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Energie-Sparen: Mainz reduziert Gebäude-Temperaturen

Der (Gas)gürtel wird nun enger geschnallt und viele Preise erhöhen sich sowieso. Haushalte, Industrie und Kommunen sind zum Energiesparen aufgerufen. 15 % Gas sollen es laut EU sein. Dazu präsentiert die Stadt Mainz nun ihren Energiesparplan.
Der größte Bringer soll dabei die Absenkung der Raumtemperatur während der Heizphasen sein. Daher werden ab morgen alle Verwaltungsgebäude, aber auch Schulen und andere Gebäude, die von der Stadt oder städtischen Unternehmen betrieben werden – jedoch keine Kitas – um 2 Grad runtergefahren. Auch die Mainzer Wohnbau mit ihren über 10.000 Wohnungen wird des Nachts die Heizungen auf 18 Grad begrenzen.

Folgende Maßnahmen werden im Detail umgesetzt:

  • Die Raumtemperatur in Verwaltungsgebäuden und sonstigen städtischen Liegenschaften (ausgenommen Kindertagesstätten) wird in der Heizperiode um 2 Grad auf 18 Grad abgesenkt werden, soweit die rechtlichen Voraussetzungen, konkret die Arbeitsstättenverordnung, dies zulassen. Heizlüfter dürfen in den Räumlichkeiten nicht in Betrieb genommen werden.
  • Die Raumluft in den Turnhallen wird, sofern sie nicht als Unterkünfte für Geflüchtete dienen, um 3 Grad abgesenkt.
  • Die Teilklimatisierung des Stadthauses Große Bleiche wird nach der Sommerpause um 2 Grad angehoben.
  • Die Raum- und Wassertemperatur in den Lehrschwimmbecken der IGS Auguste Cornelius und der Peter-Jordan-Schule wird um jeweils 2 Grad abgesenkt.

 

  • Zurzeit werden im Stadtgebiet rund 70 Gebäude seitens der Stadt beleuchtet. Bis auf drei wesentliche Gebäude (Dom, Christuskirche, St. Stephan), die insbesondere auch als Orientierungspunkte in der Stadt dienen, werden wir auf die Illumination verzichten. Die Abschaltung beginnt am 9. August 2022 und erfolgt aus technischen Gründen sukzessive.

 

  • Beispiele für Gebäude, die nicht mehr beleuchtet werden (Auswahl): Europahaus, Jupitersäule, Kaisertor, Kurfürstliches Schloss, Theodor-Heuss-Brücke

 

  • Auch die Beleuchtung der Reduit in Kastel wird abgeschaltet.

 

  • Beleuchtung, die der Verkehrssicherheit und der allgemeinen Sicherheit dient, wird nicht ausgeschaltet.
  • Die Mainzer Stadtwerke AG senkt die Betriebstemperaturen in allen Liegenschaften und dem Taubertsbergbad um 2 Grad. Für das Taubertsbergbad-Freibad bedeutet dies: Die Temperatur des Schwimmerbeckens sinkt von 24 Grad auf 22 Grad, die des Nichtschwimmerbeckens von 26 Grad auf 24 Grad. Die Temperatur des Babybeckens wird auch auf 24 Grad abgesenkt – dies ist aus technischen Gründen nicht anders möglich. Im Hallen- und Sportbad sinkt die Temperatur des Schwimmerbeckens von 28 Grad auf 26 Grad, die des Nichtschwimmerbeckens von 30 Grad auf 28 Grad.

 

Die Mainzer Stadtwerke AG hat die Maßnahmen im Taubertsbergbad-Freibad bereits am 5. August, eingeleitet. Jedoch wird bei den zu erwartenden Temperaturen der kommenden Wochen die Abkühlung der Becken verzögert eintreten.

Oberbürgermeister Michael Ebling: „Diese Maßnahmen sind tiefgreifend und werden im Herbst und Winter für viele Menschen und Mitarbeiter:innen Entbehrung bedeuten. Aber nur so kann die Landeshauptstadt die vom Land vorgegebenen 15 % Einsparung erreichen. Wir bitten die Bürger:innen um Verständnis und appellieren: Sparen auch Sie im Alltag bewusst Energie!“

Für soziale Härten wird ein Fonds über 1. Mio Euro eingerichtet.

