon während seiner Ausbildung zum Weinbautechniker. Seitdem trägt er das Konzept mit sich herum. Als schließlich der Laden in der Neubrunnenstraße frei wurde, hat Reinfrank sich direkt verliebt.
Die Aufteilung im freundlichen kleinen Ladengeschäft spiegelt sich in den Wein-Kategorien wider: An einer Wand befindet sich eine große Auswahl an Gutsweinen. „Das sind unkomplizierte Alltagsweine. Die Flaschen kosten zwischen 5 und 12 Euro. Schön und bezahlbar“, erklärt der 30-Jährige. Das Regal gegenüber präsentiert die teureren Tropfen und in der Tiefe des Raumes stehen die Brände, Sekte und Seccos. Aber auch ein Grappa, Limoncello, polnischer Wodka oder ein Orangenlikör finden sich im Sortiment. Im Mittelpunkt jedoch steht deutscher Wein.

Alternative Verkaufsphilosophie
Worin unterscheidet sich aber Reinfranks Weinangebot von dem anderer Weinhandlungen? „Ich möchte nicht so ein Tam-Tam um Wein machen. Wein wird viel zu ernst präsentiert. Ich biete den Wein in einer unkomplizierten, nicht so klassisch-elitären Atmosphäre an“, erzählt der geborene Bad Dürkheimer. Die übersichtliche Verkaufsfläche unterstreicht seinen Anspruch. Die Weine und Einrichtungsaccessoires nehmen nicht zu viel Raum ein, man kann sich zwischen ihnen noch bewegen. Dennoch gibt es in jeder Ecke nette Kleinigkeiten zu entdecken.
Was die Einrichtungsgegenstände eint, ist ihr Bezug zum Wein, zum Essen, zum Beisammensein und Genießen: Lampen aus Weinflaschen, Nudeln, italienische Saucen und Schüsseln aus alten Schallplatten für Snacks. Die meisten Wohnaccessoires kann man sonst nirgends kaufen, betont Reinfrank. Den Hersteller der Lichterketten aus kleinen bunten Lampions haben er und seine Freundin zum Beispiel im Paris-Urlaub aufgespürt.
Was den Wein angeht, hat der frisch gebackene Weinladen-Besitzer die Lage erkannt: „Wo kaufen viele Leute in der Regel ihren Wein? – Im Supermarkt. Da gibt es natürlich auch gute Weine, aber ich kann die Leute beraten und sie mit Hintergrundwissen versorgen.“ Und Reinfrank kennt sein Sortiment genau. Einen Großteil bezieht er direkt von regionalen Winzern. Viele von ihnen kennt er noch von seiner Ausbildung oder seiner Zeit als Betriebsleiter auf dem Weingut Flick in Flörsheim-Wicker im Rheingau. „Aber am Ende muss es schmecken. Und wenn der Wein schmeckt, dann darf er hier stehen“, resümiert er sein Auswahlprinzip. Reinfranks unkomplizierte und pragmatische Einstellung spiegelt sich oft in seiner Kundenberatung wider: „Wenn ich in einen Computerladen gehe, habe ich erst mal keine Ahnung. Ich erwarte eine gute Beratung und ein Produkt, das einwandfrei funktioniert und meine Bedürfnisse befriedigt. So sehe ich das auch mit dem Wein.“ Und tatsächlich kommen viele seiner neuen Kunden wieder und geben positive Resonanz.

Veranstaltungen in Zukunft geplant
Neben dem Verkauf und klassischen Weinproben soll in der Weinraumwohnung in Zukunft noch mehr passieren: Ein Freund ist Sushi-Meister – also bieten sich Veranstaltungen zum Thema Wein und Sushi an. „Oder Hamburger und Wein, Falafel und Wein, das passt bestimmt auch toll zusammen“, schwärmt Reinfrank. Oder eine Podiumsdiskussion mit Weinverkostung. „Warum eigentlich nicht?!“ ist scheinbar das Motto der Weinraumwohnung. „Wein ist einfach ein tolles Produkt“, summiert Reinfrank die Motivation für seinen Laden. Ein schlagendes Argument für einen Besuch in der Weinraumwohnung.

www.weinraumwohnung.de