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Gemüseanbau mitten in Mainz – Tomaten, Zucchini, Auberginen und Gurken für alle


von Monika Nellessen (Artikel aus der Allgemeinen Zeitung)

Tulpen, Stiefmütterchen und Astern gehören traditionellerweise in die städtischen Beete während des Jahreslaufs. In diesem Sommer wagt das Grünamt die Revolution. Laut Stadt soll das, was bereits an einigen Stellen in die Erde kam, in wenigen Wochen den Passanten einen nicht nur „optischen Hochgenuss“ bieten. Mitten in der City werden Tomaten, Zucchini, Auberginen, Gurken und Kohlrabi angebaut. Alles frei zugänglich und zum Verzehr geeignet. (Foto: Harald Kaster/Montage: vrm/ew)

Nicht teurer als Blumen

So wolle Gründezernentin Katrin Eder allen Stadt-Bewohnern demonstrieren, dass Gemüse nicht nur im Supermarkt-Regal „geerntet“ werden kann, sondern tatsächlich im Freien wächst, formuliert Eders Referent Oliver Nehrbaß. Die Aktion werde nicht mehr kosten als ohnehin für die City-Grünflächen im Haushalt eingepreist sei, betont Nehrbaß.

Im Rahmen des Projekts „Essbare Stadt“ wird ein Teil des großen Beets am Liebfrauenplatz mit Tomatenpflanzen bestückt. Hier sorgte das Grünamt schon 2012 mit Hopfenpflanzen für Furore. Auf einem Hochbeet am Karmeliterplatz und rund um den Gardetrommler am Schillerplatz sollen „quer durchs Gemüsebeet“ alle oben genannten Nutzpflanzen wachsen. Am Schillerplatz will die Beigeordnete auch am Donnerstag persönlich Pflänzchen setzen und gießen.

“Urban Gardening”

Falls die essbaren Beet-Kreationen goutiert werden, kann sich Eder vorstellen, die Idee in in den nächsten Jahren zu kultivieren und Gemüse und Obst im größeren Stil in der Innenstadt anzubauen. Welche Grünfläche für die öffentliche Direktversorgung ausgeguckt ist, verrät Referent Nehrbaß auf AZ-Anfrage nicht. In jedem Fall sei das Ganze ein Versuch, das so erfolgreich gestartete „Urban Gardening“ in der Neustadt ins weitere Stadtgebiet zu tragen.

In der Forsterstraße gedeiht seit Herbst 2012 ein 400 Quadratmeter großer Gemeinschaftsgarten, in dem unter anderem Kartoffeln wachsen. Das Nachbarschaftsprojekt von rund 60 Hobby-Gärtnern wird vom Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ gefördert.

Während der gemeinschaftliche Garten in der Neustadt relativ geschützt liegt, befinden sich die kleinen Gemüse-Kulturen mitten in der City in hoch frequentierter Lage und könnten wie jedes andere Beet auch als Hundeklo missbraucht werden, räumt Nehrbaß auf AZ-Anfrage ein. Dies müsse halt jeder wissen, der wirklich vom Tomaten-Strauch naschen wolle. Nehrbaß: „Gründlich abwaschen empfiehlt sich in jedem Falle.“