SPD Mainz: Der Zukunft mutig und zuversichtlich entgegensehen
Die Mainzer SPD unterstützt die Entscheidungen, die die Stadt getroffen hat, um im Herbst und Winter Energie zu sparen. „Die Maßnahmen sind notwendig und angemessen, leider werden sie auch spürbar sein“, erklärte der Co-Vorsitzende der Mainzer SPD Christian Kanka. „Es ist unumgänglich, diesen Weg einzuschlagen, den Oberbürgermeister Michael Ebling vorgezeichnet hat. Seien wir zuversichtlich, dass die Beschlüsse ausreichen werden, um die kommenden Monate zu bewältigen. Wenn wir auch im privaten Bereich Energie sparen, sollte dies gelingen.“

Kanka verwies darauf, dass es der Stadt nicht nur um das Energiesparen gehe, sondern auch um die Bürgerinnen und Bürger und ihre individuelle wirtschaftliche Lage. „Der Nothilfefonds, der den Menschen helfen soll, die durch die steigenden Energiepreise unverschuldet in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, zeigt, dass die Stadt und ihr Oberbürgermeister die Mainzerinnen und Mainzer im Blick haben“, sagte Kanka.

Die aktuellen Entwicklungen und Entscheidungen folgten aus dem Angriffskrieg, den Russland gegen die Ukraine führe, betonte Kanka. „Ich kann nur bekräftigen, was Bundeskanzler Olaf Scholz von Anfang an gesagt hat: Russland darf diesen Krieg nicht gewinnen. Der Angriff richtet sich gegen die Ukraine, hier sterben Menschen, hier werden sie Opfer von Kriegshandlungen und Kriegsverbrechen, hier werden sie zur Flucht gezwungen – die Bilder der zerstörten Städte sprechen eine klare Sprache. Aber Russland greift offensichtlich weiter aus. Die Zerstörung unserer Demokratie und unserer Freiheit, unserer Lebensweise ist das weitergesteckte Ziel.“

Die entschlossene und gleichzeitig besonnene Reaktion der Bundesregierung im Verbund mit der Europäischen Union, der USA und der NATO erweise sich mehr und mehr als richtig. „Die Ereignisse treffen uns alle, auch uns in Mainz“, sagte Kanka. „Wir müssen zusammenhalten. Sehen wir der Zukunft mutig und zuversichtlich entgegen. Dann wird es uns gelingen, diese schwierige Zeit zu bestehen.“

Linke fordern auch Industrie auf, zu sparen und: Werbedisplays ausschalten!
„Den Fernseher bei Nichtbenutzung vom Stromnetz trennen, das Wasser zum Hände Einseifen ausmachen, Wäsche nur noch bei 30 Grad waschen…“ – von allen Seiten gibt’s aktuell Energie-Spar-Tipps, um uns dazu zu bewegen, weniger zu verbrauchen. So löblich und sinnvoll Energiesparen ist – so signalisieren diese Tipps doch auch, dass die Verantwortung zur Vermeidung eines Energienotstandes bei Einzelpersonen liegt, während die großen Energiefresser der Industrie oft gänzlich außer Acht gelassen werden. Das ist ein Irrweg und entlässt die Falschen aus der Verantwortung.
Ein Beispiel: Ein einziges LED-Werbedisplay verbraucht etwa so viel Strom wie 11 Single-Haushalte. In Mainz stehen mindestens 11 dieser Anlagen; dazu kommen noch unzählige weitere beleuchtete Plakatflächen.
„Bis Mia Musterfrau das durch optimiertes Gerätestöpseln erstmal zusammengespart hat, vergehen wohl ein paar Jahre. Diese Werbeanlagen sind nicht nur wegen ihres hohen Stromverbrauchs komplett unnötig. Sie verschandeln das Stadtbild, lenken Verkehrsteilnehmende ab und schaden der Tier- und Pflanzenwelt“, findet die umweltpolitische Sprecherin der Linken, Carmen Mauerer.
Ein entsprechender Antrag zur Vermeidung dieser Lichtverschmutzung wurde Anfang des Jahres von den Ampelfraktionen – wie immer – unkonstruktiv und ohne Gegenvorschlag abgebügelt. Die Werbeflächen leuchten munter weiter.
„Hier könnte die Stadt zwei sprichwörtliche Fliegen mit einer Klappe schlagen: Trotz laufendem Vertrag mit Ströer hätte sie durchaus Möglichkeiten, immerhin die Beleuchtungsintensität der Werbedisplays zu verringern und nachts ganz abzuschalten. Damit würde sie den Einzelpersonen ein kleines bisschen Energiespardruck von den Schultern nehmen, sowie den Schutz der Natur und insbesondere der für unsere Umwelt so wichtigen Insekten steigern“, so Ko-Fraktionsvorsitzende Mauerer abschließend.

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