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Groß in Mode: Lizz Smith in der Neustadt (ein Portrait)

Eigentlich heißt sie Elisabeth Schmidt. Aber Lizz Smith passt viel besser. Es ist ihr Künstlername, der so klingt, wie sie auftritt: flott und schick, mit ihrem Markenzeichen, einem leuchtenden Rotschopf. Die gebürtige Mainzerin ist eine auffällige Persönlichkeit und untrennbar verbunden mit ihrer „Modetic“ am Gartenfeldplatz. Die wird dieses Jahr zehn Jahre alt und ist wie die Inhaberin wandelbar geblieben.

Modische Überraschungen

Die drei Räume der Boutique sind recht klein – un d auch ziemlich voll. Nicht nur Kleidung, auch Accessoires und Schmuck gibt es hier in Hülle und Fülle. In den Regalen stapeln sich Pullover, Shirts und Jacken. An den Ständern hängen Blusen und Kleider: „Die Zeit für Cocktailkleider steht vor der Tür.“ Schals und Tücher gibt es in vielen Farben und Mustern. Eine Leiter ist mit opulentem Schmuck dekoriert. „Ich kaufe vor allem italienische und französische Mode“ sagt Lizz. „Witzig, elegant und ausgefallen“ nennt sie den Stil, der auch ihr eigener ist, und: „Ich mische alle Preislagen“, weist sie auf einen Blazer, der mit passender Hose zum Hosenanzug ergänzt werden kann. „Ich will die Kundinnen auch mit neuen Sachen überraschen.“ Unverkennbar ist Lizz eine Sammlerin. Von einem alten, restaurierten Küchenschrank blickt eine Giraffe. „Lange habe ich mich mit Accessoires befasst. Das kann ich natürlich jetzt nicht lassen.“ Bevor sie sich der Mode zuwandte, galt ihre Leidenschaft englischen Wohnaccessoires und Geschirr. Daher auch ihr anglophiler Name.

Stil und Farbe

Der kleine Laden ist ein Abenteuerspielplatz für große Mädchen. Er lädt zum Stöbern ein; zum Immer- Wieder-Kommen. Man kann kaufen, muss aber nicht. Von Dienstag bis Samstag hält Lizz die Stellung, gemeinsam mit Quintus, ihrem Mops, mit dem man sie auf dem Gartenfeldplatz immer wieder Gassi gehen sieht. Und wer eine Woche später erneut reinschaut, findet schon wieder etwas Neues, denn Lizz ergänzt ihre Bestände so, dass sich Laden und Angebot innerhalb einer Saison ständig wandeln. Und was ist ihre Zielgruppe? „Eigentlich ist mein Laden eine altersfreie Zone“, überlegt Lizz. „Von Dreißig bis… Nur die ganz jungen kommen eher mal mit der Mutti“ lacht sie. „Die entdecken dann selbst was, das sie haben wollen.“ Für viele Kundinnen ist Lizz wie eine Freundin: „Ich sage ehrlich, wenn ich finde, dass ein Kleid einer Frau besonders gut steht.“ So kommt es vor, dass manch eine bei Lizz einen Stil findet, an den sie sich zuvor nicht herangetraut hätte. Wenn so eine Kundin auf ihren Rat hin etwa die Farbe Rosa entdeckt, macht sie das besonders stolz. „Wenn eine Frau hier reinkommt, habe ich nach drei, vier Sätzen ein Bild davon, was ihr besonders gut steht.“ Farb- und Stilempfinden war es auch, das Lizz ihren ersten Beruf wählen ließ.

Nach dem Studium der visuellen Kommunikation in Mainz, machte sie sich als Diplom-Designerin selbstständig. Als sie den winzigen Laden am Gartenfeldplatz entdeckte, richtete sie hier ihr Büro ein. Noch heute gestaltet sie ihre Anzeigen, Flyer und Plakate selbst. Nachdem aber im Nebenhaus der größere Laden frei wurde, mietete sie ihn dazu. Wandmalerei war damals ihr Thema und darauf begründet sich auch die Gestaltung des Modeladens: Im hinteren Raum dominieren zartes Blau und Rosé. Kleine Engelgestalten (sogenannte Putti) tummeln sich an den Wänden: „Ich bin vom Barock inspiriert.“ Im vorderen Verkaufsraum hat Lizz die Farben der gegenüberliegenden Häuser aufgegriffen. So zeigt sie ihre Verbundenheit zur Neustadt, auch wenn die Lage für einen Modeladen nicht unbedingt günstig ist. „Mainz ist für mich wie ein größeres Dorf. Nur ein bisschen bieder vielleicht.“ Das ist ihre „Modetic“ jedenfalls ganz und gar nicht. Es lohnt sich daher mal reinzuschauen. Denn für Neues ist Lizz immer gut: „Mir wurde oft gesagt, dass ich meiner Zeit voraus bin.“

www.lizz-smith.de

Text: Ulla Grall

Fotos: Katharina Dubno

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