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3. tanzmainz festival vom 27. März bis 6. April im Staatstheater: Vorverkauf beginnt heute!

Ausverkaufte Vorstellungen, stehende Ovationen und zwei Mal nacheinander der Deutsche Theaterpreis DER FAUST für die Choreografien von Fall Seven Times und Soul Chain: Seit ihrer Gründung 2014 schreibt die Sparte tanzmainz am Staatstheater eine Erfolgsgeschichte. Jetzt wurde das Programm zur kommenden 3. Ausgabe des tanzmainz-Festivals vorgestellt, das im Frühjahr 2019 mit insgesamt 15 Kompanien und sechs deutschen Premieren stattfindet. Der Kartenverkauf beginnt bereits – und schnell sein lohnt sich.

“Das tanzmainz festival und tanzmainz bereichern sich wechselseitig – und ich bin sehr froh, dass wir beides in wenigen Jahren auf diesem Niveau hier in Mainz etablieren konnten“, betonte Intendant Markus Müller. „Das liegt zum einen an der sehr guten Arbeit von Honne Dohrmann, seinem gesamten Team sowie natürlich unserem wunderbaren Ensemble.” Die Company Wayne McGregor eröffnet das tanzmainz festival #3 am 27.3. im Großen Haus mit Autobiography. Der Titel ist Programm: Den Zuschauern präsentiert sich eine überwältigende Meditation über die Vielfältigkeit von Lebenswegen. Die Cie. Philippe Saire beeindruckte Festivalbesucher* innen bereits 2017 – ihre neue Kreation Hocus Pocus wird nun auf U17 Kinder und Erwachsene verzaubern (27. und 28.3.). Im Kleinen Haus beginnt das Festival mit Louise Lecavalier aus Kanada. Sie gilt als eine der Ikonen des zeitgenössischen Tanzes und bringt mit Battleground einen nervös-eleganten, eigenwilligen Abend mit, dessen Stil irgendwo zwischen Ballett und Stadtguerilla anzusiedeln ist (27. und 28.3.). Aus Taiwan kommen B.Dance mit einer deutschen Erstaufführung an den Rhein: Floating Flowers ist inspiriert von auf dem Wasser treibenden Laternen beim buddhistischen Geisterfest – die Tänzer*innen verbinden traditionelle asiatische Bewegungskunst mit Martial Arts und zeitgenössischem Tanz zu einer bildstarken, poetischen Performance (29. und 30.3. im Großen Haus). Die Produktion Creature von Gábor Varga und József Trefeli wurde 2017 mit dem Schweizer Tanzpreis ausgezeichnet – und überrascht mit verrückter Energie, Selbstironie und einem Schuss Dada in den Kostümen (29. und 30.3. auf U17). In Kooperation mit der Kunsthalle Mainz und der Hochschule Mainz steuert tanzmainz Effect zum Festival bei, zu sehen in der Kunsthalle am 29.3. sowie am 1., 2. und 3.4. Darüber hinaus zeigt sich die hauseigene Compagnie am 3. April auf U17 mit den tanzmainz studio works einiger Tänzerinnen und Tänzer. Das Choreografenpaar Koen Augustijnen und Rosalba Torres Guerrero ist dem Mainzer Publikum bereits aus der Produktion Hochzeit mit tanzmainz bekannt. Compagnie Siamese heißt ihr Ensemble – und das besteht aus Tänzer*innen ebenso wie aus Profiboxern. (B) lautet der knappe Titel eines Abends, der all die Eleganz, Brutalität, Energie und technische Brillanz des Tanzes und des Boxens zu einer Hymne an das Leben verdichtet (30.3., Kleines Haus). Aus Frankreich kommt die Compagnie BurnOut mit dem Doppelabend P=MG / Compact, an dem es erst um die Anziehung der Erde auf den Körper – und dann um die Anziehung zweiter Körper aufeinander geht, die so stark ist, dass sie aus einem Duo ein Solo werden lässt (31.3., U17). Orientalische Formensprache, Streetart und HipHop verbinden sich in Die Schuld des Tages an die Nacht zu einer virtuosen Choreografie. Der französische Choreograf mit algerischen Wurzeln Hervé Koubi hat in Algier 12 Straßentänzer und