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Der große Test: Mainzer Hallenbäder

Text: David Gutsche, Nicola Diehl
Fotos: Mathias Kohl

Der Duft von Chlor liegt in der Luft. Von Glück erfülltes Kindergeschrei schallt durch die gekachelten Hallen. Das Gepäck ist im Spind verstaut, der Badeanzug sitzt. Und ab geht’s ins kühle Nass. Weit entfernt von der Wellness- und Spa-Avantgarde erfreuen sich die blau schimmernden Wasserbecken samt ihrer optischen Nüchternheit damals wie heute großer Beliebtheit – sowohl bei kleinen Wasserratten, Senioren oder sportlichen Bahnenziehern. Und das zu sehr günstigen Preisen. Wir haben Badehose und Schwimmbikini eingepackt und getestet, für wen es sich wo am besten schwimmt.

Hallenbad Kostheim – der bescheidene Allrounder

Die Reise auf die andere Seite des Flusses lohnt sich für jene, die in Ruhe ein paar Bahnen ziehen möchten. Denn das große Mehrzweckbecken ist selten überfüllt. Turmspringer erwarten zwei Einmeter- und ein Dreimeter-Turm, die von den fünf 25-Meter-Schwimmbahnen gut abgetrennt sind. In der hinteren Ecke des Bades versteckt sich ein Mutter-Kind-Bereich mit roter Mini-Elefantenrutsche und 32 Grad warmem, seichtem Wasser. Positiv fallen die Sanitäranlagen und Umkleidekabinen auf, allesamt neu und sauber. Die Duschen sind mit Trennwänden versehen und der Spint schluckt einen Euro. Zu den üblichen Umkleiden kommen extragroße Familienkabinen mit Wickeltisch. Föne sind umsonst und höhenverstellbar. Bei Spiel und Spaß sieht es in Kostheim allerdings eher mau aus. Zwar kann der Unterwasserbegeisterte sich Tauchringe ausleihen. Das war es aber auch schon. Auch die Rutschbahn im Nichtschwimmerbereich regt nicht besonders zum kindlichen Wasserspiel an. Für Unterhaltung an Land ist mit Kickertisch und Tischtennisraum jedoch gut gesorgt. Eine Wendeltreppe führt in eine Saunalandschaft unter dem Dach und nur eine Glasscheibe weit entfernt hat sich das Schwimmbadrestaurant „Palmenbad“ niedergelassen (ab 17 Uhr geöffnet). Besondere Angebote bilden die Aquafitnesskurse (2 Euro) und Flachwassergymnastik (kostenlos). Der Eintritt für Erwachsene beträgt 3 Euro, für Kinder und Studenten 1,50 Euro. Geöffnet ist werktags von 7 bis 21.45 Uhr (montags geschlossen!), am Wochenende von 9 bis 17 Uhr. Frauenschwimmen findet samstags von 17 bis 20 Uhr statt.

Hallenbad „Am Großen Sand“ in Mombach – das Kinderparadies

Hier schlagen Kinderherzen höher. Denn neben einem gemeinsamen Schwimmer- und Springerbecken gibt es ein extra Nichtschwimmerbecken – und das ist in Kinderhand. Die sprudelnde Wassergrotte und die wendeltreppenartige, kleine Schlangenrutsche sorgen für spielerische Abwechselung. Auch Bretter, Tauchringe und Poolnudeln können sich die Kleinen – und Großen – ausleihen. Daneben liegt das seichte Mutter-Kind-Becken. Im Vergleich zu Kostheim etwas nüchtern, für Kleinkinder ist es jedoch ausreichend. Nicht so schön: Sprungbereich und 25-Meter-Bahnen befinden sich in einem Becken. Springer und Schwimmer kommen sich hier ab und an in die Quere. Einmeter- und Dreimeterturm sind entsprechend sporadisch geöffnet. Am Nachmittag kann es in Mombach außerdem turbulent und laut zugehen. Denn dann bevölkern die Schwimmkurse das Bad. Wer in Ruhe seine Bahnen ziehen will, sollte lieber vormittags kommen. Oder ganz früh, denn die Mombacher haben das 50 Meter lange Freibadbecken mit einem Tragluftzelt überdacht, das täglich (außer Sonntag) von 6 bis 8 Uhr geöffnet ist. Die Sanitäranlagen sind sauber, die Duschen ebenfalls. Lediglich die Umkleidekabinen und Spinde scheinen ein bisschen in die Jahre gekommen. Höhenverstellbare Föne kosten 5 Cent. Sammel- und Familienumkleiden mit Wickeltisch stehen zur Verfügung. Barrierefreier Zugang samt Dusche ist vorhanden. Zahlreiche Aquafitnesskurse können besucht werden. Von Freitag bis Sonntag ist zudem Warmbadetag mit 31 Grad Celsius Wassertemperatur. Erwachsene zahlen 3 Euro Eintritt, Kinder und Studenten 2 Euro. Geöffnet ist Montag bis Samstag von 7 bis 21 Uhr, am Sonntag von 7 bis 18 Uhr. Sonntags von 14 bis 18 Uhr findet im Hallenbad Frauenschwimmen statt.

