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Dritte Synodalversammlung – Tür zu Gespräch mit der Weltkirche geöffnet

Bischof Peter Kohlgraf im Gespräch mit Martin Buhl vom Katholikenrat (Foto: Bistum Mainz/Hoffmann)

„Es sind große und wichtige Texte verabschiedet worden, in denen viel Arbeit steckt“, resümiert der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf die Ergebnisse der Dritten Synodalversammlung, die von Donnerstag bis Samstag in Frankfurt getagt hat.

Kohlgraf sprach von einer sachlichen Atmosphäre, die durchaus „Türen öffnen könne“. Der Mainzer Bischof äußerte sich bei einem Diskussionsabend der Domberg-Akademie der Erzdiözese München und Freising am Freitag. Als Beispiel nannte er die Diskussion zum Thema „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“. Es sei beeindruckend gewesen, mit wieviel Zustimmung der Text verabschiedet worden sei. „Ich selbst habe für den Text gestimmt, auch wenn ich nicht in jedem Detail zustimme“, bekannte Kohlgraf. „Aber ich glaube, dass es wichtig ist, zu zeigen, dass diese Diskussion lebendig ist, und, dass ich als Bischof nicht mehr in der Situation sein will, zu sagen, wir beenden jetzt diese Debatte. Ich glaube, dass es auch meine Aufgabe als Bischof ist, Stimmungen in der Diözese bei meinen Gläubigen wahrzunehmen, und ich finde auch, dass der Heilige Vater ein Anrecht darauf hat, zu erfahren, was unsere Gläubigen umtreibt. Dem dient auch dieser Text, um die Diskussion weiterzuführen.“

Es gehe darum, die Zeichen der Zeit zu verstehen, so Kohlgraf. Gleichzeitig nehme er große Erwartungen wahr, dass jetzt schnell etwas passieren müsse: „Da wäre ich etwas zurückhaltender, weil immer auch die Einbindung in die Weltkirche wichtig ist. Es ist schon viel gewonnen, wenn die Tür zu einem Gespräch mit der Weltkirche geöffnet wird.“ Weiter sagte er: „Sich aus den Ergebnissen einen großen Befreiungsschlag für den derzeit durchaus desaströsen Zustand der Kirche zu erwarten, ist vielleicht etwas zu optimistisch, aber es sind erste Schritte.“

Arbeitsgruppe mit Beteiligung aus dem Bistum Mainz
Neben der Verabschiedung von drei zur Entscheidung anstehenden Papieren gab es Zustimmung zu elf weiteren Texten, die nun in den jeweiligen thematischen Foren für die endgültige Abstimmung weiter bearbeitet werden. Zusätzlich wurde auf einen Antrag aus dem Plenum hin eine Arbeitsgruppe „Verantwortungsgemeinschaft“ hinsichtlich sexuellen und geistlichen Missbrauchs in der katholischen Kirche gebildet. Zu den vier Mitgliedern aus den Reihen der Synodalversammlung wurde auch Isabella Vergata Petrelli gewählt. Sie ist Vorsitzende des Beirates Katholiken anderer Muttersprache im Bistum Mainz und Mitglied des Diözesan-Pastoralrates und vertritt in der Synodalversammlung die Gemeinden anderer Muttersprache.

Als weitere Delegierte neben Bischof Kohlgraf aus dem Bistum Mainz nahmen der Mainzer Weihbischof und Generalvikar, Dr. Udo Markus Bentz, Martin Buhl (für den Katholikenrat) und Pfarrer Markus W. Konrad für den Priesterrat teil. Außerdem waren zwei Delegierte dabei, die zwar auf Bundesebene entsandt wurden, aber im Bistum Mainz aktiv sind: Isabella Vergata Petrelli und Daniela Ordowski für den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Im Mittelpunkt der Beratungen standen Textvorlagen aus den vier thematischen Foren zu den Themen „Macht und Partizipation“, „Priesterliche Lebensform“, „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ sowie „Sexualmoral“.
Die nächste Synodalversammlung ist vom 8. bis 10. September 2022.

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