HipHopper gecastet. Keiner von ihnen stand zuvor je auf der Bühne, jetzt reisen sie mit ihrem Tanzstück und riesigem Erfolg durch die Welt, in Mainz sind sie am 1.4. im Großen Haus zu erleben. CRIA heißt eine weitere deutsche Erstaufführung, Alice Ripoll bringt sie aus Brasilien ins Kleine Haus (1. und 2.4.) – und eröffnet die seltene Gelegenheit, mit dem explosiven Dancinha einen Einblick in das Lebensgefühl junger Brasilianer*innen zu bekommen. Mit Momentum waren CocoonDance aus Deutschland schon 2017 beim tanzmainz festival zu Gast. Auf U17 zeigen sie nun Vis Motrix, das so etwas wie das weibliche Gegenstück dazu ist (2.4.). Die Eun-Me Ahn Company aus Südkorea wird gleich mit zwei Produktionen vertreten sein: Dancing Grandmothers ist ein Bühnenereignis, das mit vielen Konventionen bricht – eine große Party aus Tanz und Video mit Tänzerinnen zwischen 60 und über 90 Jahren (3.4., Großes Haus). Und sie bringen zudem noch eine deutsche Erstaufführung mit, ein Tanzabend über Nordkorea – basierend auf der Recherche zu einem Land, das die südkoreanische Choreografin nicht betreten darf: North Korea Dance (4.4., Großes Haus). Von Korea geht es nach Südafrika, aber es bleibt politisch. Via Katlehong Dance zeigt mit Via Kanana, wie politisch Tanz sein kann und soll – als Manifest, als Werkzeug des Widerstands und als rhythmischer Appell, weiter nach der Erfüllung nicht gehaltener Versprechen zu suchen! (4. und 5.4., Kleines Haus) Giuseppe Chico & Barbara Matijevic haben sich einen Bildschirm als Tanzpartner ausgesucht und laden mit ihrer Performance Forecasting auf U17 zu einer schwindelerregend hybriden Erfahrung ein (4.4.). Nicht weniger hybrid geht es auch zu, wenn die Góbi Dance Company aus Ungarn zur deutschen Erstaufführung von Volitant bittet – denn diese spielt genüsslich mit den Übergängen zwischen dem Natürlichen und dem Mechanischen (5. und 6.4. auf U17). Mit einem dreiteiligen Abend der bedeutendsten Compagnie Lateinamerikas schließt das tanzmainz festival #3 am 6. 4. – die São Paulo Dance Company kommt ins Große Haus! Suite für zwei Klaviere / Melhor único dia / Ngali heißen die drei Stücke, es geht um Rachmaninoff, Kandinsky, den einen schönsten Tag und Schnitzlers Reigen in Verbindung mit einem nicht übersetzbaren Begriff der Ureinwohner Australiens… Gerahmt und bereichert werden die Produktionen des tanzmainz festivals auch in der dritten Ausgabe wieder durch Einführungen, Publikumsgespräche, die beliebten Tanztrainings für Nichttänzer*innen, Führungen – und natürlich die Partys im Glashaus zur Eröffnung und zum Abschluss.

„Traditionen und Prägung durch die Geschichte ist ein immer wieder aufleuchtendes Motiv dieses Festivals – ‚past forward‘ könnte man meinen“, stellte Honne Dohrmann heraus. „Die politische Kraft des Tanzes, ästhetische Überraschungen, überwältigende Tableaus und feine Miniaturen zeigen in den unterschiedlichsten Stilen und Formensprachen, wie faszinierend verschieden die Tänzer*innen und Choreograf*innen sind, die wir beim tanzmainz festival #3 erwarten. Sie sind damit ein Abbild der Vielfalt unserer Welt. Ich freue mich sehr darauf, denn die Festivalzeit bedeutet immer eine große Inspiration für unsere eigene Arbeit. Und ich freue mich auf viele interessierte und begeisterungsfähige Besucher*innen!“

Der Vorverkauf beginnt am 12. Dezember und aufgrund der hohen Nachfrage der letzten Festivals ist es ratsam, sich rechtzeitig Karten zu sichern. Das Programm liegt ab sofort im Theater aus und steht auf der Homepage.

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