Unischwimmbad – sportliche Nüchternheit

In das Unibad kommen nur Studierende und Bedienstete von Uni und FH sowie Mitarbeiter der Ministerien. Studierende zahlen mit 1 Euro den stadtweit günstigsten Eintritt, Bedienstete 1,50 Euro. So eingeschränkt wie die zulässige Besuchergruppe sind auch die Öffnungszeiten, nämlich werktags von 15 bis 18 Uhr. Samstag und Sonntag bleiben die Türen geschlossen. Eigentlich ist das Bad für die Sportstudenten da, die vormittags das Becken zum Training nutzen. Wer jedoch das Privileg hat, hier schwimmen zu dürfen, erlebt ein ruhiges, schlichtes Hallenbad, in dem Schwimmen oberste Priorität besitzt. Kein Kindergequieke, kein wildes Springen – hier zieht ein jeder in Ruhe seine Bahnen. Es kann vorkommen, dass Springertraining stattfindet, dann ist das Becken unterteilt. Bretter und Poolbojen können ausgeliehen werden. Die Umkleidekabinen und Sanitäranlagen sind sauber, Dusch- und Wasserleitungen wurden im April 2011 saniert. Die Spinde haben zwei Münzschlitze und nehmen Ein- als auch Zwei-Euro-Stücke an. Steckdosen und höhenverstellbare Föne sind vorhanden, zwei sind umsonst, die anderen kosten 5 Cent. Eine Sauna gibt es auch.

Taubertsbergbad – das exklusive Wellnessbad

Das Taubertsbergbad ist das größte Hallenbad in Mainz. Es gehört zur Starwaters Gruppe, die sechs „Bäder“ betreibt. Die Erlebnistherme lockt mit rund 2.000 Quadratmetern und vielfältigen Wasserattraktionen im Innen- und Außenbereich. Acht Bahnen à 25 Meter stehen Besuchern im Sportschwimmbecken zur Verfügung. Daneben ein Sprungturm (1m, 3m, 5m) und ein Nichtschwimmerbecken. Die Wassertiefe im Sprungbecken beträgt 3,80 m. Verschiedene Kurse werden angeboten, darunter Aqua Zumba, Schwimmschulen, Jogging und Mutter-Kind-Kurse. Das Erlebnisbad kann dazugebucht werden. Es enthält verschiedene Rutschen, Massagedüsen, einen Strömungskanal, Wasserkanonen, gemütliche Liegen und ein Kinderbecken mit Rutsche. Ein weiteres Highlight ist der Saunenbereich sowie im Sommer das Freibad. Massagen, Gastronomie und weitere spezielle Angebote runden das Badeerlebnis ab. Das Taubertsbergbad Management hat einiges getan in den letzten Jahren: Die Schwimmbahnen sind sauber, ebenso die Duschen und Umkleiden. Die Schließanlagen für alle Spinde wurden erneuert. In naher Zukunft geplant sind neue Liegen im Thermenbereich, eine herbstliche Außenbepflanzung und neue Konzepte für die Sauna, wie eine spanisch-maurische Aufgussnacht. Die Tarife für das Sportbad bewegen sich zwischen 3,70 Euro und 6,70 Euro, je nach Aufenthaltsdauer – 50 Cent Ermäßigung für Studenten oder 1 Euro für Kinder. Die Thermen- und Saunenwelt kann entsprechend dazu gebucht werden. Die Öffnungszeiten sind täglich ab 9.30 bis 23 Uhr, Mittwoch bis 24 Uhr, jeden Freitag Mitternachtssauna von 9.30 Uhr bis 2 Uhr.

Budenheim – das Kleinod im Wald

Idyllisch am Waldrand liegt das Budenheimer Schwimmbad. Klein, aber fein: Fünf Bahnen stehen im 25-Meter-Sportbecken zur Verfügung. Ein Dreimeter-Sprungturm ist ebenfalls vorhanden, außerdem eine Wasserrutsche, eine barrierefreie Ausstattung, ein Hubboden, eine Sauna und ein Dampfbad. Oft wird das Becken für Kinder ein wenig abgetrennt, weiter hinten befindet sich ein separates Planschbecken. Die Duschen sind sauber und einzeln mit Vorhang abtrennbar. Für die Umkleiden hat man besser 1 Euro Pfand dabei und für die Föns 10 Cent Nutzungsgebühr. Im Vorhof befinden sich ein kleines Café und das Aufsichtsbüro des etwas grummligen Bademeisters. Das Budenheimer Waldschwimmbad ist ideal für … natürlich Budenheimer, ansonsten aber für gehandicapte Menschen, da alles barrierefrei ist, für ältere Mitbürger und für Kinder. Geöffnet ist Dienstag und Mittwoch von 14 bis 21 Uhr, donnerstags 8.30 Uhr bis 18 Uhr, freitags 14 bis 20 Uhr und samstags von 9 bis 15 Uhr. Erwachsene 3 Euro, Kinder / Studenten die Hälfte, Behinderte 2 Euro.