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sensor-Interview mit Nina Wansart vom Gutenberg Digital Hub im Zollhafen

Hallo Nina, was ist das Gutenberg Digital Hub?

Wir sind ein Verein und wollen die Digitalisierung in der Region vorantreiben. Die Idee dazu kam aus Wirtschaft und Politik. Demnach wurden hier Räumlichkeiten angemietet, um eine Art Coworking zu etablieren, in dem sich Start-ups, Unternehmen und Institutionen zu digitalen Themen vernetzen können. Wir haben bereits über 90 Mitglieder, Einzelunternehmer, größere Unternehmen und Start-ups, die sich alle mit den Themen Digitalisierung und digitaler Wandel beschäftigen.

Wer steckt dahinter und was haben die davon?

Mehrere Unternehmen und Institutionen haben die Gründung des Hubs angestoßen, u. a. die Stadtwerke, die VRM und ZDF Digital, die Staatskanzlei, die IHK und die Wirtschaftsförderung der Stadt. Auch die Hochschule Mainz ist einer unserer Partner. Wir wünschen uns, dass die Mitglieder gemeinsam an Inhalten arbeiten: Dass also jeder Wissen und Learnings mitbringt, aber gleichzeitig auch Impulse, Ideen oder konkrete Projekte für sich und sein Unternehmen mitnimmt. Es soll ein aktiver Austausch im Hub und zwischen den Mitgliedern stattfinden.

Wer kann bei euch Mitglied werden und was kostet das?

Im Prinzip alle, die sich für Digitalisierung interessieren. Eine Mitgliedschaft kostet 150 Euro im Jahr, damit sich das auch Start-ups und Gründer leisten können. Mitglieder profitieren dann vor allem vom Netzwerk und unseren Veranstaltungen.

Was wünschen sich Start-ups derzeit und wo liegen die Schwierigkeiten?

Derzeit gibt es viele interessante Geschäftsideen hier in der Region und auch einige spannende Digital Start-ups in Mainz und Umgebung. Diese brauchen wie überall in erster Linie Zugang zu Finanzierung, Beratung, Räumen und je nach Gründungsphase natürlich Mitarbeitern und Kunden. Im Hub können wir sie vor allem mit Kontakten und Beratung aus unserem Netzwerk, unseren Räumlichkeiten und z. B. Workshops unterstützen – außerdem tüfteln wir gerade an einem Inkubationsprogramm, da es so etwas in Mainz bisher noch nicht gibt.

Was sind die Visionen für die Zukunft?

Der Hub soll ein Ort in Mainz sein, der Menschen miteinander vernetzt und gemeinsame Projekte ermöglicht, um den digitalen Wandel mit zu begleiten. Außerdem wollen wir die positiven Aspekte der Digitalisierung für die Gesellschaft sichtbar machen – zum Beispiel im Rahmen eines Sommerfests für alle Mainzer, die der Ort und die Themen interessieren. Wir versuchen, den Raum und die Voraussetzung zu schaffen, dass hier ein lebendiges und offenes Netzwerk entstehen kann, in dem Know-how weitergegeben wird und aus dem neue Unternehmen und Innovationen hervorgehen.

Du hast früher viel mit Gastro gemacht (Planke Nord, Wildes Leben …) Dann kam funk, das junge Programm von ARD&ZDF, jetzt Start-ups. Wie bist du auf das neue Gleis gekommen?

Das war eher Zufall – der gemeinsame Nenner war und ist aber immer, etwas Neues aufzubauen. Und dass es dabei nicht unbedingt um Konventionen geht, denn die mag ich nicht besonders. Wichtig bei all meinen Projekten ist für mich die Offenheit, Dinge mal anders anzupacken oder zu denken. Und wenn es Leute gibt, die dabei mitmachen, dann freut mich das.

Was gefällt dir an Mainz und was sollte sich ändern?

Ich hänge schon sehr an der Stadt. Viele meiner Freunde sind hier, was Mainz zu meiner Heimat macht und mir ein Gefühl von Sicherheit gibt. Außerdem habe ich schon einiges vor allem in der Neustadt auf die Beine gestellt, das verbindet natürlich. Ändern könnte sich, dass Kunst- und Kulturprojekte, gerade auch von kleineren Initiativen, einen höheren Stellenwert bekommen und stärker im Stadtleben verankert werden.

Wie oft schaust du auf dein Handy?

Zu oft. Ich habe es fast immer dabei. Ich überlege gerade, es manchmal zu Hause zu lassen, aber das kostet schon Überwindung.

Was würdest du tun, wenn Geld für dich keine Rolle spielen würde?

Ich würde mir gerne die Welt anschauen und mit den Menschen reden. Ganz oben auf meiner Liste stehen mehrere Länder in Afrika – dort war ich noch nie und ich würde gern die Gesellschaft und das Leben kennen lernen. Auf der anderen Seite würde ich mich wahrscheinlich ziemlich unter Druck setzen, weil ich den Anspruch hätte, damit etwas Gutes und Sinnvolles für andere zu tun. So viel Geld wäre also auch stressig.

Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Ich hoffe, dass ich immer noch mit interessanten Menschen arbeite, um etwas Schönes zu schaffen. Vielleicht habe ich dann auch wieder ein eigenes Unternehmen. Oder ich hole meine angefangene Doktorarbeit aus der Schublade… Mal schauen, wo mich das Leben so hinführt!

Interview David Gutsche Foto Jana Kay

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